Wahlen 2011
Kalte Dusche für Doris
Von Hubert Mooser. Aktualisiert am 25.10.2011 29 Kommentare
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Damit hat im Kanton Aargau niemand gerechnet: Die CVP bringt bloss noch einen von drei Sitzen ins Trockene, jenen von Ruth Humbel. Esther Egger-Wyss wird dagegen abgewählt. Stattdessen gewinnt die BDP aus dem Stand ein Mandat. Eine bittere Niederlage für die CVP und gleichzeitig auch eine kalte Dusche für Doris Leuthard. Mit ihr hatten die Aargauer CVPler 1999 so etwas wie einen zweiten Frühling erlebt.
Die damals 36-jährige Politikerin aus dem tiefkatholischen Freiamt schaffte beim ersten Versuch mit dem besten Stimmenresultat aller Kandidaten den Sprung in den Nationalrat. Beobachter schrieben diesen Erfolg hauptsächlich ihrer Wahlwerbung zu. Die Partei hatte 20'000 Beutel mit der Aufschrift «Duschbad - erfrischender Aargau» und dem Bild von Leuthard verteilen lassen. Die «Aargauer Zeitung» kreiierte daraus den Spruch «Duschen mit Doris» – und machte so aus Leuthard die volksnahe Doris. Von ihrem Erfolg profitierte in den drauffolgenden Jahren die ganze Partei. Sie errang mit ihrer Stimmenzahl allein anderthalb Sitze für die Aargauer CVP.
Hatte die CVP Aargau bloss Proporzpech?
Der Leuthard-Effekt scheint jetzt verpufft - auch wenn Leuthard selber weiterhin das populärste und beliebteste Bundesratsmitglied ist. Am Sonntag erreichte die CVP Aargau noch mickrige 10 Prozent Wähleranteil. Der Partei droht der Fall in die Bedeutungslosigkeit, wie etwa auch der FDP im Kanton Bern. Der nationale CVP-Wahlkampfleiter Gerhard Pfister versucht die Niederlage im Aargau auch gar nicht erst schönzureden: «Der dritte Sitz war immer kritisch, dass es zwei Verluste gab, ist sehr gravierend», sagt er. Pfister spricht von Proporzpech. «Alles weitere muss mit der Kantonalpartei geklärt werden.» Für den 3. November ist mit den Kandidaten ein Treffen vorgesehen.
CVP-Informationschefin Marianne Binder, die im Aargau selber auch für den Nationalrat kandidierte, glaubt ausserdem, dass die Stimmen von Nationalrat Markus Zemp der Partei fehlten. Zemp war 2006 für Leuthard nachgerutscht und verteidigte den 3. CVP Sitz 2007 dank einer Verbindung mit der Liste von SVP-Dissident Ulrich Siegrist erfolgreich. Vergangenen Sommer warf Zemp jedoch völlig überraschend das Handtuch. «Er hätte der Partei 10'000 bis 15'000 Stimmen gebracht», glaubt Binder. Und: «Der Bisherigen-Bonus hätte zweifellos auch geholfen.»
Widmer-Schlumpf- statt Leuthard-Effekt?
Dies erklärt die Niederlage im Aargau nur ein Stück weit. Könnte es sein, dass diesmal statt des Leuthard-Effekts der Widmer-Schlumpf-Effekt zum Tragen kam? Denn dass die BDP im Aargau einen Sitz auf Kosten der CVP macht, damit hat im Landkanton eigentlich niemand gerechnet. Es könnte ein Fehler der CVP-Spitze um Christophe Darbellay gewesen sein, landauf und landab die Meriten von Eveline Widmer-Schlumpf hervorzustreichen und ein Bekenntnis zu ihrer Wiederwahl abzulegen. Das hat zweifelsohne auch potentielle CVP-Wähler im Aargau in die Arme der BDP getrieben.
Der Aargauer CVP fehlt aber auch eine Wahllokomotive, wie sie Doris Leuthard einst darstellte. Zwar gelten Ruth Humbel und die jetzt abgewählte Esther Egger-Wyss als sattelfest in ihren Dossiers. Sie waren in den vergangenen vier Jahren in Bern jedoch sehr diskret und fielen kaum auf. Man weiss in der Öffentlichkeit auch nicht genau, für was die beiden CVP-Frauen stehen. Beim Atomausstieg markierten sie wie der Rest der Kantonalpartei Unentschlossenheit. Wohl weil man der Meinung war, im Aargau liessen sich mit dem Thema Atomausstieg keine Wahlen gewinnen. Dass dies nicht so ist, haben SP, Grünliberale und BDP am Sonntag definitiv widerlegt. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 24.10.2011, 17:02 Uhr
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29 Kommentare
Selber schuld. Darbellay betont auch immer wieder, wie fähig Wiedmer-Schlumpf wäre und sie unbedingt wiedergewählt werden soll. Obwohl die Bündnerin bis jetzt nichts geleistet hat. Mit solchen Sprüchen und intreganten Vorgehen wird man halt abgestraft, denn Darbellays Lügen- und Possen-Spiel akzeptiert das Volk eben nicht. Antworten
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