Nach Viagra und Turnschuhen wirbt Pelé für Aktien
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Edson Arantes do Nascimento ist, das kann man wirklich sagen, ein Mann mit vielen Talenten. Er war Sportler, Manager und Politiker. Vor allem aber ist er ein Idol. Der Mann, der Welt besser bekannt als Pelé, ist deshalb als Werbestar ziemlich gefragt: In den vergangenen Jahrzehnten hat er für Turnschuhe und Jogginghosen ebenso Reklame gemacht wie für das Potenzmittel Viagra.
Scheu vor dem Aktienkauf nehmen
Nun hat sich der dreimalige Fussballweltmeister einer neuen Mission verschrieben: Er möchte seine Landsleute für Wertpapiere begeistern. Seinen neusten Werbefilm präsentierte Pelé in der Börse von São Paulo, dem wichtigsten Finanzplatz Südamerikas. In dem Spot wird seine Fussballerkarriere dargestellt, als wäre der Stürmer ein börsenkotiertes Unternehmen: Beim Gewinn des ersten Weltmeistertitels 1958 schiesst der Kurs nach oben. Und als er sich während des Turniers in England 1966 verletzt, fällt der Wert der Pelé-Aktie dramatisch.
Die Kampagne soll Privatanlegern in Brasilien die Scheu vor dem Aktienkauf nehmen. Aktuell besitzen nur etwa 600 000 Brasilianer Wertpapiere. Bis 2015 soll diese Zahl auf 5 Millionen steigen, hoffen die Initiatoren – ein Plus von 800 Prozent in fünf Jahren. Nichts scheint unmöglich mit dem neuen Werbegesicht Pelé.
Der zweite monetäre Reinfall
Ob Brasiliens Nationalheld allerdings der richtige Ratgeber in Geldangelegenheiten ist, darf zumindest bezweifelt werden. Denn bei seinen eigenen Finanzen bewies Pelé nicht immer ein glückliches Händchen. So soll er Anfang der Siebzigerjahre nahezu sein ganzes Geld bei spekulativen Immobiliengeschäften verloren haben. Halbseidene Gestalten hätten den gutgläubigen Pelé abgezockt, hiess es in Medienberichten. Es war bereits der zweite monetäre Reinfall binnen weniger Jahre: Gleich zu Beginn seiner Karriere soll Pelé die Hoheit über seine Konten einem Freund übertragen haben, der sich daraufhin mit dem gesamten Vermögen des Jungstars abgesetzt haben soll.
Erfahrungen, die Pelé vielleicht tatsächlich bewogen haben, sein Einkommen lieber in Aktien zu investieren – zumal Brasilien auch in den kommenden Jahren ein enormes Wirtschaftswachstum prognostiziert wird. Wenn sich die Aktienkurse trotz Boom nicht entwickeln wie gewünscht, hat er aber immer noch eine andere Absicherung: seine alten Klamotten.
Für das Trikot aus dem WM-Final 1970 wurden unlängst 300 000 Franken bezahlt. Er ist eben ein Idol, der Mann. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 23.08.2010, 08:20 Uhr



