Der Vorbörsenbericht

Der tägliche Morgenreport der «Finanz und Wirtschaft» zur Lage an den internationalen Aktienmärkten.

Stand: Donnerstag, 11. März 2010 08:36 Uhr

Finanz und Wirtschaft

Kennzahlen

SMI6873.59+0.1%
Euro Stoxx 502909.40+1.0%
Dow Jones10567.33+0.0%
Nasdaq Comp.2358.95+0.8%
Nikkei 22510664.95+1.0%
Hang-Seng21242.30+0.2%
Singapur STI2866.12+0.1%
USD/CHF1.0719+0.1%
EUR/CHF1.4607-0.1%
10J Eidg.1.900Bp
Erdoel (Brent)80.00-0.9%
Gold1107.50-1.3%

Quelle: Thomson Reuters

Wichtige Ereignisse

09:00 Geberit Bilanzmedienkonferenz 2009
10:30 Swatch Bilanzmedienkonferenz 2009
11:00 Panalpina Bilanzmedienkonferenz 2009
17:30 Flughafen Zürich Verkehrsstatistik
 
US Dudley vom NY Fed spricht
11:00 DE IfW Konjunkturprognose
11:00 EU Zahlungsbilanz
14:00 CH Geldpolitische Lagebeurteilung SNB
14:30 US Handelsbilanz
14:30 US Erstanträge Arbeitslosenhilfe
22:30 US Geldmengen

Overnight

USA: Banken und Technologietitel waren gesucht. Investoren setzen auf eine bessere Konjunktur und damit eine höhere Kreditnachfrage. Citigroup schlossen 3,7% höher, Wells Fargo legten 2% zu. Intel stiegen 1,2%, und der PHLX Halbleiter Index kletterte 2,2%.  Abbott Laboratories (+0,4%) übernimmt für knapp 500 Mio. $ Facet Biotech (+67%). Die Umsätze waren mit 9,56 Mrd. gehandelten Titeln an der Nyse durchschnittlich. Auf zwei steigende entfiel eine sinkende Aktie. Der Dow Jones Future notiert bei 10‘528 ( -37 Punkte).

Asien: Die Börsen gaben mehrheitlich nach. In China ist die Inflationsrate (Konsumpreise) im Februar mit 2,7% überraschend stark gestiegen. Die Investoren sind besorgt, Chinas Geldpolitik werde restriktiver. BHP Billiton sanken 1%, Alumina 3% und Posco, die Nummer 1 der Stahlhersteller in Korea, 1,3%. Unter Druck waren auch Bankentitel wie Industrial & Commercial Bank of China (-1,5%) und China Construction Bank (-1%). Japans Börse konnte sich im Handelsverlauf erholen. Investoren kauften Exportwerte. Sie hoffen auf einen schwächeren Yen. So stiegen beispeilsweise Sony 1,2%. Shinsei Bank sanken 3,9%. Gemäss Medienberichten soll die Bank eine Aktienemission vorbereiten. CFS Corp stiegen 6,9%. Aeon (+3,7%) will die Beteiligung an CFS erhöhen.

Devisen: Die Bedenken um Chinas Wirtschaftspolitik standen auch im Zentrum der Devisenmärkte. Der Yen war gegenüber Euro und Dollar fester. Der australische Dollar handelte schwächer. Die Beschäftigung in Australien hat im Februar weniger stark zugenommen als erwartet. Damit werden die Chancen auf eine Zinserhöhung durch die australische Notenbank im April geringer eingestuft. Rohöl für Lieferung April schloss 0,7% höher bei 82.09 $/Fass. Die Bestände in den Benzinlagern waren stärker als erwartet gesunken. Gold für Lieferung April gab kräftig nach. Es sank 1,27% auf 1‘108.10 $/Unze.

News Vorbörse Schweiz

Geberit hat im Geschäftsjahr 2009 einen 11,2%-Umsatzrückgang auf 2,18 Mrd. Fr. verzeichnet. Der operative Cash-flow (definiert als Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisation, Ebitda) sank 5,9% auf 611 Mio. Fr. Die Ebitda-Marge konnte damit von 26,4% im Vorjahr auf 28% verbessert werden. Unter dem Strich resultierten, teilweise von einmaligen Steuereffekten belastet, 397,5 (VJ 466,3) Mio. Fr. Gewinn. Mit den Zahlen hat die Sanitärtechnikgruppe die Erwartungen leicht übertroffen. Der GV wird eine Erhöhung der Dividende auf 6.40 Fr. je Aktie (VJ 5.40 Fr.) vorgeschlagen.

Panalpina: Der Logistikkonzern erzielte 2009 einen Nettoumsatz von 5,96 (VJ 8,88) Mrd. Fr., 32,9% weniger als im Vorjahr. Der Bruttogewinn sank 20,9% auf 1,38 Mrd. Fr. Der Betriebserlös auf Stufe Ebitda betrug 79,7 (240,7) Mio., auf Stufe Ebit 29,9 (193) Mio. Fr. Der Reingewinn sank 90,8% auf 10,4 Mio. Fr. Der Gewinn nach Minderheiten beläuft sich auf 8,5 Mio. Fr. Die von Panalpina vorgelegten Zahlen entsprechen den Schätzungen der Analysten. Der Generalversammlung wird vorgeschlagen, auf die Ausschüttung einer Dividende zu verzichten (VJ 1.90 Fr.).

Panalpina: Beat Walti, Hans-Peter Strodel und Chris Muntwyler werden zur Wahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen. Sie ersetzen Wilfried Rutz, Yuichi Ishimaru und Glen Pringle.

