Sport

Studers Nehmerqualitäten

Von Peter Pflugshaupt. Aktualisiert am 22.08.2011

Die beiden Berner Profiboxer Yves Studer und Aniya Seki sind Weltmeister ihrer Klassen in kleinen Verbänden. Für Studer bleibt trotz des Remis in Bern ein EM-Kampf möglich.

1/10 Yves Studer kämpfte im Kursaal gegen den Weissrussen Siarhei Knomitski.
Bild: Manuel Zingg

   

Yves Studer kann dank einem Unentschieden gegen den Weissrussen Siarhei Khomitski seinen IBC-Weltmeisterschafts-Gürtel behalten. Doch der Lokalmatador bekam von Khomitski phasenweise seine Limiten aufgezeigt. Der Weissrusse war technisch stärker und brachte Studer in Bedrängnis. Ein Riss des Trommelfells in der vierten Runde erschwerte Studers Aufgabe gegen den Geist zusätzlich. Khomitskis Übername «The Ghost» ist passend, er blieb für Studer über weite Strecken des Kampfes unfassbar.

Und nur dank einem Endspurt in den letzten drei Runden konnte sich der Schweizer das Unentschieden retten. In der neunten Runde war er nach einem Treffer angeschlagen. Die stark blutende Platzwunde über dem Auge und die damit verbundene Pflegepause retteten ihn wahrscheinlich in die nächste Runde. Studer überzeugte einmal mehr mit seiner Kampfkraft, seinen schier unglaublichen Nehmerqualitäten und seiner Kondition.

Qualitäten, die auch Hagen Döring nicht verborgen blieben. Der Matchmaker im renommierten deutschen Boxstall Sauerland sagte anerkennend: «Studer kämpft bis zur letzten Patrone. Das gefällt nicht nur den Schweizern, sondern auch den Deutschen.» Döring beobachtete Studer hinsichtlich eines möglichen EM-Kampfes in Deutschland. «In Deutschland ist es besser, wenn der Gegner aus einem Nachbarland kommt. Deshalb wäre ein Schweizer als Gegner durchaus attraktiv. Das Unentschieden gegen Khomitski hat an dieser Ausgangslage nichts geändert», erklärte Döring. Khomitski ist auch in Deutschland kein Unbekannter. Der Sauerland-Stall engagiert den Weissrussen oft als Sparringpartner für seine Stars.

Zuerst muss allerdings Sebastian Sylvester den vakanten Titel der EBU im Mittelgewicht auch holen. So könnte er später mit einer freiwilligen Titelverteidigung zu einem Duell gegen Studer kommen. Der Schützling von Trainer Bruno Arati und Manager Daniel Hartmann müsste dann seinen IBC-Gürtel ablegen und im Europaranking geführt werden. Ein Kampf gegen einen Sauerland-Boxer könnte für Studer den erhofften Durchbruch bringen. Sauerland arbeitet eng mit der ARD zusammen. Die Kämpfe werden meistens live und zu besten Sendezeiten gezeigt. Allerdings ist der lukrative TV-Vertrag ab 2013 in Gefahr. Der Verwaltungsrat des WDR, des grössten Senders der ARD, hat den 54 Millionen-Euro-Deal infrage gestellt. Ein möglicher Kampf mit Studer sollte allerdings spätestens 2012 zustande kommen. Der letzte Schweizer EBU-Europameister war übrigens der Waadtländer Mauro Martelli 1989. Der letzte EM-Kampf in Bern fand 1987 statt – Enrico Scacchia unterlag dem Holländer Alex Blanchard.

Schweizer Premiere dank Seki

Bevor Yves Studer seinen WM-Gürtel in extremis verteidigen konnte, holte sich Aniya Seki den GBU-Titel im Superfliegengewicht souverän. Seki ist die erste Weltmeisterin mit einer Schweizer Lizenz. Die Thunerin Christina Nigg, die 1998 den WM-Titel erkämpft hatte, startete damals mit einer amerikanischen Lizenz. Die Deutsche Natascha Guthier war am Samstag für die Schweizerin kein Gradmesser. Seki war ihrer Kontrahentin im wegen des strahlenden Sommerwetters nicht ganz ausverkauften Kursaal in allen Belangen überlegen. Um die Bernerin mit japanischen Wurzeln war in den letzten Wochen ein richtiger Medienhype entstanden. Nach dem Sieg gegen Guthier ging der Interview-Marathon für Seki weiter. Einige Fragen musste sie für eine Zeitung aus Tokio sogar auf Japanisch beantworten. «Das hat mich sehr gefreut, weil mir Japan auch sehr am Herzen liegt.»

Seki konnte die mediale Aufmerksamkeit während der Vorbereitungsphase nicht richtig auskosten. Zu sehr war sie auf den Kampf fokussiert. Und jetzt, wo sie Zeit hätte, den Medienrummel zu geniessen, dürfte es um Aniya Seki wieder etwas ruhiger werden.

Bern. Internationales Meeting (1200 Zuschauer). Profikämpfe. IBC-WM im Mittelgewicht (72,574 kg/12 Runden à 3 Minuten): Yves Studer (Bern/Titelverteidiger) – Siarhei Khomitski (WRuss) unentschieden (114:114, 115:114, 112:117). – Studer (jetzt 26:0 Siege, 2 Remis, 6 vorzeitig) behält damit den Titel. Mittelgewicht (6 Runden): Witali Kopylenko (Ukr/Ascona) s. Raman Tschechanau (WRuss) TKO 2. Runde. – Schwergewicht: Arnold Gjergjai (Basel) s. Ferenc Zalek (Un) durch TKO 6. Runde. Frauen. Vakante GBU-WM im Superfliegengewicht (52,163 kg/10 Runden à 2 Minuten): Aniya Seki (Bern) s. Natascha Guthier (De) einstimmig nach Punkten (100:91, 100:91, 98:92). - Seki 16:1 Siege, 2 Remis. Wichtigster Amateurkampf. Leichtwelter: Alain Chervet (Bern/Neffe von Fritz Chervet) s. Daniel Egbide (Genf) einstimmig nach Punkten.

Yves Studer (rechts) musste im Kursaal auf dem Weg zur Titelverteidigung einige harte Schläge von Siarhei Khomitski hinnehmen. Foto: Manuel Zingg

Aniya Seki: Strahlend lässt sie sich den WM-Gürtel anschnallen. Foto: Manuel Zingg (Der Bund)

Erstellt: 22.08.2011, 07:26 Uhr

Programm & Resultate

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Internazionali BNL d'Italia
19.05EndeNadal - Federer6:1 6:3
Stand: 19.05.2013 17:23
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NHL Playoffs
EndeSan Jose Sharks - Los Angeles Kings2:1
EndeBoston Bruins - New York Rangers5:2
WM Spiel um Bronze
EndeFinnland - USA2:3
WM Finale
EndeSchweiz - Schweden1:5
Stand: 19.05.2013 23:29
Cup
EndeBasel - Grasshoppers4:5
Stand: 20.05.2013 18:41
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NHL Playoffs
EndeOttawa Senators - Pittsburgh Penguins2:1
Stand: 20.05.2013 05:37
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NHL Playoffs
01:30Detroit Red Wings - Chicago Blackhawks

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