Wirtschaft

Der Vorbörsenbericht

Der tägliche Morgenreport der «Finanz und Wirtschaft» zur Lage an den internationalen Aktienmärkten.

Stand: Freitag, 10. Februar 2012 08:13 Uhr

Finanz und Wirtschaft

Kennzahlen

SMI6169.63+0.2%
Euro Stoxx 502522.34+0.4%
Dow Jones12890.46+0.1%
Nasdaq Comp.2927.23+0.4%
Nikkei 2258947.17-0.6%
Hang-Seng20774.52-1.1%
Singapur STI2962.30-0.6%
USD/CHF0.9132+0.3%
EUR/CHF1.2098-0.1%
10J Eidg.0.840Bp
Erdoel (Brent)118.15+0.1%
Gold1731.50-0.9%

Quelle: Thomson Reuters

Wichtige Ereignisse

08:30 Nyse Euronext Ergebnis Q4
10:00 EMS-Chemie MK zu Ergebnis 2011
10:30 ZKB MK zu Ergebnis 2011
 
08:45 FR Industrieproduktion
09:15 CH Konsumentenpreise
10:00 FR IEA Bericht Ölmarkt
10:00 IT Industrieproduktion
10:30 UK Produzentenpreise
11:00 PT Konsumentenpreise
14:30 US Handelsbilanz
15:55 US Index Konsumentenstimmung Uni Michigan
18:30 US Bernanke spricht
18:50 US Pianalto vom Cleveland Fed spricht
20:00 US Staatshaushalt

Overnight

USA: Die Einigung der griechischen Politiker auf ein Sparpaket wurde positiv aufgenommen. Damit soll der Weg für das zweite Hilfspaket der Troika freigemacht werden. Visa kletterten 3,8%; CEO Joseph Saunders richtet die Firma auf die nächste Wachstumsphase aus. United Technologies waren 2,5% fester. Am Markt wird spekuliert, der Industriekonzern erwäge den Verkauf des Pumpengeschäfts. Bankentitel reagierten uneinheitlich auf die Einigung mit den Behörden über fragwürdige Praktiken bei der Pfändung von Eigenheimen. Bank of America stiegen 0,6%, JP Morgan gaben hingegen 1,2% und Citigroup 1,7% nach. Cisco Systems sanken 2,1%; die Umsatzprognose für das dritte Quartal lag am unteren Ende der Erwartungen. Pepsico büssten 3,7% ein. Das Unternehmen will 8‘700 Stellen streichen und die Ausgaben für Marketing anheben. Groupon sanken 14%, nachdem für das vierte Quartal überraschend ein Verlust ausgewiesen wurde. Der S&P E-Mini-Future notiert 1343.50.

Asien: Die Börsen in Fernost neigten mehrheitlich zur Schwäche. Die Investoren sind beunruhigt, weil die europäischen Politiker die Hilfe für Griechenland zurückhalten. Dazu kamen enttäuschende Unternehmensresultate. In Australien sanken Rio Tinto 2,4%. Das Bergbauunternehmen wies für das zweite Halbjahr einen Verlust aus. Grund waren Abschreibungen über 8,9 Mrd. $ auf dem Aluminiumgeschäft. BHP Billiton gaben 2,2% nach. Chinas Aktienmarkt hielt sich anfänglich einigermassen. Wuhu, eine Stadt in Ostchina, will den Kauf von Wohneigentum finanziell unterstützen. Das wurde als Signal gewertet, dass einige Restriktionen im Immobiliensektor gelockert werden. Entsprechend waren Immobilienwerte fest. Poly Real Estate kletterten 4,1% und Vanke 3,8%. Gefragt waren auch Titel von Zementherstellern wie Anhui Conch (+1,6%) und Huaxin Cement (+3,7%), das zu Holcim gehört. Japans Börse wurde durch schwächere Exportwerte belastet. So sanken Nintendo 1,4% und Canon 1,2%. Nippon Yusen (+1,8%) wurden von J.P. Morgan auf „übergewichten“ hochgestuft.

