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Singapur könnte die Schweiz als Steueroase ersetzen
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Für Steuerflüchtlinge brechen harte Zeiten an. Denn Zufluchtsorte für ihre Gelder zu finden wird immer schwieriger. Seit Jahren investieren die USA und andere Nationen verstärkt in den Kampf gegen die Steuerflucht und zwingen Steueroasen dazu, internationale Steuer- und Geldwäschereiabkommen einzuhalten.
Aufgrund dieser Entwicklung haben laut einem Bericht des «Wall Street Journals» (WSJ) mehrere Kleinstaaten an Glanz verloren. Zu den inzwischen unattraktiven Steuerparadiesen würden Panama, die Karibikinsel Antigua und Barbuda sowie Nauru und Vanuatu im Südpazifik zählen, sagt David Marchant, Herausgeber der Nachrichtenzeitung «Offshore Alert», gegenüber dem «Wall Street Journal». Die «Offshore Alert» beschäftigt sich seit Jahren mit den Treibern von Steuerparadiesen.
Die Sprache der Investoren
Während die einen Steueroasen verglühen, blühen andere auf – wenn auch nur wenige. Denn nicht jeder abgelegen Finanzplatz eignet sich als Steuerparadies. Laut Lee Sheppard, Rechtsanwalt und Autor beim Fachblatt «Tax Notes», müsse ein Land dafür ein zuverlässiges Rechtssystem haben. Dazu müsse es gut für Investoren erreichbar sein und Ansprechpartner bieten, die die Sprache der Steuerflüchtlinge sprechen würden. «Die Leute wollen ihr Geld besuchen und das Gefühl bekommen, dass es sicher angelegt ist», sagt er gegenüber dem WSJ.
Ein Land, welches diese Kriterien erfüllt, ist Singapur. Für Sheppard und andere Experten wäre das asiatische Land eine gute Alternative für die Schweiz. Hauptsächlich bei Asiaten könnte Singapur künftig für Geldeinlagen noch beliebter werden. Denn mit Singapur tauschen die USA keine Steuerinformationen aus.
Fast keine Alternativen für Amerikaner
Während Steuerflüchtlinge ausserhalb der USA nach Alternativen suchen können, bleiben den amerikanischen Steuerzahlern nur wenige Chancen, ihrer Pflicht zu entkommen. Inzwischen hat der US-Kongress harte Strafen für diejenigen verhängt, die ausländische Einlagen vor den Behörden verstecken. Die Möglichkeiten, sein Geld steuerfrei anzulegen, schwinden. Dies, so sagt die New Yorker Rechtsanwältin Barbara Kaplan gegenüber WSJ, habe viele ihrer Klienten dazu bewogen, sich widerwillig den Finanzämtern zu stellen.
Wie lange das so bleibt, bleibt offen: Denn kürzlich habe sie, sagt Kaplan, eine Werbung einer Schweizer Bank gesehen, die Amerikaner anspricht, die ihr Geld nach dem «Schweizer Ansatz von Sicherheit und Diversifizierung» anzulegen wünschen. (wid)
Erstellt: 06.04.2012, 16:31 Uhr
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