Arbeitslosigkeit nimmt zum Jahresende zu
Aktualisiert am 09.01.2012 21 Kommentare
Weniger Stellen der Finanzbranche
Auf dem Arbeitsmarkt der Schweizer Finanzbranche herrscht Flaute. Ende 2011 hatte der Sektor 3313 Stellen ausgeschrieben, was einem Rückgang um 15,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Gegenüber September ging das Stellenangebot um 3,5 Prozent zurück, wie aus dem quartalsweise erhobenen Job-Index des Finanzportals Finews und des Stellenportals JobDirectory hervorgeht, der heute publiziert wurde.
Besonders stark war der Rückgang bei den Banken, bei denen am Jahresende noch 1052 Stellen ausgeschrieben waren – 34,9 Prozent weniger als Ende 2010. Allerdings lag die Zahl leicht höher als im vorangegangenen Quartal, als die Branche einen deutlichen Einbruch bei den Stellenangeboten verzeichnete. Diese Erholung ist laut dem Communiqué von Finews und JobDirectory im Wesentlichen auf die saisonale Ausschreibung von Hochschulpraktika bei den Grossbanken zurückzuführen. (sda)
Es werden wieder mehr: Mann liest einen Stellenanzeiger. (Archivbild) (Bild: Keystone )
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Im Dezember stieg die Arbeitslosenquote in der Schweiz auf 3,3 Prozent. Im Vergleich zum November betrug der Zuwachs 0,2 Prozentpunkte, saisonbereinigt machte die Steigerung noch 0,1 Prozentpunkte aus. Die Zahl der Arbeitslosen stieg um 9553 auf 130'662, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht diese Zahl jedoch noch immer einem Rückgang um 17'974 Personen. Auch die Arbeitslosenquote hatte im Dezember 2010 mit 3,8 Prozent noch deutlich höher gelegen.
Im Jahresdurchschnitt 2011 erreichte die Arbeitslosenquote 3,1 Prozent. Sie ist damit ebenfalls tiefer als 2010, als sie im Durchschnitt 3,9 Prozent betrug. Und die durchschnittliche Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent ist auch tiefer als die vom Seco vor Jahresfrist prognostizierten 3,4 Prozent. Die Anzahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt sank von 151'986 auf 122'892.
Seco sieht insgesamt gutes Jahr
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) zieht deshalb eine positive Bilanz des vergangenen Jahres. 2011 sei für den schweizerischen Arbeitsmarkt insgesamt ein gutes Jahr gewesen, sagte Serge Gaillard, Leiter der Direktion für Arbeit beim Seco. Die Arbeitslosigkeit sei im Dezember jedoch saisonbereinigt zum dritten Mal in Folge angestiegen.
Nach der Finanzkrise sei die Arbeitslosigkeit zunächst stark zurückgegangen, sagte Gaillard. «Im Sommer kam der Rückgang jedoch wegen der Frankenstärke zum Stillstand und seit Oktober beobachten wir einen kontinuierlichen Anstieg.»
Statistische Effekte
Positiv beeinflusst wurde die Arbeitslosenstatistik 2011 durch die Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes, die im April in Kraft trat. Diese beinhaltete eine Verkürzung der Bezugsdauer von Taggeldern, wodurch die Betroffenen schneller ausgesteuert werden und so nicht mehr in der Statistik auftauchen. Der Effekt der Gesetzesänderung auf die Arbeitslosigkeit ist laut Serge Gaillard allerdings gering. Ohne die Revision wäre die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt 2011 höchstens 0,1 Prozent höher gewesen, sagte er.
Der Trend des letzten Quartals 2011 wird sich gemäss den Prognosen des Seco im laufenden Jahr fortsetzen. «Wir gehen davon aus, dass die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit bis Ende Jahr ansteigt», sagte Gaillard. Grund dafür sei neben dem nach wie vor starken Franken die wirtschaftliche Unsicherheit in Europa. Im Jahresdurchschnitt gehen die Ökonomen des Bundes für 2012 von einer Arbeitslosenquote von 3,6 Prozent aus.
Dezember durch Bausaison geprägt
Gaillard wies darauf hin, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember hauptsächlich auf saisonale Faktoren zurückzuführen sei. «Der Dezember war geprägt durch die Bausaison», erklärte er. Neben dem Baugewerbe bekam diese Entwicklung auch der Personalverleih zu spüren.
Der überdurchschnittliche Zuwachs der Arbeitslosigkeit unter den Ausländern sei ebenfalls durch die Entwicklung in der Baubranche zu erklären. Mit 0,6 Prozentpunkten stieg die Arbeitslosenquote unter den ausländischen Arbeitskräften im Dezember deutlich stärker als jene der Schweizer von 0,1 Punkten. (rub/sda)
Erstellt: 09.01.2012, 08:23 Uhr
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21 Kommentare
Wieso werden in allen Zeitungen (der Text ist ja identisch bei allen Publikaten) immer wieder die 2011- mit den 2010-Zahlen verglichen? Der Rückgang um die knapp 18'000 Personen betrifft wohl eher das Wegfallen der Arbeitslosen, die bei der Gesetzesänderung *ausgemustert* wurden. Persönlich würde mich Wunder nehmen, wie sich die aktuellen Zahlen in Bezug auf Einheimische / PFZ aufschlüsselt. Antworten
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