Wirtschaft

Bernanke verzichtet auf Geldspritze – Politik soll handeln

Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 26.08.2011 4 Kommentare

Der US-Notenbankpräsident Ben Bernanke verzichtet darauf, die Geldschleusen weiter zu öffnen. Stattdessen verweist er auf andere Instrumente. DerBund.ch/Newsnet berichtete live.

Keine neue Geldspritze: Ben Bernanke.

Keine neue Geldspritze: Ben Bernanke.

(DerBund.ch/Newsnet)

  • 16:45 Uhr – Zusammenfassung  

    Die wichtigsten Punkte aus Bernankes Rede

    Notenbankchefs sprechen gerne in Codeworten. Diese hier sagen aus: Der Wirtschaft geht es nicht gut, aber wenn die Politik mit Konjunkturprogrammen mitzieht, können die USA die Kurve kriegen. Das Fed hingegen wird im Moment abwarten.

    Schwache Konjunktur

    Es sei «klar», dass sich die Wirtschaft weniger schnell von der Krise erholt habe als erhofft, sagt Bernanke. Die Rezession sei nicht nur ungewöhnlich heftig und von globalem Ausmass, sondern gleichzeitig begleitet von Einbrüchen im Häusermarkt und einer Finanzkrise von historischem Ausmass.

    Ausserdem bremsten die Sorge um die Staatsverschuldung in den USA und der Eurozone die Erholung. Es scheine wenig Zweifel zu geben, dass diese Ängste das Vertrauen von Konsumenten und Unternehmen erschüttert habe und das Wachstum weiterhin gefährde.

    Langfristige Aussichten

    Er erwarte nicht, dass das Wachstum der USA auf lange Sicht durch die Krise und die Rezession eingeschränkt werde, so Bernanke. «Falls – und ich betone das, falls – unser Staat die nötigen Schritte unternimmt.»

    Pläne des Fed

    Eine Standardaussage: Man werde «die ökonomischen Aussichten weiterhin beobachten» und sei «bereit, Massnahmen in gegebenem Umfang anzuwenden, um die wirtschaftliche Erholung bei gleichzeitiger Preisstabilität zu stärken».

  • 16:38 Uhr  

    Lesen Sie hier in Kürze die Einschätzung von Analysten zur Rede Bernankes.

  • 16:30 Uhr  

    DerBund.ch/Newsnet hatte bereits früher am Tag darauf hingewiesen: Bernankes Mittel sind beschränkt.

  • 16:16 Uhr  

    Dow Jones erholt sich leicht: Der Index steht nun 1,4 Prozent tiefer. Und erneut die Flucht in sichere Anlagen: Gold steigt um 1,6 Prozent.

  • 16:08 Uhr  

    Lesen Sie die ganze Rede Bernankes hier.

    Der US-Notenbankchef macht (wie von einigen Experten erhofft) deutlich, dass es jetzt Fiskalpolitik braucht: Gute Häusermarktpolitik sowie Steuerimpulse. Und das, so sagt Bernanke explizit, in den USA und der EU.

    Darüber hinaus verweist Bernanke auf das nächste Notenbanktreffen vom 20. September.

  • 16:06 Uhr  

    Der Dow Jones fällt und fällt – 4,2 Prozent. Nicht einmal «ein paar Fetzen Hoffnung» habe der Markt erhalten, kommentiert das «Wall Street Journal» – das sei weniger, als sogar die Experten des Blatts erwartet hätten.

  • 16:04 Uhr  

    Der Dow Jones sackt ab: Der US-Leitindex verliert wenige Minuten nach der Meldung aus Wyoming 1,51 Prozent.

  • 16 Uhr  

    Bloomberg TV hat die Rede Bernankes erhalten. Der Reporter meldet exklusiv: Bernanke erwähnt nichts von Quantitative Easing.

  • 15:57 Uhr  

    Hohe Erwartungen

    Das «Wall Street Journal» warnt vor zu hohen Erwartungen an Ben Bernanke: Es sei wahrscheinlich, dass der Notenbankchef kein weiteres QE3 (Aufkauf von Staatsanleihen) ankündigen werde. Die Börse, die bereits hitzig darauf wartet, werde daraufhin rein aufgrund enttäuschter Erwartungen absacken. Die Botschaft der WSJ-Experten: Ruhig bleiben, nichts erwarten.

  • 15:42 Uhr  

    Händler an der Wallstreet sagen gegenüber Reportern von Bloomberg TV: Sie würden Kaufaufträge lancieren, falls Bernanke Quantitative Easing 3 (QE3) ankündigt.

  •  

    Kündigt er Quantitative Easing an oder nicht? Ben Bernanke.

  • 15:40 Uhr  

    Ausgangslage

    Die Anleger warten gespannt auf den Auftritt Ben Bernankes in wenigen Minuten in Jackson Hole, Wyoming. Die Börsen in Frankfurt, Zürich und New York schwankten heute hin und her – ein Anzeichen für Unsicherheit. Vor zehn Minuten standen sowohl DAX und SMI als auch Dow Jones im Minus. Sorgen bereitet nach wie vor die Krise in der Euro-Zone sowie die Schuldenlast in den USA.

    Die grosse Frage lautet nun: Wird Ben Bernanke die Geldschleusen weiter öffnen, um Zinsen tief zu halten und entsprechend Investionen anzukurbeln?

    Die Möglichkeiten des Fed dazu sind beschränkt. Der Leitzins steht bereits auf Null. Die Notenbank könnte jedoch zum dritten Mal Staatsanleihen zurückkaufen – eine Aktion, die Quantitative Easing genannt wird. Ebenfalls möglich ist es, dass das Fed auslaufende Wertpapiere in neue umwandelt.

    Verschiedene US-Medien, darunter das «Wall Street Journal» erwarten jedoch, dass Bernanke gar nichts ankündigt und stattdessen einen Wink an die Politik gibt, dass sie die Staatsausgaben hoch halten sollen.

Erstellt: 26.08.2011, 15:50 Uhr

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4 Kommentare

Jürg Frey

26.08.2011, 16:32 Uhr
Melden 11 Empfehlung

Auch Bernanke stellt fest, dass es keinen Ausweg gibt. Amerika ist nicht mehr die Wirtschaftsweltmacht Nr. 1. Der Knall kommt, aufgeschoben und nicht aufgehoben. Antworten


Hans Zumstein

27.08.2011, 19:29 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Schon eigenartig, dass die Stimme eines einzigen Menschen im "Börsenkasino" für solche Turbulenzen und Aufregung Ursache sein kann, fast wie wenn der Fuchs den Hühnerstall besucht! Antworten



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