Wirtschaft

Allianz verliert im umkämpften Markt für Autoversicherungen

Aktualisiert am 03.03.2011

München Auf dem hart umkämpften Markt für Autoversicherungen hat der grösste deutsche Versicherer Allianz viele Kunden verloren.

Die Zahl der Policen sei im vergangenen Jahr um 300'000 auf 8,1 Millionen zurückgegangen, teilte die Allianz Deutschland am Donnerstag mit.

Durch Zuwächse besonders im Geschäft mit Lebensversicherungen legte der Umsatz im Konzern im Gesamtjahr aber um 2,8 Prozent auf 28,5 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis stieg um 22,4 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro.

In der Schaden- und Unfallversicherung verringerten sich die Beitragseinnahmen vor allem durch die Einbussen im Kraftfahrzeuggeschäft um 2,4 Prozent auf 9 Milliarden Euro. Belastet wurde die Sparte daneben auch durch deutlich mehr Wetterschäden.

«Bei uns haben im wesentlichen der Orkan Xynthia, die Pfingstunwetter und Tornados, die Stürme im Juli und das Sturmtief Viola gewirkt», sagte Vorstandschef Markus Riess. Mit 5,4 Milliarden Euro musste die Allianz 3,8 Prozent mehr für Versicherungsfälle aufwenden als im Jahr zuvor.

Im laufenden Jahr rechnet die Allianz Deutschland mit einem Gewinnplus, sofern grössere Naturkatastrophen ausbleiben. Hoffnungen setzt der Konzern unter anderem in die private Krankenversicherung, da dort die bisherige Wartezeit von drei Jahren für gesetzlich Versicherte wegfällt, die die notwendige Verdienstgrenze erreicht haben. «Das ist eine Chance für den Verkauf von Vollversicherungen, die wir schrittweise nutzen können», sagte Riess.

Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zu einheitlichen Versicherungstarifen für Männer und Frauen wird sich nach Einschätzung der Allianz in diesem Jahr noch nicht auswirken. «Nach erster Analyse hat das Urteil auf bereits bestehende Verträge keine Auswirkungen», sagte Riess. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte in seiner Entscheidung am Dienstag offen gelassen, ob die neuen Unisex-Tarife auch für Altverträge gelten sollten.

Erstellt: 03.03.2011, 15:44 Uhr

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