Wirtschaft

Die drei Leitzinssätze der EZB

Aktualisiert am 05.07.2012

Frankfurt Die Europäische Zentralbank (EZB) setzt den Leitzins für die Euro-Zone fest.

Den Notenbankern stehen jedoch zur Kontrolle der Inflation nicht nur einer, sondern drei Zinssätze zur Verfügung, über die sie jeden Monat beraten.

Änderungen müssen nicht unbedingt alle drei Leitzinsen umfassen, sondern können durchaus auch nur einen oder zwei Zinssätze betreffen.

LEITZINS:

Der Leitzins oder Hauptrefinanzierungszinssatz steht normalerweise im Mittelpunkt des Interesses, wenn Medien über die Zinsentscheidungen der EZB berichten. Er legt den Mindestzins fest, den Geschäftsbanken der EZB für einen Kredit mit einwöchiger Laufzeit im Rahmen der sogenannten Tenderauktionen bieten müssen. Der Leitzins ist also vereinfacht ausgedrückt der Preis des Geldes, den die Geschäftsbanken zahlen müssen. Sinkt er, wird die Refinanzierung für die Banken billiger, es sinken allerdings auch die Zinsen, die diese ihren Kunden gutschreiben. Umgekehrt sinken auch die Kreditzinsen, die etwa Bauherren für ihre Hypothek berappen müssen. Änderungen wirken sich in der Regel direkt auf die Zinsen am Geld- und am Kapitalmarkt aus.

SPITZENREFINANZIERUNGSFAZILITÄT:

Teurer wird es für die Banken, wenn sie ganz kurzfristig Geld brauchen. Dafür bietet die EZB die sogenannte Spitzenrefinanzierungsfazilität an. Diese Kredite haben eine Laufzeit von einem Tag. Der Zins, den Banken für das über Nacht geliehene Geld zu zahlen haben, ist der Spitzenrefinanzierungssatz. Er liegt in der Regel rund einen Prozentpunkt über dem Hauptrefinanzierungssatz. Er wird deshalb in der Regel nur von Banken in Anspruch genommen, die ein Problem haben - in Krisenzeiten können dies recht viele werden. Sinkt der Spitzenrefinanzierungssatz, wird es für diese Banken im Falle einer Zinssenkung billiger, sich bei der EZB mit Liquidität einzudecken.

Einlagefazilität

Die Einlagefazilität ist das Gegenstück zur Spitzenrefinanzierungsfazilität. Sie gibt Banken die Möglichkeit, einen Überschuss an flüssigen Mitteln bis zum nächsten Geschäftstag bei der Zentralbank zu parken. Die Verzinsung gibt der Einlagefazilitätssatz an. Aktuell liegt viel Geld in der Einlagefazilität der EZB - rund 800 Milliarden Euro. Grund dafür ist zum einen die enorme Summe an Überschussliquidität, die nach den jüngsten rund eine Billion Euro schweren Geldspritzen der EZB im Markt ist. Zum anderen ist das Misstrauen zwischen den Banken so gross, dass diese die Sicherheit bei der EZB bevorzugen und lieber Geld zum Minizins bei der Notenbank anlegen. Mit einer Senkung des Einlagezinssatzes macht es die EZB für die Banken unattraktiver, Geld bei ihr zu parken.

Erstellt: 05.07.2012, 14:46 Uhr

Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre

Verzeichnis- & Serviceportal

Marktplatz

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen

Umfrage

Eine volle Rente soll nur noch erhalten, wer zu 80 Prozent invalid ist. Sind Sie mit dem Entscheid des Ständerats einverstanden?




Jetzt wechseln und sparen

Finden Sie in nur fünf einfachen Schritten die optimale Fahrzeugversicherung.

Fernstudentin an der FFHS

Award für beeindruckende Weiterbildungsbiografie

Genusswelt

Entdecken Sie Weine, Spirituosen, Zigarren und vieles mehr!

Alles für Abonnenten und Abonnentinnen

Laden Sie sich Ihr ePaper auf Ihren Computer und blättern Sie gratis und ab 5 Uhr früh in Ihrem "Bund".

Abopreise vergleichen

Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.

DIE AGENDA

Informieren Sie sich über aktuelle Kulturveranstaltungen in der Stadt und Umgebung.