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«Ich werde meine Weltumsegelung beenden»

Von Peter Herzog. Aktualisiert am 03.01.2013

Bernard Stamm gibt sich nach dem Ausschluss von der Vendée Globe kämpferisch. Der Schweizer Weltumsegler sieht die Disqualifikation als ungerecht.

Schlechte Aussichten: Bernard Stamm wird wegen fremder Hilfe nicht mehr im Ranking geführt.

Schlechte Aussichten: Bernard Stamm wird wegen fremder Hilfe nicht mehr im Ranking geführt.
Bild: Reuters

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Bernard Stamm figuriert nicht mehr im Klassement der Vendée Globe, er wurde gestern von der Weltumsegelungs-Regatta ausgeschlossen. Die internationale Jury sah es nach der Auswertung des Rapports, den der Waadtländer hatte abliefern müssen, als erwiesen an, dass Stamm beim Ankermanöver in der Sandy Bay am 22. Dezember in Neuseeland fremde Hilfe angenommen hatte. Das ist verboten und verstösst gegen den Artikel 3.2 des Rennreglements.

Stamm hat 24 Stunden Zeit, um Rekurs gegen den Entscheid einzulegen, was er auch tun wird. Beim Interview am Mittwoch mit der Rennleitung erklärte er: «Ich werde meine Weltumsegelung beenden, ich bin schon in der Mitte des Pazifiks, hier gibt es keine Möglichkeit, zu stoppen. Die Jury muss dieses Dossier wieder öffnen.» Und Stamm erläuterte, wie es zu diesem Zwischenfall gekommen war. Um seine beiden Hydrogeneratoren zu reparieren, die für die Stromproduktion an Bord lebenswichtig sind, setzte Stamm in der neuseeländischen Sandy Bay den Anker.

Neben ihm lag das russische Forschungsschiff Professor Choromow. Weil der Anker nicht mehr hielt, begann Stamms Boot Richtung Forschungsschiff zu driften. Darauf sprang ein Besatzungsmitglied des Forschungsschiffes an Bord von Stamms Rennjacht Cheminées Poujoulat, um ihm zu helfen. Stamm betonte, dass dieser keine Kenntnisse des Reglements hatte. «Er hat das gemacht, was jeder Seemann in einer solchen Situation tut», sagte Stamm.

Noch nie angekommen

Die neuseeländische Zeitung «Otago Daily Times» berichtete am 23. Dezember auf der Frontseite über die Strandung von Stamm und machte auch ein Interview mit dem Schweizer. Die internationale Jury, die unabhängig ist, und in der ein Neuseeländer, zwei Franzosen, eine Spanierin und ein Engländer sitzen, kam nun zum Entschluss, dass Stamm das Reglement verletzt hat.

Zur Zeit der Disqualifikation segelte Stamm 2800 Seemeilen (rund 5190 km) hinter den beiden Spitzenbooten auf Rang 10 - nun wird er von der Rennleitung nicht mehr aufgeführt.

Die Vendée Globe bringt dem 49-jährigen Bernard Stamm, der Anfang Dezember für einige Stunden an erster Position segelte, kein Glück. Bei seiner ersten Teilnahme im Jahre 2000 war er nach neun Tagen gezwungen, wegen technischer Probleme aufzugeben. 2004 musste er auf den Start verzichten, weil sein Boot drei Monate zuvor den Kiel verloren hatte. 2008 kollidierte Stamm kurz nach dem Start mit einem Frachtschiff und war gezwungen, nach dieser bizarren Havarie zurück in den Hafen von Les Sables d’Olonne zu segeln, um den Bugspriet zu reparieren. Einen Monat später gab er wegen Materialproblemen an der Steuerruderbefestigung auf, er strandete auf den Kerguelen-Inseln im südlichen Indischen Ozean, wo sein damaliges Boot erheblich beschädigt wurde. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.01.2013, 07:58 Uhr

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