«In Adelboden wird man sogar als Deutscher bejubelt»

Der Amerikaner Ted Ligety gewinnt den Weltcup-Riesenslalom in Adelboden vor den Deutschen Fritz Dopfer und Felix Neureuther. Dieser war von der Ambiance am Chuenisbärgli ganz überwältigt.

Profitierten vom Ausfall von Marcel Hirscher: Fritz Dopfer, Ted Ligety und Felix Neureuther.

Profitierten vom Ausfall von Marcel Hirscher: Fritz Dopfer, Ted Ligety und Felix Neureuther. Bild: Pascal Lauener/Reuters

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Erstmals vermochte Ted Ligety in Adelboden zu gewinnen. Der Amerikaner, der im fünften Weltcup-Riesenslalom des Winters zum vierten Mal triumphierte, feierte nicht nur seine Sieg-, sondern auch seine Podestpremiere in Adelboden. «Dieses Rennen ist ein echter Klassiker. Ich bin sehr glücklich, dass ich hier gewinnen konnte», sagte Ligety, der zuvor in Adelboden nie besser als Platz 4 schaffte. Der US-Skistar bedankte sich an der Pressekonferenz für die grossartige Organisation und sprach den Pistenarbeitern ein grosses Lob aus. «Die Helfer haben einen grossartigen Job gemacht und den Neuschnee zügig abgetragen.»

Ligety verdankte seinen insgesamt 15. Vollerfolg im Weltcup auch dem immensen Pech von Marcel Hirscher. Der Österreicher war bis in den ungemein steilen Zielhang, in dem schon so mancher Riesenslalom in Adelboden entschieden wurde, mit über einer Sekunde Vorsprung unterwegs, als ihm ein zeitraubender Fehler unterlief. Hirscher musste sich mit Rang 16 bescheiden, womit seine beeindruckende Serie riss. In den voran gegangenen neun Rennen im technischen Bereich war er stets unter die ersten drei gefahren.

Neureuther vom Jubel überrascht

Zu den Profiteuren gehörten auch zwei Deutsche. Fritz Dopfer wurde Zweiter und lieferte sein Bestergebnis ab. Felix Neureuther sicherte sich als Dritter seinen ersten Podestplatz in seiner zweiten Disziplin. Der Slalom-Spezialist würdigte vor allem die spezielle Atmosphäre im Zielraum: «Es ist ein Traum in Adelboden auf dem Podium zu stehen. Am Chuenisbärgli wird man sogar als Deutscher bejubelt.»

In Adelboden wurde der letzte Riesenslalom vor der Anfang Februar beginnenen WM in Schladming ausgetragen. Als einziger Schweizer erfüllte Défago mit dem 5. Platz Ende Oktober in Sölden die Norm. Nach seinem gelungenen Auftritt im Berner Oberland darf sich sicher Gino Caviezel Hoffnungen auf eine Selektion für die Welttitelkämpfe machen.

Rangliste Adelboden (Sz). Weltcup-Riesenslalom der Männer: 1. Ted Ligety (USA) 2:28,67. 2. Fritz Dopfer (De) 1,15 zurück. 3. Felix Neureuther (De) 1,24. 4. Manfred Mölgg (It) 1,57. 5. Ivica Kostelic (Kro) 1,73. 6. Aksel Lund Svindal (No) 1,86. 7. Philipp Schörghofer (Ö) 2,15. 8. Benjamin Raich (Ö) 2,29. 9. Marcus Sandell (Fi) 2,36. 10. Davide Simoncelli (It) 2,43. 11. Gino Caviezel (Sz) 2,54. 12. Mathieu Faivre (Fr) 2,59. 13. Matts Olsson (Sd) 2,70. 14. Alexis Pinturault (Fr) 2,87. 15. Kjetil Jansrud (No) 2,95. 16. Marcel Hirscher (Ö) 3,00. 17. Victor Muffat Jeandet (Fr) 3,06. 18. Florian Eisath (It) 3,23. 19. Leif Kristian Haugen (No) 3,39. 20. Steve Missillier (Fr) 3,62. 21. Marc Berthod (Sz) 4,06. 22. André Myhrer (Sd) 4,25. 23. Robby Kelley (USA) 4,29. 24. Cyprien Richard (Fr) 6,35. (sr/si)

(Erstellt: 12.01.2013, 10:12 Uhr)

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