Devisen: Der Euro konnte sich in Asien halten. Die Investoren rechnen damit, dass in Griechenland das Parlament das Sparpaket durchwinkt. Zum Dollar notierte die Einheitswährung 1,3272 $/€ nach 1,3285, zum Yen 102.95 Yen/€ nach 103.19. Erdöl mit Liefertermin im März stieg 1.13 $ auf 99.84 $/Fass. Der Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosengeld schürte Hoffnungen auf eine steigende Nachfrage. Gold für Lieferung April schloss 9.90 $ höher auf 1741.20 $/Unze. Die Ankündigung der EZB, die Geldpolitik locker zu behalten, wurde als Risiko für die Preisstabilität gewertet.

News Vorbörse Schweiz

Ems-Chemie: Der Umsatz der Gruppe hat sich 2011 3,9% auf 1,66 Mrd. Fr. erhöht und lag damit über den Erwartungen der Analysten. In Lokalwährungen betrug die Zunahme 16%. Auf Stufe Ebit stieg das Ergebnis 4,4% auf 294 Mio. Fr. Die Ebit-Marge konnte von 17,6 auf 17,7% ausgeweitet werden. Ein Anfang 2011 lanciertes Effizienzprogramm trägt Früchte. Der Gewinn wuchs auf 242 Mio. Fr. (+4,3%). Der Verwaltungsrat schlägt eine um 0.50 Fr. erhöhte Dividende von 7 Fr. Für das laufende Jahr erwartet Ems einen Umsatz und ein Ergebnis (Ebit) auf Vorjahreshöhe.

Credit Suisse Group: Die Grossbank liefert in diesen Tagen die ersten Kundendaten an die US-Steuerbehöre Internal Revenue Service (IRS). Das Amtshilfegesuch dazu basiert auf dem bestehenden Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA von 1996 und ging letzten Herbst ein. Betroffen seien gemäss „Tagesanzeiger“ 130 US-Kunden.

Gategroup übernimmt über ihre Tochter deSter die niederländische Helios für rund 27 Mio. Fr. Der Kauf wird durch Barmittel und bestehende Kreditlinien finanziert. Der Umsatz von Helios betrug 2011 gut 70 Mio Fr. die Ebitda-Marge übertrifft mit rund 8% jene von Gategroup. Helios ist ein Anbieter für On-Board-Produkten und -Dienstleistungen in der Luftfahrt-, Bahn- und Tourismusindustrie und soll damit die Palette von deSter und Harmony ergänzen. Der gemeinsame Umsatz der drei Unternehmen übersteigt 250 Mio. Fr.

Uster Technologies: Toyota Industries Corporation (TICO) kann in den kommenden Tagen mit Groupe Alpha den Kauf des 21,88%- Anteils an Uster Technologies vollziehen. TICO und Alpha haben die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden erhalten. TICO wird mit neu 50,34% kontrollierender Mehrheitsaktionär. Nach Vollzug des Aktienkaufvertrags will TICO das öffentliche Pflichtangebot für alle ausstehenden Aktien von Uster mit der Veröffentlichung des Angebotsprospektes um den 29. Februar starten. Der Kaufvertrag mit den von Alpha kontrollierten Anlagefonds sieht den Erwerb von 1`850`777 Uster Namensaktien zum Preis von 38 Fr. vor.

Der Papierkonzern CPH Chemie + Papier Holding beendet seine Aktivitäten im Bereich Feinchemie und schliesst per Ende Mai ihre Tochter Biouetikon in Dublin, nachdem kein Käufer für das irische Unternehmen gefunden werden konnte. Bereits mit dem Verkauf der deutschen Tochtergesellschaft CU Chemie Uetikon an Barclays Private Equity hatte CPH angekündigt, dass sie sich vollständig aus der Feinchemie zurückziehen werde. Das Unternehmen hat in der provisorischen Rechnung 2011 Rückstellungen für die strategischen Lösungen der Biouetikon vorgenommen. Die nun beschlossene Schliessung benötige weniger finanzielle Mittel als geplant.

