Sieg nach Punkten für die Schweizer Börse
Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 03.03.2010
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Seit den ersten Februartagen geht es an der Schweizer Börse wieder mächtig aufwärts. Mit 6833 Punkten hat der Leitindex SMI einen Stand erreicht wie seit Herbst 2008 nicht mehr. Diesmal folgen die Kurse hierzulande nicht einfach dem Trend der internationalen Märkte. Die Schweizer Börse kam deutlich besser weg. Seit Jahresbeginn liegen die europäischen Märkte (gemessen am Euro Stoxx 50) 6,5 Prozent im Minus, jene der USA sind wieder etwa da, wo sie zu Jahresbeginn waren. Der SMI dagegen hat um mehr als 4 Prozent zugelegt, seit dem 5. Februar sogar um mehr als 8 Prozent.
Die Schweizer Börse verdankt ihr besseres Abschneiden vor allem drei Unternehmen: Novartis, Roche und Nestlé. Sie dominieren den Leitindex SMI zu beinahe 60 Prozent. Laut Christian Gattiker, Chefanalyst der Bank Julius Bär, haben allein schon die guten Zahlen des Nahrungsmittelmultis Nestlé der Börse Schub gegeben. Roche und Novartis haben laut Gattiker davon profitiert, dass die Obama-Administration ihre Pläne für eine Gesundheitsreform nicht wie ursprünglich geplant durchboxen kann. Die Reform hätte Druck auf die Profite der Pharmafirmen ausgeübt.
Schweizer Börse hängt am Dollar
Ein weiterer Grund für das gute Abschneiden der Schweizer Börse ist der Wertzuwachs des Dollars. Gegenüber dem Franken hat die US-Währung um mehr als 4 Prozent zugelegt. Die grosse Wirkung erklärt sich damit, dass die meisten im SMI vertretenen internationalen Konzerne einen grossen Teil ihrer Umsätze im Dollarraum machen.
Auffällig ist auch das relativ gute Abschneiden der Schweizer Banken. Seit dem 9. Februar haben sie laut Branchenindex fast 11 Prozent zugelegt, doppelt so stark wie die europäischen Finanzinstitute. Christian Gattiker von Julius Bär erklärt sich dies mit den Wirren um Griechenland: Die Sorgen um grössere Engagements der europäischen Finanzinstitute laste auf deren Kursen.
Der griechische Einfluss
Die Entwicklung der Griechenlandkrise ist laut Gattiker auch einer von zwei Gründen, weshalb die Börsen weltweit in den ersten Tagen des Februars wieder nach oben gedreht haben: «Die Signale der Europäischen Regierungen nährten die Erwartung, dass den Griechen am Ende doch geholfen wird.» Auch in damals publizierten Daten zum US-Arbeitsmarkt ortet er eine Ursache für den Stimmungswechsel. Diese fielen zwar düster aus, doch die Börsen haben sie trotzdem positiv aufgenommen. Die Wirren um Griechenland und Hoffnungen zur US-Konjunktur haben auch zum Wertzuwachs des Dollars gegenüber dem Euro und dem Franken beigetragen. Die Schweizer Währung bleibt dank der Politik der Nationalbank vor einem stärkeren Wertzuwachs gegenüber dem Euro verschont. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 03.03.2010, 17:57 Uhr
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