Implenia hat 2009 einen Umsatz von 2,28 Mrd. Fr. erwirtschaftet, 0,9% weniger als im Vorjahr. Der Betriebsgewinn (Ebit) stieg auf vergleichbarer Basis 21,6% auf 75,5 Mio. Fr., der Gewinn konnte um 17,7% auf 47,1 Mio. Fr. ausgeweitet werden. Per Ende Februar belief sich der Auftragsbestand des Baukonzerns auf 3,46 Mrd. Fr. Der Verwaltungsrat beantragt die Ausschüttung einer Nennwertrückzahlung von 0.70 Fr. je Aktie (VJ 0.50 Fr.).

Intershop hat 2009 einen Nettoliegenschaftsertrag von 74,2 (VJ 69,2) Mio. Fr., ein Betriebsergebnis von 82,9 (92,3) Mio. Fr. sowie einen Reingewinn von 50,6 (58,9) Mio. Fr. erzielt. Die Bilanz weist per Stichtag ein Vermögen von 1,244 Mrd. Fr. aus, die Eigenkapitalquote lag auf 41,8%. Der GV wird eine unveränderte Dividende von 20 Fr. je Aktie vorgeschlagen.

Die Berner Kantonalbank (BEKB) hat 2009 den Jahresgewinn vor Steuern 10,7% auf 155,4 (VJ 140,3) Mio. Fr. gesteigert. Die Bank hat das Ziel, über eine Zeitspanne von zehn Jahren (2003 bis 2012) einen Free-Cash-Flow im Umfang von 800 Mio. bis 1 Mrd. Fr. zu erwirtschaften. Mit nun insgesamt 912,4 Mio. Fr. liege der geschaffene Mehrwert nach sieben Jahren über dem Zielpfad, teilte die BEKB mit. Der Generalversammlung wird die Ausschüttung einer Dividende von 4.80 (VJ 4.40) Fr. pro Aktie vorgeschlagen.

Das Pharmaunternehmen Basilea hat die nochmalige Prüfung des Antibiotikums Ceftobiprol für die Zulassung in der EU beantragt.

Der Verwaltungsrat der Swatch Group hat Jean-Pierre Roth, den ehemaligen Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank, zur Wahl in das Aufsichtsgremium vorgeschlagen.

SNB: Heute wird die Schweizerische Nationalbank ihre vierteljährliche geldpolitische Lagebeurteilung vornehmen.

Ratings und Kursziele

VZ Hold.:   UBS hebt das Kursziel von 95 auf 98 Fr. an
Ascom:   UBS hebt das Kursziel von 15 auf 16.50 Fr. an.

Charttechnik SMI

Für die zu Wochenbeginn ausgebildete Dreiecks-Struktur lässt sich der Bereich bei 6910 als mutmassliches Bewegungsziel errechnen. Die dem Dreieck nachfolgende und eben angelaufene Bewegung hat das Potenzial, den ganzen im Stunden-Chart sichtbaren Aufwärtstrend zu terminieren. Seit Freitagmorgen hat sich eine doppelte (negative) Divergenz ausgebildet. Der Markt ist zu weiten Teilen gesättigt.

Vom SMI erwarten wir heute zu Handelsbeginn eine gehaltene Entwicklung. Anfangsschwächen unter 6850/60 dürften ausbleiben. Typischer wäre, wenn sich der SMI gleich Richtung 6910 davonmacht.

Grafik: Stunden-Chart der vergangenen 45 Tage

Ausblick - US-Handelsbilanz als Konjunkturbarometer

Die Zahlen zur US-Handelsbilanz für Januar taugen nicht als Kauf- oder Verkaufsargument für den Dollar. Der Greenback steigt und fällt zurzeit damit, ob europäische Staaten glaubwürdige Lösungen für ihre Finanzprobleme präsentieren können. Trotzdem sind die Angaben nützlich. Sie geben einerseits einen Einblick in die Verfassung der US-Wirtschaft. Andererseits zeigen sie, wie es um die Nachfrage in den US-Exportmärkten steht. Im Dezember hatte das Handelsbilanzdefizit (Güter und Dienstleistungen) 40,2 Mrd. $ betragen, nach 36,4 Mrd. im Vormonat. Die Exporte waren gegenüber November um 4,6 Mrd. auf 142,7 Mrd. geklettert. Die Importe nahmen um 8,4 Mrd. auf 182,9 Mrd. $ zu. Insgesamt ergibt dies das Bild einer sich belebenden Konjunktur. Die Details zeigen jedoch, dass die Impulse für die US-Exportindustrie ungleich verteilt sind.

Die Güterausfuhren in die EU nahmen im Dezember gegenüber November nur gerade 278 Mio. auf 19 Mrd. $ zu. Die Ausfuhren nach China stiegen hingegen um gut 2 Mrd. $. Wie bedeutend Chinas Konjunktur für die US-Exportwirtschaft ist, zeigt die Grafik. Die gesamten Ausfuhren nach China sind nicht mehr viel kleiner als die kumulierten Exporte nach Grossbritannien, Frankreich und Deutschland. Zeigen sich diese Trends auch in den Januar-Daten, werden zwei Dinge klar. Erstens: In Europas Binnenkonjunktur läuft weiterhin wenig. Zweitens: Die geldpolitischen Bremsmanöver Chinas sind ein langfristiges Risiko für den Dollar. Schwächen sich die US-Exporte nach China markant ab, kann sich die US-Handelsbilanz deutlich verschlechtern. In diesem Fall wird das Zwillingsdefizit – Handelsbilanz und Budget - wieder zum Marktgespräch.

USA – Aussenhandelsimpulse vor allem aus China

Die letzten zwei Ausgaben des FuW-Reports:

Mittwoch, 10. März 2010
Dienstag, 9. März 2010

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