«Darauf setzen würde ich allerdings nicht»

Die Apple-Aktie hat die 600-Dollar-Marke überschritten. Viele Analysten gehen von weiteren, starken Kursanstiegen aus. Doch es gibt auch Warner.

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601,1 Dollar beträgt der Kurswert der Apple-Aktie an der New Yorker Börse. Allein seit Jahresbeginn ist das Papier um 45 Prozent angestiegen. Zur Erinnerung: Nach einem Hoch mit knapp 203 Dollar vor fünf Jahren fiel der Kurs im Zuge der Finanzkrise auf 78,2 Dollar. Wer zum damaligen Stand Apple-Aktien gekauft hat, könnte diese heute mit einem Gewinn von 760 Prozent verkaufen.

Glaubt man den Analysten von Morgan Stanley, geht es immer fröhlich weiter. Sie gehen von einem Kursziel von 720 Dollar aus. Apple-Mitgründer Steve Wozniak – natürlich kein unabhängiger Beobachter – rechnet sogar damit, dass das Papier die 1000-Dollar-Schallmauer durchbricht.

Das Rally hält ununterbrochen an

Aber es gibt sie noch: Die Pessimisten, die vor einer Kurskorrektur warnen: «Einerseits hält das Rally schon seit Mitte Dezember ununterbrochen an, andererseits warten eine Menge Leute mit viel Geld auf eine Korrektur, um einzusteigen», so zum Beispiel Tim Ghriskey von Solaris Asset Management gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Skeptisch zeigt sich auch Christopher Whitmore von der Deutschen Bank, der einem Bericht des «Wall Street Journal» zufolge das Papier aus der kurzfristigen Empfehlungsliste streichen liess.

Christian Fröhlich von der ZKB wiederum hält die Apple-Aktie kurzfristig betrachtet derzeit für fair bewertet: «Apple (AAPL 104.83 1.79%) hat eine sehr hohe Gewinnkraft und ein gutes operatives Momentum», so der Analyst. Das Unternehmen könnte in seinen Augen sogar noch zulegen dank neuen Produkten im TV-Bereich. Allerdings seien die Hürden dafür hoch: «Apple müsste sich von verschiedensten Medienunternehmen Rechte kaufen. Diese würden damit aber ihre wichtigsten Kunden – die Kabelfernsehanbieter – der Konkurrenz durch Apple ausliefern und damit möglicherweise mehr Umsatz verlieren, als sie durch Apple gewinnen könnten.»

Kein Kursziel von der ZKB

Zudem würden die Telekomkonzerne und Kabelnetzbetreiber beginnen, die in Breitbandangeboten enthaltenen Datenvolumen der Kunden zu limitieren. Dies reduziere die Attraktivität externer Videoangebote von Netflix – oder potenziell auch von Apple – und zwinge die Kunden, sich an den hohen Kosten für die Bereitstellung der Bandbreiten zu beteiligen.

Was heisst das für die Aktie? Ein Kursziel nennt Fröhlich nicht. Einen Anstieg auf den von Morgan Stanley genannten Wert von 720 Dollar hält er für «durchaus möglich», fügt aber an: «Darauf setzen würde ich aufgrund der hohen Risiken allerdings nicht.»

Kann Apple die 30-Prozent-Umsatzbeteiligung halten?

Mittelfristig werde es für Apple schwierig, die derzeit sehr hohen Gewinnmargen zu halten. «Neue HTML5-Apps funktionieren grundsätzlich in jedem Browser und senken damit die Wichtigkeit des gewählten Betriebssystems und des Apple App Stores. Smartphones und Tablets werden damit wieder etwas stärker auf ihre Hardware reduziert, da die Software freier verfügbar ist, womit der Preiskampf auch für Apple intensiver werden dürfte.»

Die 30-Prozent-Umsatzbeteiligung, die sich Apple in vielen Fällen bei den über Apps generierten Umsätzen ausbedungen habe, sei dann ebenfalls kaum mehr zu halten. «Damit bin ich sehr skeptisch, dass die Aktie in absehbarer Zeit die 1000-Dollar-Marke erreichen wird, von der Steve Wozniak spricht.»

«Kurzfristige Konsolidierung»

Fröhlichs Tipp: «Nach dem starken Kursanstieg und der eher enttäuschenden Dividendenankündigung würde eine kurzfristige Konsolidierung nicht überraschen. Wir selbst empfehlen die Aktie nicht zum Kauf».

(DerBund.ch/Newsnet)

(Erstellt: 20.03.2012, 15:42 Uhr)

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Apple macht mit neuem iPad weniger Gewinn

Mit dem in der vergangenen Woche auf den Markt gekommenen neuen iPad macht Apple nach Einschätzung der Marktforschungsfirma IHS iSuppli weniger Gewinn als mit dem Vorgängermodell. IHS iSuppli zerlegte das neue iPad direkt nach seinem Erscheinen in seine Einzelteile und fand dabei, dass diese vermutlich teurer sind als die des iPad 2. Verkauft wird das neue iPad aber zum gleichen Preis wie früher das iPad 2, nämlich ab 499 Dollar.

Apple hat bislang alle drei Generationen des iPads zu Preisen auf den Markt gebracht, die es der Konkurrenz schwer gemacht haben mitzuhalten. Der Gewinn bei jedem verkauften iPad liegt unter dem von jedem iPhone. Insgesamt bleibt Apple aber hoch profitabel: Bei einem Umsatz von 81 Milliarden Dollar lag der Gewinn im vergangenen Jahr bei 33 Milliarden Dollar.

Laut iSuppli kostet ein neues iPad mit 32 Gigabyte Speicher und Mobilfunkmodem, das im Handel für 729 Dollar erhältlich ist, in der Herstellung 364,35 Dollar. Das sind neun Prozent mehr als vor einem Jahr beim iPad 2, das 335 Dollar kostete. Die entsprechende Version des ersten iPads kostete 2010 nach Schätzungen von iSuppli 276 Dollar.

Die Hauptgründe für den gestiegenen Preis beim neuen iPad sind der hochauflösende Bildschirm und der grössere Akku, den das Gerät braucht.(DAPD)

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