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Sportgetränke wirken aufs Gehirn
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Zuckerhaltige Sportgetränke verbessern die Leistungsfähigkeit, auch wenn die Sportler sie gar nicht trinken – dieses überraschende Resultat verkündeten Forscher des Human Performance Laboratory der Universität Birmingham im Frühjahr 2005 am Schweizer Forum für Sporternährung an der ETH Zürich.
Die Wissenschaftler liessen neun trainierte Probanden zweimal möglichst schnell 40 Kilometer Rad fahren. Das eine Mal bekamen die Teilnehmer ein kohlenhydrathaltiges Sportgetränk, das andere Mal ein vom Originalgetränk nicht unterscheidbares Placebo. Sie durften die Getränke jedoch nicht schlucken, sondern mussten sie nach fünf Sekunden im Mund ausspucken. Das Resultat: Wenn die Radfahrer ihren Mund mit dem zuckerhaltigen Sportdrink spülten, fuhren sie nachweislich schneller, als wenn sie nur das Placebo erhielten.
Schwierige Beweise
Die Forscher wissen noch nicht, welche Mechanismen für diesen Effekt verantwortlich sind. Sie vermuten, dass Rezeptoren im Mundbereich das Gehirn stimulieren und so die Leistung verbessern. «Das zu beweisen, ist aber schwierig, weil wir bei Menschen nicht einfach das Gehirn aufschneiden und nachschauen können», erklärt Roy Jentjens, der am Human Performance Laboratory tätig war.
Ausdauersportler schwören schon lange auf Kohlenhydrate. Diese liefern ihnen die Energie, welche ihr Körper bei der Leistung verbraucht. Vor einigen Jahren konnten Forscher der Universität Maastricht beweisen, dass Sportgetränke auch bei einer kurzen, hoch intensiven Belastung die Leistung verbessern. Dabei tragen die Kohlenhydrate aber kaum zur Energiezufuhr bei, denn bei normal ernährten Personen reichen die körpereigenen Speicher an Kohlenhydraten bei kurzen Belastungen aus. «Um herauszufinden, wie dieser Effekt zustande kam, gaben wir in einer nächsten Studie den Sportlern die gleiche Menge an Kohlenhydraten als Glukose-Infusion», fährt Jentjens fort.
Die erhöhten Blutzuckerwerte förderten die Leistung indes nicht. Dieses Resultat legt den Schluss nahe, dass die Stimulation der Rezeptoren im Mund für die Leistungssteigerung verantwortlich ist. Dies konnten die Forscher nun mit ihrer neusten Studie bestätigen. Als Nächstes wollen sie in Birmingham untersuchen, welche weiteren Faktoren diesen Effekt beeinflussen, ob Sportler beispielsweise eine bessere Leistung bringen, je süsser das Getränk ist.
Zum Abnehmen keine Drinks
Was aber, wenn Otto Normalsportler nicht unbedingt seine Leistung steigern will, sondern vielmehr gegen überflüssige Pfunde ankämpft? Dafür braucht er keine Sportdrinks. Im Gegensatz zum Leistungssportler soll er ja hauptsächlich Kalorien verbrennen. «Für trainierte Personen ist es eine gute Idee, vor dem Morgenessen Sport zu machen», empfiehlt Juul Achten von der Universität Birmingham. «Denn je länger die Pause zwischen der letzten Mahlzeit und dem Training ist, desto mehr greift der Körper aufs Fett zurück.» Achten untersucht, wie man am meisten Fett verbrennen kann.
Wie intensiv man trainieren soll, hängt von verschiedenen Faktoren ab. In einer Studie mit 300 Teilnehmern hat Achten festgestellt, dass jede Person bei einer anderen Trainingsintensität am meisten Fett verbrennt. Erklären kann sie diesen Unterschied nicht. «Zum Teil liegt es sicher an den verschiedenen Trainingszuständen, denn Ausdauertraining verbessert die Fettverbrennung», erklärt die Expertin. Auch das Geschlecht spiele eine Rolle, Frauen würden mehr Fett verbrennen als Männer. Wer genau wissen will, wie intensiv er trainieren muss, um am meisten abzunehmen, kann in einem spezialisierten Labor seinen persönlichen «Fat Max»-Wert bestimmen lassen.
Joggen nicht nötig
Und was sollen Abnehmwillige machen, denen das zu aufwendig ist? Das alte Rezept vom möglichst langen, aber gemütlichen Gehen sei auf jeden Fall überholt, sagen Experten. «Trainieren Sie so, dass Sie spüren, wie Ihr Herz schneller schlägt und Sie ein bisschen schwitzen», sagt Juul Achten. Joggen sei nicht nötig. Aber: «So schnell gehen wie möglich und die Arme aktiv bewegen.» Bei einer solchen Belastung sei man dem persönlichen «Fat Max»-Wert mit grosser Wahrscheinlichkeit ziemlich nahe. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 28.07.2011, 15:58 Uhr
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