Wirtschaft

Der Krampf mit den neuen Banknoten

Von Matthias Chapman. Aktualisiert am 09.02.2012 27 Kommentare

Sie sind für einige der Stolz der Schweiz und nicht wenige warten auf die neue Serie: Die Schweizer Banknoten. Doch wieder verzögert sich der Start. Was ist los?

1/8 Die Entwürfe für die neue Banknotenserie wurden im November 2005 der Öffentlichkeit vorgestellt: Auf die Ausgabe der Scheine wartet die Schweiz noch immer.

   

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«Unsere Noten sind ein Imageträger fürs Land», sagte Orell-Füssli-Chef Michel Kunz Ende Oktober 2011 zur «Bilanz». Seine Firma druckt die Wertscheine für die Schweiz – und im Übrigen auch für andere Länder. Zu Beginn selbigen Monats hatte Orell Füssli (OF) auch den Auftrag für die neue Banknotenserie erhalten. Eine Formalität quasi, weil OF seit jeher diesen Auftrag erhält.

Schon Mitte Dezember aber wurde klar (OF informierte), dass es zu Verzögerungen kommt. Genau gesagt zu weiteren Verzögerungen. Denn ursprünglich war die Ausgabe der neuen Serie für Herbst 2010 geplant. Geklemmt hat es laut einem Insider auch einmal beim Lieferanten des Rohmaterials Papier, der Papierfabrik Landquart. Beim Unternehmen selber wollte man dazu nicht Stellung nehmen. Auch nicht bei OF.

«Es ist eine Frage der Feinjustierung»

Nun meldete heute Morgen die Nationalbank, dass sich die Ausgabe der neuen Banknotenserie um mindestens ein Jahr hinausschiebt. Es seien «unerwartete technische Probleme» aufgetreten. Bis vor kurzem war die Nationalbank noch davon ausgegangen, dass die neue Serie gegen Ende 2012 in Umlauf kommt.

Wo liegt das Problem? «Mit den Lieferungen eines Unterlieferanten gab es Verzögerungen. Die Spezifikationen wurden nicht abschliessend eingehalten», sagt OF-Chef Michel Kunz auf Anfrage. Um wen es sich handelt, wollte Kunz nicht sagen – aus Sicherheitsgründen. Der OF-Chef macht klar, dass man im Hochpräzisionsbereich arbeite. «Es handelt sich um Abweichungen, die für uns sehr relevant sind, aber vom Konsumenten kaum feststellbar wären.»

Kunz verweist auf den schwierigen Prozess der Entwicklung einer Banknote. «Jede Banknote basiert auf neuesten Verfahren und ist mit anspruchsvollen Sicherheitsmerkmalen versehen. Deshalb ist es ein steiniger Weg vom Laborentwurf bis hin zur fertigen Produktion.» Zum aktuellen Fall würden Abklärungen laufen.

Bancomaten-Firmen stellen auf neue Noten um

Schlechte Nachricht ist die Verschiebung nicht nur für die Notenfans, sondern auch für die Produzenten von Bancomaten. «Die SNB reagierte mit der heutigen Mitteilung auf diverse Anfragen der Zulieferindustrie für die Sicherstellung des Banknotenumlaufs – zum Beispiel die Hersteller von Bancomaten oder von Zählautomaten.» Diese müssten wissen, wann die Umstellung erfolge.

Die Ausgabe der neuen Banknoten erfolgt zeitlich gestaffelt. Begonnen wird mit der 50er-Note. Ein Jahr später soll die 20er-Note folgen. Die weitere Abfolge ist noch nicht definiert. Die Staffelung wird auch dazu benützt, Erfahrungen aus frühen Auflagen in die Produktion späterer Auflagen miteinfliessen zu lassen.

Wettbewerbssieger kamen nicht zum Zug

Die Wertstaffelung der neuen Banknotenserie wird von der letzten übernommen. Die Noten werden etwas kleiner. Den Wettbewerb für das Design gewannen 2005 die Grafiker Manuel Krebs und Dimitri Bruni. Allerdings kommen sie dennoch nicht zum Zug. In einer zweiten Auswahlrunde entschied man sich für den Vorschlag der vormals zweitplatzierten Grafikerin Manuela Pfrunder. Die von ihr gewählten Motive hätten sich besonders geeignet für die Realisierung, auch im Hinblick auf die Sicherheitsmerkmale. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.02.2012, 16:25 Uhr

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27 Kommentare

Michael Truninger

09.02.2012, 20:00 Uhr
Melden 31 Empfehlung

Technische Probleme.. oder es wird abgewartet und beobachtet wie sich div. Währungen weiter entwickeln, bei einer allfälligen Währungsreform, von der wahrscheinlich auch der CHF nicht verschont bleiben würde, hätte man schon neue Noten, die auf dem neusten Stand sind, zur Hand. Antworten


Edi Rey

09.02.2012, 20:52 Uhr
Melden 21 Empfehlung

Auf den ersten Blick sehen sie hässlich aus, aber wir weden uns daran gewöhnen. Antworten



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