Wahlen 2011
Basel-Stadt: Neue Mitte hat Chancen
Die Schweiz wählt
National- und Ständeratswahlen vom
23. Oktober 2011: Alles zu den Top-Themen im Wahlkampf, Parteien und Kandidaten. Welcher Politiker passt am besten zu Ihnen? Nutzen Sie die Wahlhilfe im Dossier.
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Gebildet wird die neue Mitte von CVP, GLP, EVP und der erst kurz vor Eingabeschluss gegründeten BDP. Mit seiner Listenverbindung hat dieses Wahlbündnis durchaus Chancen auf einen Sitz. Die besten Karten in dieser Allianz hat CVP-Parteipräsident Markus Lehmann. Der 56-jährige Versicherungsbroker und ehemalige Handball-Nationalspieler arbeitet schon lange an der Fortsetzung seiner politischen Karriere in Bern und kommt nun als amtierender Grossratspräsident im Wahljahr zu zusätzlicher Popularität. Seine Partei hat ihren einzigen Basler Nationalratssitz 1995 verloren.
Optimismus versprühen auch die Grünliberalen. Ihr Spitzenkandidat ist der 41-jährige Soziologe und Politologe David Wüest-Rudin, der dem Grossen Rat angehört. Dort hat es die GLP 2008 auf Anhieb auf einen Wähleranteil von 5,1 Prozent gebracht. Einen Sitz abluchsen möchte die Mitte-Koalition nach eigenem Bekunden in erster Linie dem rot-grünen Lager. Zittern muss dort vorab Anita Lachenmeier von den Grünen. Die 51-Jährige hatte vor vier Jahren auf Kosten der SP ein Restmandat erobert.
Gefahr für Bisherigen Malama
Fest im Sattel Sitzen dürften dagegen die beiden SP-Deputierten: Die 57-jährige Silvia Schenker hat schon zwei Amtsperioden in Bern hinter sich. Der 46-jährige Beat Jans gehört als Nachfolger Rudolf Rechsteiners der grossen Kammer erst seit Ende Mai an, hat sich als Umweltpolitiker jedoch auch schon national Gehör verschafft.
Gefahr droht vom Mitte-Bündnis auch dem freisinnigen Peter Malama. Der 50-jährige Gewerbedirektor ist seit 2007 Nationalrat und trat national bisher namentlich als Sicherheitspolitiker, AKW-Gegner und Bundesratskandidat in Erscheinung.
Regierungsrat Eymann will nach Bern zurück
Ernsthafte Konkurrenz erwächst Malama auch aus dem eigenen Lager. Von der LDP, die im Stadtkanton weiterhin eigenständig, mit der FDP jedoch eine Listenverbindung eingegangen ist, kandidiert auch der 60-jährige Regierungsrat Christoph Eymann. Er war schon von 1991 bis 2001 im Nationalrat und möchte künftig gleichzeitig in der Regierung und im Bundeshaus politisieren.
Die SVP als stärkste bürgerliche Kraft tritt mit Sebastian Frehner als Bisherigem im Alleingang an. Der 37-jährige Parteipräsident rückte im November 2010 für Jean Henri Dunant nach und kandidiert nun zusätzlich auch für den Ständerat.
Ständerat: Fetz ist gesetzt
Frehners Chancen für die kleine Kammer sind indes gering - zu stark ist die Position von SP-Ständerätin Anita Fetz. Die 54-Jährige, die 2003 vom National- in den Ständerat wechselte, schaffte schon 2007 die Wiederwahl trotz eines anerkannten bürgerlichen Gegenkandidaten problemlos bereits im ersten Wahlgang.
Dieses Jahr wollten CVP, FDP, LDP und SVP, die 2007 für den Nationalrat noch eine Listenverbindung eingegangen waren, den seit 1967 von der SP gehaltenen einzigen Basler Ständerratssitz mit Sebastian Frehner zurückerobern. Die bürgerliche Allianz bröckelte aber rasch, und die gemeinsame Kandidatur wurde zur Makulatur. Darauf schickte die FDP mit Parteipräsident Daniel Stolz einen eigenen Kandidaten ins Rennen. Der 42-jährige Grossrat tritt nun wie Frehner für beide Kammern an. (sda)
Erstellt: 07.10.2011, 15:47 Uhr
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