Wirtschaft

Milliardenverlust zum Jahresbeginn

Aktualisiert am 30.04.2012

Die Schweizerische Nationalbank hatte ein schwieriges erstes Quartal: Sie fährt einen Verlust von 1,7 Milliarden Franken ein. Schuld ist die Aufwertung des Frankens gegenüber Fremdwährungen.

Holpriger Start ins neue Jahr: Haupteingang zum SNB-Gebäude in Bern. (Archivbild)

Holpriger Start ins neue Jahr: Haupteingang zum SNB-Gebäude in Bern. (Archivbild)
Bild: Keystone

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Die Schweizerische Nationalbank (SNB) muss zwar wegen des wieder stärkeren Frankens für das erste Quartal 2012 einen Verlust von 1,725 Milliarden Franken ausweisen. Trotz des Kampfes für den Euro-Mindestkurs haben die Devisenanlagen aber abgenommen.

Ende 2011 hatte die SNB (SNBN 1080 -1.64%) Devisenanlagen von umgerechnet 257,5 Milliarden Franken in den Büchern gehabt. Ende März waren es noch 245,5 Milliarden Franken, wie die Nationalbank am Montag mitteilte. Zu dem Rückgang trug bei, dass der Franken als «sicherer Hafen» wieder gesucht wurde und die wichtigsten Währungen gegenüber dem Franken an Wert verloren.

Frankenstärke hat sich akzentuiert

Die Euro-Anlagen der SNB gingen aber nicht nur durch den Wechselkurs bedingt zurück: Ende 2011 verfügte die Nationalbank über knapp 120,5 Milliarden Euro, was beim damaligen Umrechnungskurs 146,7 Milliarden Franken entsprach. Ende März waren es noch 103 Milliarden Euro respektive 124,1 Milliarden Franken.

Nach dem Stichtag vom 31. März hat sich die Frankenstärke allerdings erneut akzentuiert. Über die Ostertage wurden sogar zwei Mal Euro für weniger als 1,20 Franken gehandelt, obwohl die SNB weiterhin unbeschränkt zu Euro-Käufen zum Mindestkurs bereit ist. Zu einem weiteren solchen Geschäft kam es Anfang vergangener Woche.

Ausgebaut hat die SNB dagegen im ersten Quartal ihre Anlagen in US-Dollar, und zwar auf umgerechnet 63,9 Milliarden Franken. Jene in Pfund verdoppelte sie praktisch auf 20,9 Milliarden Franken.

Gold bringt Gewinne

Auf den gesamten Fremdwährungspositionen verbuchte die SNB in den ersten drei Monaten 2012 einen Verlust von rund 2,6 Milliarden Franken. Auf dem Goldbestand, der mengenmässig unverändert blieb, resultierte dagegen ein Bewertungsgewinn von 760 Millionen Franken.

Auch der Stabilisierungsfonds der SNB für die Grossbank UBS verzeichnete einen weiteren Gewinn. Zum Konzerngewinn der SNB steuerte dies 111 Millionen Franken bei. Das Gesamtrisiko des Fonds ging von 8,5 Milliarden auf 7,6 Milliarden Franken zurück.

Unter dem Strich weist die SNB für das erste Quartal 2012 einen Verlust von 1,725 Milliarden Franken aus. Im Vorjahresquartal hatte dank eines Erfolgs von 1,6 Milliarden Franken auf den Fremdwährungspositionen ein Konzerngewinn von 1,862 Milliarden Franken resultiert.

Die SNB betont stets, ihr Ergebnis sei überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängig. Starke Schwankungen seien deshalb die Regel und Rückschlüsse auf das Jahresergebnis nur bedingt möglich. So resultierte 2011 ein Gewinn von 13,5 Milliarden Franken, nachdem im Jahr davor ein Rekordverlust von 19,2 Milliarden Franken angefallen war.

Bilanzsumme etwas kleiner

Nach massivem Wachstum hat die Bilanzsumme im Startquartal 2012 leicht von 350,3 auf 344,3 Milliarden Franken abgenommen. Den geringeren Devisenanlagen stehen höhere Forderungen aus Repogeschäften in Franken gegenüber. Diese nahmen um 6,6 Milliarden auf rund 25,1 Milliarden Franken zu. Dabei kauft die SNB vorübergehend Wertpapiere von Finanzmarktteilnehmern und erhöht so die Franken-Menge.

Laut CS-Ökonom Maxime Botteron ist schwierig zu sagen, ob und in welchem Umfang die SNB gegen die Frankenstärke interveniert habe. So seien in den Devisenanlagen kurzfristige und langfristige Geschäfte enthalten.

Im Devisenhandel notierte der Euro am Montagmorgen wenig verändert bei 1,2014 Franken und damit weiterhin sehr nahe am Mindestkurs. Die Händler sorgten sich weiterhin um die Krise in der Euro-Zone. Die Blicke richten sich derzeit auf die steigenden Schuldzinsen Spaniens sowie die Wahlen in Frankreich und Griechenland. (fko/sda)

Erstellt: 30.04.2012, 07:35 Uhr

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