Eurogruppe prüft nach Spar-Einigung in Athen Auszahlung von Hilfen
Bei dem Treffen der Finanzminister der Euroländer ging es darum, ob Griechenland in Aussicht gestellte Notkredite in Höhe von 130 Milliarden Euro freigegeben werden.
IWF-Chefin Christine Lagarde nannte die Einigung von Athen bei ihrem Eintreffen in Brüssel «sehr ermutigend». Der Vorsitzende der Eurogruppe, der luxemburgische Regierungschef Jean-Claude Juncker, sprach von zu vielen offenen Punkten, die geklärt werden müssten.
Dagegen forderte der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos seine Kollegen auf, die von seiner Regierung erzielte Einigung abzusegnen.
Er gab zugleich bekannt, dass in den Verhandlungen über einen Schuldenschnitt für sein Land die Banken einer Vereinbarung zugestimmt hätten. Es gebe eine Einigung mit den privaten Gläubigern über die «grundsätzlichen Parameter» eines solchen Forderungsverzichts. Durch den Schuldenschnitt sollen 100 Milliarden Euro vom griechischen Schuldenberg abgetragen werden.
Zudem wird darüber diskutiert, dass auch institutionelle Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten sollen. Zu ihnen gehört die Europäische Zentralbank (EZB). Deren Chef Mario Draghi schloss allerdings am Abend erneut Abschreibungen auf ihr Portfolio griechischer Staatsanleihen aus.
Griechenland droht ohne weitere Notkredite am 20. März die Pleite, wenn das Land Altschulden in Höhe von 14,5 Milliarden Euro tilgen muss.
Die neuen Einschnitte stossen auf massiven Widerstand bei den griechischen Gewerkschaften. Ab Freitag soll es einen zweitägigen Generalstreik geben.
Schlechte Nachrichten kamen vom griechischen Arbeitsmarkt. Nach Angaben der Statistikbehörde stieg die Zahl der Arbeitslosen im November auf knapp 1,03 Millionen Menschen; das sind 164'000 mehr als im Vormonat. Das entspricht einer Quote von mehr als 20 Prozent.
Erstellt: 09.02.2012, 18:56 Uhr
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