Sport

Alexander Kühn
Redaktor Sport


Mit 280 km/h gegen die Wand

Aktualisiert am 26.04.2012

Squash auf Weltklasse-Niveau ist der ultimative Test für Koordination, Kondition und Konzentration. Das ist das Fazit eines Besuchs beim Erstrundenspiel von Schweizer Meister Nicolas Müller am GC-Cup in Zürich.

1/7 Ohne Rücksicht auf Verluste: Raphael Kandra hechtet nach dem Ball, den Nicolas Müller in der vorderen rechten Ecke platziert hat.
Helen Ree/gc-squash.ch

   

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Der schnellste je gemessene Aufschlag im Tennis bringt es auf 251 km/h und geht auf das Konto des 2,08 Meter grossen Kroaten Ivo Karlovic. Im Squash ist ein Schlag mit diesem Tempo Dutzendware. Der Weltrekord des Australiers Cameron Pilley steht bei 281 km/h. Kaum ein Sport ist schneller, intensiver und koordinativ anspruchsvoller als der Tanz mit dem dunkelblauen Gummiball. «Bei einem intensiven Ballwechsel schnellt mein Puls bis auf 200 Schläge in der Minute hoch», sagt Nicolas Müller, der beste Squashspieler, den die Schweiz je hatte. Der 22-Jährige aus Hirzel im Kanton Zürich hat soeben sein Auftaktspiel gegen den Deutschen Raphael Kandra gewonnen und lockert in der Spieler-Lounge der GC-Squashanlage die hart geprüfte Muskulatur.

1500 und mehr Kalorien verbrennt ein Athlet wie Müller während einer Partie. Die längsten Ballwechsel dauern zwischen drei und vier Minuten – Verschnaufpausen gibt es nicht. Auf einen Sprint über die Diagonale des 9,75 Meter langen und 6,4 Meter breiten Courts folgt ein tiefer Ausfallschritt, auf einen Lob des Gegners ein Sprung hoch in die Luft. Beim Tempo, das die Profis anschlagen, fühlt sich auch ein gut trainierter Nationalliga-Spieler spätestens nach einem halben Satz, als habe er versucht, mit einem 50 Kilo schweren Rucksack auf den Uetliberg zu sprinten.

Die private Hölle des Konditionstrainings

Wer Squash auf höchstem Niveau betreiben will, muss so etwas wie Freude am Leiden haben. «Der Sport ist in den letzten Jahren immer physischer geworden», erklärt Schweizer Meister Müller, der in der aktuellen Weltrangliste Platz 24 belegt. Das Zauberwort für ihn und seine Konkurrenten heisst Schnellkraft. «Erst baut man im Kraftraum Muskelmasse auf, dann kommen zahlreiche kurze Wiederholungen auf dem Platz», führt der Profi aus. Beim Ghosting, Schattenschlägen ohne Ball, laufen die Athleten im Training eine Courtecke nach der anderen an, bisweilen in 30 Sets à 90 Sekunden. «Spass macht das nicht gerade», sagt Müller. «Aber ich weiss, was es bringt. Und es ist ein grossartiges Gefühl, wenn man den Fortschritt sieht.» Noch verhasster als die Laufeinheiten ohne Ball sind ihm nur die Koordinationsleitern, die ihm sein Trainer Michael Müller auslegt. «My own private hell» – meine private Hölle – steht unter einem Bild mit dem Parcours, das der Teamleader des NLA-Clubs SC Sihltal auf seiner Facebook-Seite gepostet hat.

«Angreifen, sobald sich ein Winkel auftut»

Zu den körperlichen Anforderungen kommen die technischen. Wer aus einem 250 km/h schnellen Ball nicht in ein paar Tausendstelsekunden das Tempo herausnehmen und ihn butterweich vom Schläger abtropfen lassen kann, steht spätestens an der Schwelle zu den Top 50 wie der Esel am Berg. Nicolas Müller ist einer jener Spieler, denen der Ball gehorcht, als wäre er ein dressierter Hund, der nur auf das Kommando seines Herrchens wartet. Müller platziert den Springteufel aus Gummi millimetergenau über dem Blech, das bei den Turnieren der Profitour 5,1 Zentimeter tiefer liegt als bei nationalen Turnieren. Von dort aus segelt der Ball ins sogenannte Nick, die Rille zwischen Wand und Boden, und rollt unretournierbar über das Parkett. «Die Zeiten, in denen die Spiele in den hinteren Ecken entschieden wurden, sind vorbei. Mit dem tieferen Blech muss man angreifen, sobald sich ein Winkel auftut und der Gegner hinter einem positioniert ist», erläutert Müller. «Dann nicht zu attackieren, wäre, als würde man noch einmal abspielen, wenn man beim Fussball alleine vor dem leeren Tor steht.»

So spektakulär Squash sein kann, wenn man es vor Ort verfolgt, so schwierig ist es mit der Kamera zu fassen. Für den traditionsreichen Sport ist das eine grosse Hypothek bei den Bemühungen, Aufnahme ins Programm der Olympischen Spiele zu finden. Nicht einmal die Tatsache, dass Olympia 2012 in der englischen Heimat des Squashsports stattfindet, half etwas. Athleten und Funktionäre hoffen nun, dass es für 2020 endlich klappt. Nicolas Müller wäre dann mit 30 Jahren im besten Alter für einen Squashspieler und wohl auch ein Kandidat für eine Medaille. Den vierfachen Weltmeister Amr Shabana hat er in der laufenden Saison schon einmal bezwungen, was ihm grossen Respekt bei den absoluten Topleuten eingetragen hat. Sogar der Weltranglistenerste James Willstrop aus England bezeichnet Müller als einen Spieler, dem er gerne zusehe, der Spektakel biete und für attraktives Angriffs-Squash stehe. Der nächste Auftritt des Gelobten in Zürich ist heute um 19 Uhr. In der 2. Runde des GC-Cup trifft Müller auf den Ägypter Omar Abdel Meguid, die Nummer 69 der Welt.

Alle Informationen zum GC-Cup 2012 (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.04.2012, 08:39 Uhr

Programm & Resultate

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NHL Playoffs
EndeNew York Rangers - Boston Bruins4:3
EndeDetroit Red Wings - Chicago Blackhawks2:0
EndeLos Angeles Kings - San Jose Sharks3:0
Stand: 24.05.2013 07:20
Super League
EndeSion - Thun0:1
EndeLausanne - Luzern3:0
Champions League Endrunde
Live Borussia Dortmund - Bayern München0:0
Stand: 25.05.2013 19:23
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NHL Playoffs
EndePittsburgh Penguins - Ottawa Senators6:2
23:30Boston Bruins - New York Rangers
Stand: 25.05.2013 04:20
Super League
13:45St.Gallen - Servette
13:45Young Boys - FC Zürich
16:15Grasshoppers - Basel
Stand: 18.06.2012 08:02
Roland Garros
26.0513:30Carreno - Federer
Stand: 24.05.2013 19:35
GP Monaco
14:00Rennen
Stand: 25.05.2013 20:48
NHL Playoffs
02:00Chicago Blackhawks - Detroit Red Wings

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