Ratings und Kursziele

Nobel Biocare:   Jefferies reduziert das Kursziel von 13 auf 11 Fr.
CS Group:   Deutsche Bank reduziert das Kursziel von 28 auf 25 Fr.
CS Group:   BNP Paribas reduziert das Kursziel von 24.60 auf 21 Fr.
CS Group:   Nomura reduziert das Kursziel von 30 auf 28 Fr.
Flugh. Zürich:   UBS hebt das Kursziel von 410 auf 450 Fr.
Nobel Biocare:   UBS reduziert das Kursziel von 12 auf 10.80 Fr.
CS Group:   UBS hebt das Kursziel von 23.50 auf 24.50 Fr.

Charttechnik

SMI

Die am 31. Januar gestartete Aufwärtsbewegung besteht weiter. Dem aufmerksamen Investor wird es aber nicht entgangen sein, dass die Erfolgsquote des SMI diese Woche relativ gering ist. Sie beträgt aktuell +16 Punkte. Im Zusammenhang mit dem doch recht bullischen Sentiment (vgl. Stimmungsumfrage vom Montag) ist das erstaunlich wenig. Die Parameter haben sich über die vergangenen 4 Handelstage hinweg konstant verschlechtert. Es dürfte darum eine Frage von wenigen Tagen sein, bis die Diskrepanz zwischen Kognition und Kursverlauf zum Bumerang wird. Im kurzfristigen Bereich bleibt das Abwärtspotenzial wahrscheinlich aber zunächst auf den schon bestens bekannten Support bei 6130/40 beschränkt. Der wichtigste Support im Mehrtagesbereich verläuft im Bereich um 6100. Aktien-Handelsideen finden Sie, ab sofort zweimal täglich aktualisiert, im invest.ch-Rooster.

Ausblick - Höhepunkt der Schweizer Resultatesaison

Der Höhepunkt der kommenden Woche ist aus Schweizer Sicht der Donnerstag. ABB, Nestlé, Zurich FS, Givaudan, Synthes und Vontobel legen ihre Ergebnisse für 2011 vor. Am Vortag rapportieren unter anderem Clariant, International Minerals und Swisscom zum abgelaufenen Jahr.
Auf internationalem Parkett dominieren Resultate französischer und deutscher Unternehmen. Am Dienstag kommen Thyssen Krupp (Ergebnis Q1) und MAN (2011) mit Zahlen. Am Mittwoch präsentieren unter anderem BNP Paribas (Q4), Danone (2011) und PSA Peugeot Citroen (2011) Resultate. Auf grössere Beachtung dürften auch die Resultate von Axa (2011), Societe Generale (Q4) und Renault (2011) stossen, die am Donnerstag rapportieren.

Auf ökonomischer Ebene sind in Europa die Zahlen für das Bruttoinlandsprodukt in diversen Ländern der Eurozone spannend. Am Dienstag liegen die BIP-Daten für das vierte Quartal von Portugal und Griechenland vor. Am Mittwoch folgen Deutschland, Frankreich und Italien mit ihren BIP-Zahlen für das Schlussquartal 2011. Während die BIP-Daten eher den Status quo spiegeln, eröffnen die Frühindikatoren der OECD (Montag für Dezember) und der ZEW Indikator für Deutschland (Dienstag für Februar) einen Blick in die Zukunft. Investoren, die in Japan investieren, sollten sich den Montag (Publikation BIP für das vierte Quartal) und den Dienstag (Zinsentscheid der Notenbank) im Kalender anstreichen.
In den USA geben das Protokoll des Fed-Meetings vom Januar (Mittwoch) und möglicherweise die Rede des Fed-Vorsitzenden Bernanke am Donnerstag tiefere Einblicke in die Geldpolitik der US-Notenbank. Wie gut diese wirkte, zeigen unter anderem die Angaben zum Einzelhandelsumsatz (Dienstag für Januar), zur Industrieproduktion (Mittwoch für Januar) und der Frühindikator sowie die Konsumentenpreise für Januar (beide am Freitag).

OECD – Ansätze zu einer Stabilisierung oder Intermezzo?

Quelle: invest.ch / OECD

Die letzten zwei Ausgaben des FuW-Reports:

Donnerstag, 9. Februar 2012
Mittwoch, 8. Februar 2012

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Redaktion: fuw-report@invest.ch - Verlag: report@fuw.ch

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