VBC Münchenbuchsee: Mit Trumpf zum grössten Triumph
Von Claudia Blasimann. Aktualisiert am 18.12.2009
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Es war ein Auf und Ab, das die erste Mannschaft des VBC Münchenbuchsee in den letzten Jahren erlebt hat. 2001 der Aufstieg in die NLA, nach einer Saison zurück in die NLB, nach einer Spielzeit der erneute Aufstieg, um nach zwei Jahren wieder in die Zweitklassigkeit abzusteigen. Da spielen die Münchenbuchser nun den fünften Winter – notabene unter dem fünften Trainer.
Doch jetzt zeigt der Daumen wieder aufwärts. Den Einzug in die Finalrunde haben die Berner als Zweitklassierte der Westgruppe vorzeitig geschafft, zuvor hatten sie bereits die Hürde NLA-Team überwunden und mit einem Sieg über Laufenburg-Kaisten die Cup-Viertelfinals erreicht. Und dann hatte die Mannschaft von Trainer Jürg Wüthrich auch noch Losglück: Am Sonntag erwarten sie im einzigen Duell zwischen zwei NLB-Teams Ecublens, das am Tabellenende steht. Die Chancen stehen also gut, dass Münchenbuchsee erstmals in der Vereinsgeschichte die Cup-Halbfinals erreicht, nachdem man 2004 und 2006 jeweils an einem NLA-Team gescheitert war. Wüthrich warnt vor dem vermeintlich schwächeren Gegner: «Sie sind unter ihrem Wert klassiert.» Auch Münchenbuchsee musste einmal über die volle Distanz und einmal über vier Sätze, bis der Sieg erreicht war. «Ecublens hat nichts zu verlieren und viele junge, hungrige Spieler im Team.»
Der Präsident als Libero
Dafür hat Münchenbuchsee noch einen Trumpf in der Hinterhand: Als Münchenbuchsee Anfang November gleich an drei Tagen hintereinander einen Ernstkampf bestreiten musste, wurde Urs Kolb zur Unterstützung angefragt. Der 36-jährige Präsident spielt – zusammen mit Trainer Wüthrich – in der zweiten Mannschaft mit (1. Liga), verfügt aber über langjährige NLA-Erfahrung. Er wurde kurzerhand zum Libero, und weil es so gut klappte, «haben sie mich nicht mehr gehen lassen», sagt Kolb und lacht. 1998, nachdem er mit seinem vorherigen Verein Plateau-de-Diesse aus der NLA abgestiegen war, kam Kolb nach Münchenbuchsee. Nach dem Abstieg 2002 wechselte er in die zweite Mannschaft. Seit zehn Jahren ist er bereits im Vorstand tätig, seit fünf Jahren steht er an der Spitze des Vereins, der über ein Gesamtbudget von rund 70 000 Franken verfügt. Knapp die Hälfte davon, 30 000 Franken, fliesst in das NLB-Team. Das reicht gerade, um Lizenzen, Hallenmieten, Schiedsrichter sowie Trainer zu bezahlen und die Spesen der Spieler zu decken.
Obwohl in der höchsten Liga mit zehn- bis fünfzehnfachen Budgets operiert wird, schliesst man bei Münchenbuchsee einen Aufstieg nicht kategorisch aus. Kolb: «Der Vorstand würde der Mannschaft wohl nicht im Wege stehen, wenn sie es sportlich schafft und den Gang in die NLA auch wagen will.» Er weiss aber auch, dass sie dort «hartes Brot» zu beissen hätten. Bei Münchenbuchsee ist man sich bewusst, dass der Aufwand – finanziell wie trainingsmässig – nicht gross ansteigen dürfte, weil die Einnahmen mit dem Sprung in die NLA nicht sprunghaft ansteigen.
An Spielern mit Erfahrung mangelt es auch ohne den Einsatz von Präsident Kolb nicht: Michael Müller, Martin Weber und Joel Heiniger (der sich allerdings im zweiten Spiel verletzte) sowie der Kubaner Gilberto Herrera haben in der Vergangenheit in der NLA gespielt. Dass er gute Spieler zur Verfügung haben würde, war für Wüthrich mit ein Grund für den Wechsel, der sich nach dem Abstieg aus der NLB mit dem Frauenteam von Langenthal sowieso abzeichnete. Nun reist er von Burgdorf, wo er als Oberstufenlehrer arbeitet, nach Münchenbuchsee und ist deshalb froh über die Unterstützung, die er durch Assistenztrainer Ronald Triller erhält. Der 44-jährige Deutsche führte das Team zweimal in die NLA (2001 und 2003) und stand auch in der vergangenen Saison an der Seitenlinie.
Die offene Rechnung
Vor dem Cup-Viertelfinal steht für Münchenbuchsee noch eine Meisterschaftspartie gegen Lutry-Lavaux auf dem Programm. «Mit diesem Gegner haben wir noch eine Rechnung offen», sagt Wüthrich. Die Westschweizer waren für die erste Saisonniederlage von Münchenbuchsee verantwortlich. Im Hinterkopf wird aber bereits das Cupspiel sein. Gut, dass Münchenbuchsee da noch einen Trumpf in der Hinterhand hat. (Der Bund)
Erstellt: 18.12.2009, 10:43 Uhr







