Findet Tiger Woods nie mehr zu alter Stärke zurück?

Das Comeback für die ehemalige Nummer 1 im Golf rückt in immer weitere Ferne: Woods musste zum vierten Mal am Rücken operiert werden.

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Einst jagte eine Siegesnachricht von Tiger Woods die andere, nun sind es medizinische Bulletins. Schon wieder musste sich Eldrick «Tiger» Woods am Rücken operieren lassen, zum vierten Mal in einer Zeitspanne von knapp mehr als drei Jahren. Experten rechnen damit, dass er eine Wettkampfpause von bis zu sechs Monaten einlegen muss. Dies, nachdem er erst im Januar nach einem Unterbruch von 17 Monaten auf die Tour zurückgekehrt war. Bereits in Dubai Anfang Februar endete das Comeback allerdings mit Schmerzen nach der ersten Runde.


Der Nadal der Golfszene

Restlos bewiesen werden kann es zwar nicht, viele Verletzungen sind aber Spätfolgen seines aufwändigen Spiels. So überlegen der Kalifornier in seinen besten Jahren war, so erreichte er diese Resultate auch durch enormen Einsatz. Kaum ein anderer Golfprofi setzte mehr auf Kraft und Schnellkraft. In Zeitlupenstudien wird erst so richtig deutlich, welche Kräfte dabei auf den Körper wirkten. Wäre Woods ein Tennisspieler, der Vergleich mit Rafael Nadal würde sich förmlich aufdrängen.

Woods' Krankenakte ist mittlerweile fast so umfangreich wie seine Trophäensammlung. Zwischen 1995 und 2008 musste er vier Knieoperationen über sich ergehen lassen. Danach gab er bei Turnieren wegen Beschwerden in der Achillessehne, Halswirbelsäule, im Rücken und Handgelenk auf. Im April 2014 unterzog er sich seiner ersten mikrochirurgischen Diskektomie an der Lendenwirbelsäule, einer Prozedur, bei der der Teil einer Bandscheibe entfernt wird, der auf einen Nerv drückt.

Woods kehrte zurück, erreichte aber nie mehr seine frühere Leistungsstärke. Dafür sorgte er Anfang 2015 mit Yips, dem unwillkürlichen Muskelzucken im Treffmoment bei flachen und hohen Annäherungsschlägen für unrühmliche Schlagzeilen. Anschliessend schien er beschwerdefrei, aber am 14. September 2015 benötigte er eine zweite Diskektomie, wenige Wochen später, am 30. Oktober, einen weiteren Eingriff in dieser Region.

Im Golf kann man auch mit über 40 Jahren noch auf allerhöchstem Niveau Bestleistungen erbringen, das haben Tenöre wie Phil Mickelson, Vijay Singh oder Henrik Stenson mit ihren Glanzresultaten bei Majors bewiesen. Voraussetzung dafür ist allerdings körperliche Fitness und davon ist Woods derzeit weit entfernt.

Die Zeit läuft ihm davon und Besserung ist nicht in Sicht: Seit dem US Open 2008 steht Woods' Major-Total bei 14, seit seinem letzten von fünf PGA-Erfolgen 2013 hat er 79 Tourtitel auf dem Konto. Im schnelllebigen Sport eine kleine Ewigkeit, aus der eine grosse werden dürfte.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.04.2017, 11:42 Uhr

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