Was Lara Gut von Didier Cuche lernen kann
Von Martin Born, St. Moritz. Aktualisiert am 30.01.2012 6 Kommentare
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Die Ski laufen lassen. Eine freche Linie fahren – und doch loslassen. Angreifen, nichts verschenken – und doch locker bleiben. Wer wie Lindsey Vonn oder Didier Cuche auf einer Wolke schwebt, muss nicht nachdenken, damit er (oder sie) schnell ist. Auch Lara Gut machte automatisch alles richtig, als sie sich vor etwas mehr als drei Jahren aufmachte, die Skiwelt zu erobern und noch vor ihrem 18. Geburtstag ihr erstes Weltcuprennen und zwei WM-Silbermedaillen gewann.
«Wann's laaft, dann laaft's», sagte einst Rudi Nierlich, als er nach Gründen für seine WM-Siege in Vail 1989 gefragt wurde. Seither wird er immer wieder zitiert. Lara Gut weiss seit diesem Winter allerdings: Wenns nicht läuft, dann läufts nicht. In St. Moritz, dort, wo sie im Februar 2008 in der Abfahrt über die Ziellinie gestürzt und doch noch Dritte geworden war, dort, wo sie im Dezember des gleichen Jahres mit dem Super-G ihr erstes Weltcuprennen gewonnen hatte, erlebte sie nun den Tiefpunkt ihrer Karriere: ausgeschieden und 22. in den beiden Super-Kombinationen, 19. in der Abfahrt. Was immer Lara Gut an diesen drei Tagen tat, es war stets das Falsche. In jedem Rennen war sie bereit, ihr Bestes zu geben, und doch wurde es schlimmer. Am Schluss blieben Ratlosigkeit und die Einsicht: locker bleiben. Verdammt noch mal!
Der lange Wiederaufbau
Gründe dafür, weshalb Lara Gut erstmals in einen Leistungsstrudel geriet, gibt es viele: Der Skiwechsel von Atomic zu Rossignol, etwas, das schon manchen Routinier überfordert hat. Der Entscheid, im Hinblick auf die Zukunft und den angestrebten Sieg im Gesamt-Weltcup auf Vielseitigkeit zu setzen und damit auch Slalom zu fahren. Der Druck der hohen Erwartungen und der Anforderung, die Einnahmequelle einer kleinen Familienfirma zu sein. Alles zusammen war wohl auch für ein intelligentes, für ein für ihr Alter erstaunlich reifes Ausnahmetalent zu viel. Oder wie es Stefan Abplanalp, der Abfahrtstrainer ausdrückt: «Ihr Rucksack war wohl allzu schwer beladen.»
Ein Grund zur Beunruhigung ist die Krise nicht. Die Knieverletzungen von Dominique Gisin – Riss des Innenmeniskus sowie Knorpelschaden – und von Fabienne Suter sind schlimm. Suters Kreuzbandzerrung stellte sich gestern als Kreuzbandriss heraus. Sie nahmen dem starken Abfahrtsteam die Dynamik und erfordern von den Athletinnen einen langen Wiederaufbau.
Gut hat noch 17 Jahre Zeit
Guts Krise ist dagegen nur ein ganz normaler Bremser in einer vielversprechenden Karriere. Ein Teil der Lehre, wie die schwere Verletzung, von der sie sich vor zwei Jahren erholen musste. Nur wer Probleme mit dem Material gemeistert hat, findet beim nächsten Mal schnell eine Lösung. Nur wer ein Tief durchlebt hat, findet beim nächsten Mal den leichten Ausgang. Das sagt Didier Cuche. Er könnte davon lange erzählen. Gut hat noch 17 Jahre Zeit, um so ausgereift zu werden wie der Schweizer des Jahres.
Von den drei Tagen in St. Moritz bleiben von Gut nicht die schwachen Ergebnisse haften, sondern wie sie mit ihnen umging. Wie sie die Niederlagen akzeptierte, wie sie professionell den Medien Auskunft gab. Da war keine Spur mehr von der frechen Göre, die auf Fragen, die ihr nicht passten, schnippisch oder einsilbig reagierte. Sie sagte: «Bitte macht mich jetzt nicht kaputt. Ich kann euch versprechen, dass ich zurückkommen werde.» (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.01.2012, 13:13 Uhr
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6 Kommentare
Lara Gut könnte sehr viel von Cuche lernen: Cuche ist ein Mega-Star, zeigt dies aber nicht und der Erfolg ist ihm nicht in den Kopf gestiegen. Lara Gut ist noch kein Mega-Star, meint es aber und dieser vermeintliche Erfolg ist ihr megamässig in den Kopf gestiegen. Bescheidenheit und Demut, das sind die Schlüssel zum Erfolg. Cuche hats vorgemacht. Antworten
Die Fam. Gut hat Lara ja selbst in diese Rolle der grossen Skihoffnung getrieben, klar haben die Medien das dankend angenommen. Lara Gut hat sicher mehr Talent als das Mittelmass, das garantiert aber noch lange nicht den Erfolg. D. Cuche hat sicher nicht mehr Talent als das Mittelmass, sei Erfolg basiert auf hartem Training und charakterlichen Stärke, Punkte an denen Lara noch hart arbeiten muss! Antworten

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