Wirtschaft

Und wieder gehts abwärts

Die Hoffungen auf den neuen Monat haben sich zerschlagen. An den Börsen hat die keimende Hoffnung wieder Ängsten Platz gemacht.

Auch die jüngsten Daten schaffen keine Klarheit: Händler an der New Yorker Börse.

Auch die jüngsten Daten schaffen keine Klarheit: Händler an der New Yorker Börse.
Bild: Keystone

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Im September wird alles besser: Das hofften die Anleger nach dem tristen August. Die Wünsche schienen sich zu erfüllen, exakt zu Monatsbeginn haben die Börsen weltweit wieder zugelegt. Doch schon gestern wurde die Glückssträhne wieder unterbrochen, die Kurse gaben nach, heute Morgen geht der Abwärtstrend weiter. Unmittelbarer Grund dafür sind erneut aufgekommene Ängste um die europäischen Banken. Deren Aktien sind es denn auch, die am deutlichsten Federn lassen müssen. Auch heute Morgen liegt die UBS erneut 2 Prozent im Minus, die Credit Suisse rund 1 Prozent.

Die jüngste Entwicklung der Aktienkurse ist typisch für das ganze Jahr: Sie schwanken zwischen Hoffnung und Angst. Weder die Optimisten noch die Pessimisten können sich mit ihren Szenarien durchsetzen. Doch jede neu eintreffende Kennzahl, die Wasser auf die Mühle des einen oder des anderen Lagers ist, treibt kurzfristig die Kurse.

Optimisten und Pessimisten halten sich die Waage

Am Freitag waren es vor allem Daten aus den USA, die an den Börsen bis zum Montag wieder Mut gemacht haben. Die grösste Bedeutung kam dem ISM Manufacturing zu: einer Indexzahl zum verarbeitenden Gewerbe, die auf einer umfassenden Umfrage unter Einkaufsmanagern von Unternehmen beruht. Die Zahl ist deutlich besser ausgefallen als erwartet. Bei Analysten keimt dadurch die Hoffnung auf, dass die US-Wirtschaft doch nicht, wie von vielen befürchtet, erneut in eine Rezession zurückfällt. Ebenfalls positiv aufgenommen wurden auch die neusten Daten zum US-Arbeitsmarkt, die ebenfalls am Freitag veröffentlicht worden waren. Sie sind zwar ebenfalls besser als erwartet, doch diese Erwartungen waren extrem tief. Eine deutliche Erholung der US-Konjunktur zeigen sie jedenfalls nicht an.

Weil aber die Märkte vom tiefsten Pessimismus dominiert waren, hat auch der geringste Optimismus ausgereicht, um die Kurse nach oben zu drehen. Umgekehrt hat aber bereits ein Artikel im «Wall Street Journal» gereicht, um die Stimmung wieder zu kippen. Im Artikel werden Zweifel am Stresstest geäussert, mit dem die EU-Staaten die Stabilität ihrer Finanzinstitute belegen wollten. Die Zweifel haben vor allem den Banktiteln zugesetzt, aber auch dem Euro. Gegenüber dem Franken ist die Gemeinschaftswährung auf einen erneuten Rekordtiefststand unter 1.28 gefallen.

Die Schwankungen halten an

Nichts spricht dafür, dass die Aktienbörsen demnächst von diesen Unsicherheiten befreit werden. Letztlich spiegeln sie nur die Unsicherheit der Konjunkturbeobachter zum weiteren Wirtschaftsverlauf. Da halten es viele für die beste Taktik, bei erneuten Tauchern zuzukaufen, viele Institute empfehlen das ihren Kunden auch. Die Kehrseite ist, dass bei jedem Zwischenhoch die Finger der Anleger auf dem Verkaufsknopf liegen, riskieren will man schliesslich nichts. Daraus resultieren die Schwankungen der Kurse weltweit. Für Kleinanleger ist dieses Vorgehen allerdings hoch riskant und angesichts hoher Gebühren auch teuer.

Schaut man sich die Berichte der Analysten an, zeigt sich die Unsicherheit auch da. Die Zürcher Kantonalbank zum Beispiel setzt wieder mehr auf Optimismus und hat eben ihre Aktienquote erhöht. Für Sarasin dagegen hat der Kapitalerhalt momentan die grösste Priorität, entsprechend hat diese Bank die Aktienpositionen stark reduziert. Die Credit Suisse hält kurzfristig das Abwärtsrisiko für grösser, doch mittel- und langfristig sollten die Kurse wieder steigen, die Bewertungen seien attraktiv. Die Bewertungen setzen vor allem auf die Gewinnerwartungen der Unternehmen. Die Saxo-Bank hält die Erwartungen dazu im Markt für zu hoch, da die Unternehmen ihre Produktivität kaum mehr deutlich steigern könnten. Und wenn, dann nur auf Kosten der Löhne. Im ersten Fall würden die Margen leiden, im zweiten die Nachfrage – in beiden Fällen daher die Gewinne und damit die Aktienkurse. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.09.2010, 11:59 Uhr

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16 Kommentare

Nadine Binsberger

08.09.2010, 17:39 Uhr
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Hoffnungen - Ängste - Hoffnungen - wieder Ängste - ...etc. Aber mit der unternehmerischen Realität haben diese Kurven nichts zu tun. Es sind Projektionen in die Zukunft, die den einen das Geld aus der Tasche fliessen lassen und die anderen geschickt einfangen. Mit der Wirtschaft, unserem Wohlstand und sogar mit der Zukunft hat das ganze Spielchen nichts zu tun. Es melkt nur die Naiven. Antworten


