Wirtschaft

Credit Suisse im Schlussquartal mit 637 Millionen Fr. Verlust Jahresgewinn halbiert - 2011 von Quartal zu Quartal schwächer

Aktualisiert am 09.02.2012

In einem Umfeld anhaltender Finanzmarktprobleme sind die Geschäfte der Credit Suisse (CS) im Lauf des Jahres 2011 von Quartal zu Quartal immer mehr erlahmt.

Zwischen Oktober und Dezember erlitt die zweitgrösste Schweizer Bank einen Verlust von 637 Millionen Franken.

Die Kosten für den Konzernumbau mit der Streichung von rund 3500 Stellen, der Rückzug aus Geschäftsfeldern und der Abbau von Risikopapieren kostete die Bank fast eine Milliarde Franken, wie am Donnerstag bekannt wurde. Allerdings läuft auch das Kerngeschäft schlecht.

Das Investmentbanking bescherte der Bank im vierten Quartal einen Verlust vor Steuern von 1,31 Milliarden Franken. Im Vorjahr war die Sparte mit 558 Millionen Fr. Gewinn noch profitabel gewesen.

Die Vermögensverwaltung für reiche Kunden, das Private Banking, brachte im vierten Quartal 467 Millionen Fr. Vorsteuergewinn, etwa die Hälfte des Ergebnisses vom Vorjahr. Der Vermögensverwaltung gelang es aber, über das Jahr hinweg unter dem Strich 44,5 Milliarden Fr. Neugelder anzuziehen.

Dividende gekürzt

Nicht nur ist das Geschäft der CS im Laufe des Jahres von Quartal zu Quartal schlechter gelaufen, der Abschluss liegt weit unter den Erwartungen der Analysten. Für das Gesamtjahr 2011 meldet die Bank einen Gewinn von 1,95 Milliarden Fr., weniger als die Hälfte der 5,1 Milliarden Fr. von 2010. Die Aktionäre erhalten 0,75 Fr. Dividende, nach 1,30 Fr. im Vorjahr.

Zu spüren bekommen das schlechte Ergebnis auch die Mitarbeiter: Wie die CS ebenfalls am Donnerstag bekanntgab, wird der Topf für variable Vergütungen um 41 Prozent geringer gefüllt sein als im Vorjahr. CS-Chef Brady Dougan bezeichnete die Ergebnisse der Bank in einer Mitteilung als «enttäuschend».

Auch die Zukunft birgt Unsicherheiten: Die CS gehört zu 11 Schweizer Banken, die derzeit im wieder eskalierenden Steuerkonflikt mit den USA im Visier der amerikanischen Behörden stehen. Für eine mögliche Strafzahlung an die US-Behörden hat die CS im dritten Quartal 295 Millionen Fr. zurückgelegt.

Erstellt: 09.02.2012, 07:06 Uhr

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