Wirtschaft

Computer spielten verrückt – Chaos an der Wallstreet

Aktualisiert am 02.08.2012 24 Kommentare

An der New Yorker Börse sind die computergestützten Handelssysteme kurzzeitig ausser Kontrolle geraten. Der Handel einiger Papiere musste ausgesetzt werden.

Verstehen die Welt nicht mehr: Händler an der US-Börse. (1. August 2012)

Verstehen die Welt nicht mehr: Händler an der US-Börse. (1. August 2012)
Bild: Keystone

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Der heutige Tag wird den Händlern an der Wallstreet wohl noch lange in Erinnerung bleiben: Zu Handelsbeginn hatte es aussergewöhnlich hohe Umsätze bei zahlreichen Aktien gegeben. Der normale Handel war zeitweise gestört, mehrere Papiere wurden vorübergehend an der New York Stock Exchange ausgesetzt.

«Ich glaube, der Vorfall hat den gesamten normalen Handel in Mitleidenschaft gezogen», sagte Steve Massocca von der Handelsfirma Wedbush Morgan gegenüber «Spiegel online». «Überall gab es Handelsbewegungen, es war bizarr und ging drunter und drüber.» Der Finanzdienstleister Knight Capital erklärte später, seine computergestützten Handelssysteme hätten den Vorfall verursacht. Knight-Aktien verloren anschliessend einen Drittel an Wert.

Dow-Jones-Index sinkt

Die Papiere des weltgrössten Kreditkartenanbieters Mastercard gaben 2,1 Prozent nach. Der Visa-Rivale hat im abgelaufenen Quartal die Umsatzerwartungen verfehlt. Der Medienkonzern Time Warner verbuchte wegen schwächerer Geschäfte in der Film- und Fernsehsparte einen Gewinnrückgang. Die Aktie stieg dennoch um 1,2 Prozent. Die Anteilsscheine von Burger King fielen um 0,5 Prozent, obwohl der McDonald's -Konkurrent von der Erweiterung seines Angebots über die klassischen Whopper-Hamburger hinaus profitieren konnte und seinen Umsatz steigerte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,25 Prozent nach auf 12'976 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 0,3 Prozent auf 1375 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,7 Prozent ab auf 2920 Stellen.

Das Fed erklärte, die Konjunktur habe in der ersten Jahreshälfte etwas Tempo verloren und auch der Arbeitsmarkt sei noch weit von Normalität entfernt. Den Leitzins beliessen die Notenbanker wie erwartet bei 0 bis 0,25 Prozent.

Zudem signalisierten sie erneut, den Schlüsselzins bis tief ins Jahr 2014 hinein auf ultraniedrigem Niveau belassen zu wollen. Der Dow-Jones-Index drehte nach dem Beschluss ins Minus.

Positive Arbeitsmarktdaten

Gemischte Nachrichten waren zuvor von der US-Konjunktur gekommen: Die Firmen schufen im Juli überraschend viele Jobs. Der US-Einkaufsmanager-Index schrumpfte hingegen den zweiten Monat in Folge und blieb leicht unter der Schwelle, die Wachstum signalisiert.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,02 Milliarden Aktien den Besitzer. 1100 Werte legten zu, 1871 gaben nach und 128 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,72 Milliarden Aktien 632 im Plus, 1815 im Minus und 109 unverändert. (ses/sda)

Erstellt: 01.08.2012, 23:00 Uhr

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24 Kommentare

Gilbert Kuster

02.08.2012, 01:16 Uhr
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Hallo Nacherzähler der Märchen der Gebrüder Grimm. Geld geht nie verloren, sondern es besitzt ein anderer. Wo sind die verschwundenen Mia. der Anleger? Oder aber wer hat verloren oder gewonnen durch die angeblichen Misstände der Kommunikation wegen. Trotzdem wird weiter gespielt. Realitätsverlust vom Feinsten einiger Händler, mit dem Geld der Kunden. Nobel geht die Welt zu Grunde gell!? Antworten


roger muehlemann

02.08.2012, 00:04 Uhr
Melden 43 Empfehlung 0

Der ganze gesellschaftsverachtende Qutsch ist wohl langsam selbst den Computern zuviel. Nebenbei frage ich mich schon lange, wieso diese Systeme nicht das Primärziel aller Hacker dieser Welt sind. Antworten



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