Marki Basler

08.09.2010, 16:19 Uhr
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Die Börse.. Seit Jahren doch nur Schwindel und alle fallen darauf rein. Selber Schuld. Da kann ich auch in die Glaskugel schauen. Das Casino spielen sollte verboten werden.... Wenn das Geld nicht so verpuffen würde dur die unfähigen Bankster hätten alle auf dieser Welt etwas zu Essen!! Antworten


Fredi Emmenegger

08.09.2010, 16:11 Uhr
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Bei jedem Dämpfer auf der Börse wir gleich schwarz gemalt. Aber gibt es derzeit sinnvolle Alternativen anstatt in Aktien zu investieren? Antworten


albert muri

08.09.2010, 16:00 Uhr
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Die ominösen "Märkte" sind 150-200 Fondsmanager und die gewichtigsten von ihnen spielen mit Pensionsgeldern, stand vor einigen Monaten in der ZEIT. Antworten


Sibylle Weiss

08.09.2010, 14:02 Uhr
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Bekanntlich ist Börse zu 50% Psychologie. Steigt die Hoffnung (wo man durch sie noch nicht gegessen hat) steigt auch der Kurs. Plazieren sich Aengste aufs Neue, geht der Kurs wieder runter.So einfach ist das.Und genau der Zeitpunkt,wo die Aktie basierend auf Hoffnungen (ansonsten keine Indizien) steigt, wird sie verkauft und daran verdient. Antworten


Carlo Schnydrig

08.09.2010, 13:40 Uhr
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Das Auf und Ab im Aktienmarkt ist meistens hausgemacht. Wenn einige "Besserwisser" mit ihren faulen Sprüchen und pessimistischen Vermutungen den Aktienmarkt beeinflussen können, ist den Anlegern und Investoren wirklich nicht mehr zu helfen. Festzustellen ist, dass es den "Besserwissern" bis heute wirlich an Treffsicherheit und Weitsicht fehlte. Auch die Presse ist am schlechten Markt mitschuldig! Antworten


Peter Weber

08.09.2010, 13:36 Uhr
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Nochmals betone ich hier, dass nach wissensch. Analysen die Börsen heute im Grunde ein grosser PR-Schwindel sind! Wir alle haben uns dem ausgeliefert durch die Zwangsabgaben an Pensionskassen usw. Mit ruinösen Stützen und geschönten "News" wurden in der Krise Kurse künstlich nach oben manipuliert. Aber Hochmut kommt bekanntlich immer vor dem Fall. Antworten


Stefan König

08.09.2010, 13:12 Uhr
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"Früher ist das Gesindel auf der Kirmes gesessen mit ner Glaskugel" - sagt Volker Pispers über die Analysten. Und das ist noch das Netteste, das er zu dieser Berufsgruppe zu sagen hat... Antworten


Stephan Fehlmann

08.09.2010, 13:11 Uhr
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Das ist doch wirklich unterhaltsam, wie uns sogenannte Analysten täglich raten, was zu tun ist an den Finanzmärkten. Sie versuchen einzig und allein, den Markt in die eine oder andere Richtung zu drehen. Meistens verfolgen sie noch die eigenen Interressen. Aber ehrlich gesagt, würden alle das gleiche tun , käme gar kein Handel zustande. Es braucht immer Pessimisten und Optimisten...einfach oder? Antworten


Markus Schneider

08.09.2010, 12:45 Uhr
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Wer von etwas anderem als kommender Rezession spricht, der lügt doch einfach nur. Die ganze Schuldenmacherei kann zu nichts anderem führen und das weiss eigentlich jeder. Wer das Gegenteil behauptet, lebt davon, die Leute zu bescheissen. Antworten


Michael Schwarz

08.09.2010, 12:42 Uhr
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Jetzt wird an der Börse um das zukünftige Wirtschaftswachstum gewettet. Der Wetteinsatz ist hoch, der Preis ist aber heiss, ob die Versicherung, Pensionskasse, Banken oder Fundgesellschaft - alle machen mit, wetten, wetten... Wie Cesar sagte, Brot und Spiele... Antworten


Patrick Tigri

08.09.2010, 12:40 Uhr
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Beten? Gute Idee. Gibt's da ne App dafür? (Nein, das ist kein Spott gegenüber den Religiösen, nur gegenüber den Applefanatikern). Antworten


ueli raez

08.09.2010, 12:36 Uhr
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Der Marktmechanismus ist eigentlich uralt, auch an der Börse. Bei inflationsbereinigter Stagnation, kann man einfach nicht von happigen Gewinnen an Börsen ausgehen. Die Goldgräberstimmung ist schon seit langem tot. Mit Volatilität können wirklich nur Profis Gewinne scheffeln, wie der Autor richtig schreibt. Sichere Werte sind gefragt, wie Immobilien, mit immerhin eines gewissen Inflationsschutzes. Antworten


Urs Honegger

08.09.2010, 12:30 Uhr
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Wer hört noch auf die Analysten? Jede Aussage zu einer Tendenz wird irgend wann mal wahr. Wer die Börsenzyklen analysiert, wird feststellen, dass er aus diesen klüger wird als aus den vagen Aussagen der Analysten. Antworten


Jean Weiss

08.09.2010, 12:25 Uhr
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Bitte glaubt nicht alles was in der Boulevardzeitung geschrieben wird. Es ist in diesem Moment einfach nicht wahr was geschrieben wird. Es kann sich jedoch durch die verbreitete Panikmache bewahrheiten! Antworten


martin Tschuemperlin

08.09.2010, 12:09 Uhr
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na ja - unsere Wachstumsgesellschaft hat eben den Zenith erreicht! Und jetzt hoffen wir wiedermal auf die Amis... Vielleicht hilft etwas beten? Antworten



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