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Bilder des Seemanövers: «... dann würde Nordkorea vernichtet»
«Nordkorea wird sich hüten, militärisch gegen das Seemanöver vorzugehen»: Albert A. Stahel.
Zur Person
Albert A. Stahel ist Leiter des Institutes für Strategische Studien in Wädenswil und Dozent an der Universität Zürich.
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Trotz Drohungen aus Pyongyang setzen die USA und Südkorea ihr gemeinsames Manöver im Japanischen Meer fort. Was ist der Sinn dieser Übung?
Es geht um Abschreckung gegenüber Nordkorea und die Demonstration von Entschlossenheit der amerikanisch-südkoreanischen Allianz. Damit zeigen die USA klar, dass sie auf der Seite von Südkorea stehen. Seit das südkoreanische Kriegsschiff «Cheonan» von Nordkorea versenkt worden ist, ist die Situation auf der koreanischen Halbinsel angespannt. Die Amerikaner haben die Südkoreaner angehalten, auf Gegenmassnahmen zu verzichten. Das gemeinsame Seemanöver von USA und Südkorea ist nun eine sanfte Variante einer Reaktion auf die Aggression von Nordkorea.
20 Kriegsschiffe, 200 Flugzeuge, 8000 Soldaten: Ist das ein grosses Manöver?
Es ist ein mittelgrosses Manöver. Aus Sicht der USA genügt es, um ihre militärische Stärke zu demonstrieren und eine abschreckende Wirkung auf Nordkorea zu erzielen. Und die Amerikaner haben Steigerungspotenzial: Sie können in kurzer Zeit im Pazifik noch mehr Kriegsschiffe mobilisieren.
Wie läuft ein solches Seemanöver ab?
Da werden verschiedene Übungen durchgespielt: Kriegsschiffe jagen U-Boote, Flugzeuge attackieren Kriegsschiffe, U-Boote jagen Kriegsschiffe. Amerikanisch-südkoreanische Seemanöver finden relativ selten statt. Deutlich häufiger sind gemeinsame Übungen mit Land- und Luftstreitkräften.
Nordkorea reagierte erbost. Gemäss eigenen Angaben will es das Seemanöver mit «nuklearer Abschreckung» erwidern. Ist das mehr als Kriegsrhetorik?
Nordkorea wird nichts unternehmen. Das ist reine Rhetorik. Eine Rhetorik, um gegenüber aussen militärische Stärke zu demonstrieren und gegenüber innen den militärischen Apparat zu legitimieren. Nordkorea wird sich hüten, militärisch gegen das Seemanöver vorzugehen. Dann würde es vernichtet. Das ist eine Existenzfrage.
Ist eine militärische Auseinandersetzung ausgeschlossen?
Ja. Ausser es passiert etwas an der Demarkationslinie zwischen Nord- und Südkorea, zum Beispiel ein Artilleriebeschuss von Seoul durch die nordkoreanische Artillerie. Das ist aber gar nicht wahrscheinlich.
Welche Szenarien sind für die koreanische Halbinsel in naher Zukunft zu erwarten?
Eine wichtige Rolle spielt China. Im Moment hält sich China zurück und wartet ab, bis der nordkoreanische Diktator Kim Jong-il stirbt. Dessen Tod ist eine Frage der Zeit. Falls das Regime zerfallen sollte, muss man davon ausgehen, dass China aktiv wird.
Was heisst das?
Die chinesische Armee würde in Nordkorea einmarschieren und Teile des Landes besetzen. Vor allem würde sie alles daran setzen, die Kontrolle über die Nuklearwaffen zu übernehmen. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.07.2010, 15:01 Uhr

