Neuer Generalstreik legt Griechenland weitgehend lahm
In der Hauptstadt Athen fuhren weder Busse noch U-Bahnen, öffentliche Einrichtungen waren geschlossen.
Auch die Fähren zu den Inseln blieben in den Häfen, der Flugverkehr verlief jedoch störungsfrei. Angesichts angekündigter Kundgebungen waren im Zentrum Athens Polizisten in grosser Zahl postiert. Auch in anderen Städten des Landes, etwa in Thessaloniki, waren Protestmärsche geplant.
Zu dem Streik gegen neue Sparpläne der Regierung, der auch am Samstag fortgesetzt werden soll, hatten die wichtigsten Gewerkschaften des Landes aufgerufen. Zuletzt hatte in Griechenland am Dienstag ein eintägiger Generalstreik stattgefunden.
Griechenlands Regierung einigte sich am Donnerstag auf weitere Sparmassnahmen im Gegenzug für internationale Finanzhilfen im Umfang von 130 Milliarden Euro. Die Finanzminister der Eurozone gaben die Unterstützungszahlungen am Abend jedoch nicht umgehend frei und forderten weitere Anstrengungen.
«Nehmen 'Troika' fest»
Die Nerven in Griechenland liegen blank. Das zeigt sich auch an einer Reaktion des Vorstands der Gewerkschaft der Polizisten des Landes (POESY). Er droht mit der Festnahme der Kontrolleure der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB).
Nach Ansicht der Gewerkschaft versucht die «Troika», mit den harten Sparmassnahmen die demokratische Ordnung umzuwerfen. Zudem versuche sie, die «nationale Souveränität» zu verletzen und vom griechischen Volk wichtige Güter zu rauben.
«Wir warnen Sie, dass wir die sofortige Ausgabe von Haftbefehlen fordern werden», hiess es am Freitag unter anderem in einer schriftlichen Erklärung, die an die Troika-Vertreter geschickt wurde. Zudem wurde am Freitag ein Flugblatt verteilt, auf dem «Wanted» stand und das für die Festnahme der «Troikaner» einen Euro als Belohnung in Aussicht stellte.
Erstellt: 10.02.2012, 12:08 Uhr
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