Wahlen 2011
Zürich: Verschiebungen in der Mitte
Die Schweiz wählt
National- und Ständeratswahlen vom
23. Oktober 2011: Alles zu den Top-Themen im Wahlkampf, Parteien und Kandidaten. Welcher Politiker passt am besten zu Ihnen? Nutzen Sie die Wahlhilfe im Dossier.
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Will man der Prognose von Peter Moser vom kantonalen statistischen Amtes glauben, wird es 2011 nicht zu einer ähnlich grossen Umwälzung kommen wie 2007. Damals musste die SP gleich drei Sitze an die Grünliberalen abgeben.
Die verbliebenen 7 Sitze der SP sind in der Listenverbindung mit den Grünen gut abgesichert. Auch für die SVP, mit 12 Mandaten grösste Partei, geht es um Konsolidierung. Dies dürfte ihr dank der Listenverbindung mit der EDU gelingen, auch wenn sie wie bei den Kantonsratswahlen im Frühjahr ihren Wähleranteil nicht halten kann. Dagegen wird es für die kleine EDU im Verbund mit der übermächtigen SVP schwierig, den 2007 verlorenen Sitz zurückzuerobern. Grösste Verliererin der Kantonsratswahlen im April war die FDP. Dennoch dürfte sie ihre vier Sitze verteidigen können, selbst wenn der Wähleranteil noch etwas sinken sollte. Nicht im Trockenen haben die Grünen ihre vier Mandate. Einen Sitzgewinn konnten sie vor vier Jahren nur mit Glück erzielen.
CVP drohen Sitzverluste
Sitzverschiebungen zeichnen sich im Verbund von CVP, GLP, EVP und BDP ab. Schwierig wird es für die CVP, die bei den Kantonsratswahlen massiv Wähler an die Grünliberalen verloren hat. 2007 schaffte die CVP knapp einen dritten Sitz. Dieser wird wohl wieder verloren gehen, und auch der zweite ist akut gefährdet. Damit wäre die CVP auf Augenhöhe mit der EVP, die dank treuer Wählerschaft gute Chancen hat, ihr einziges Mandat zu behalten. Nach ihrem Erfolg bei den kantonalen Wahlen darf sich auch die erstmals antretende BDP berechtigte Hoffnungen auf einen Sitzgewinn machen. Fraglich ist, ob der Aufschwung der Grünlibralen, die im Frühjahr vom Fukushima-Effekt profitiert haben, weiter anhalten wird.
Ständerat: Die Geschichte spricht für Wiederwahl
Bei den Ständeratswahlen treten Felix Gutzwiller (FDP) und Verena Diener (Grünliberale) als Favoriten an. Einiges deutet darauf, dass die beiden Bisherigen das Rennen um die beiden Sitze in der kleinen Kammer erneut für sich entscheiden können. Für eine Wiederwahl spricht die Geschichte: In den vergangenen 50 Jahren ist kein einziger Zürcher Ständerat abgewählt worden. Vor vier Jahren schaffte Gutzwiller den Einzug in den Ständerat im ersten Wahlgang, allerdings nur ganz knapp. Im zweiten Wahlgang setzte sich Diener gegen den damaligen Präsidenten der SVP Schweiz und heutigen Bundesrat Ueli Maurer durch. Ein zweiter Wahlgang ist auch diesmal wahrscheinlich. Härtester Konkurrent für die Bisherigen ist Christoph Blocher. Der ehemalige Bundesrat und SVP-Vordenker findet jedoch ausserhalb seiner eigenen Partei wenig Unterstützung. Selbst die FDP, die sich früher immer für die ungeteilte bürgerliche Standesstimme stark machte, will ihn nicht im Ständerat.
Ingesamt treten neun Kandidierende zu den Ständeratswahlen an. SP und Grüne rechnen - wie auch CVP und EVP - nicht damit, dass ihre Kandidaturen von Erfolg gekrönt sein werden. Für sie geht es vor allem darum, die Ständeratswahl als Plattform für die Nationalratswahlen zu nutzen. (sda)
Erstellt: 07.10.2011, 15:48 Uhr
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