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Glarners Ziel ist der 7. Brünig-Kranz

Von Michael Schenk. Aktualisiert am 23.07.2010

Der Klassiker auf dem Brünig ist für viele Berner Spitzenschwinger der letzte Ernstkampf vor dem Eidgenössischen. Einer, der dort meist glänzt und auch am Sonntag glänzen will, ist Matthias Glarner.

Brünig 2009: Ivo Laimbacher bringt Matthias Glarner (l.) in Not.

Brünig 2009: Ivo Laimbacher bringt Matthias Glarner (l.) in Not.
Bild: Keystone

Blick hinter die Kulissen

Ab heute strahlt das Schweizer Fernsehen jeden Freitagabend (20.05 Uhr) eine Doku-Serie zum Thema Schwingen aus. Im Mittelpunkt der sechsteiligen Serie, die im Rahmen von «SF bi de Lüt – die Bösen» gezeigt wird, stehen die beiden Spitzenschwinger Arnold Forrer und Christian Stucki. Die Doku-Serie zeigt unter anderem, wie sich die beiden Königsanwärter an Schwingfesten bewegen, wie sie sich auf ihre Gänge vorbereiten, wie sie trainieren oder was sie in ihrer Freizeit unternehmen. Der Blick hinter die Kulissen endet unmittelbar vor dem Eidgenössischen Schwingfest in Frauenfeld (20. bis 22. August). (msk)

Nicht weniger als acht Berner Schwinger haben heuer ein Kranzfest gewonnen. Matthias Sempach (24/Alchenstorf; Berner-Kantonales, Emmentalisches, Luzerner), Christian Stucki (25/Schnottwil; Seeländisches, Schwarzsee), Thomas Sempach (25/Heimenschwand; Waadtländer), Thomas Zaugg (30/Eggiwil; Freiburger), Christian Bürki (32/Eggiwil; Freiburger), Matthias Siegenthaler (25/Fankhaus; Mittelländisches, Bern-Jurassisches), Willy Graber (26/Bolligen; Mittelländisches) und Kilian Wenger (20/Horboden; Oberländisches, Oberaargauisches, Walliser). Folglich gehört das Oktett zu den Spitzenplatz-Anwärtern am Eidgenössischen vom 20. bis 22. August in Frauenfeld. Ein Name, der in der Favoritenliste fehlt, ist Matthias Glarner. Der 24-jährige Meiringer mit dem furchteinflössenden Bizeps, wie ihn einst der inzwischen als Gouverneur des US-Staates Kalifornien amtende Österreicher Arnold Schwarzenegger als Mister Universum zur Schau trug, hielt sich bisher im Windschatten der ganz Bösen. Noch fehlt dem 55-fachen Kranzer heuer das absolute Spitzenresultat. «Ich kann mit dieser Ausgangslage gut leben», sagt Glarner. Er wisse, dass er trotz Virusinfektion und leichter Schulterverletzung, die ihn im Verlauf der letzten Wochen behindert habe, gut in Form sei. «Ich muss im Vorfeld des Eidgenössischen nicht unbedingt im Rampenlicht stehen», sagt Glarner mit demonstrativer Gelassenheit. Im Hauptort des Kantons Thurgau will der Rigi-Sieger 2009 jedoch Ende August eine Glanzleistung abliefern. «Der zweite eidgenössische Kranz ist klar mein Ziel», so Glarner. Zuzutrauen ist das zweite eidgenössische Eichenlaub dem Sportstudent, der soeben seinen Bachelor-Abschluss als Sportwissenschaftler gemacht hat, durchaus.

Die Gegner genau studieren

Es ist nicht auszuschliessen, dass die Berner angesichts ihrer Klasse in der Breite auf dem Brünig noch einmal gegeneinander werden antreten müssen, was für die Innerschweizer einer Blamage gleichkäme. Matthias Glarner strebt auf der Wasserscheide zwischen den Kantonen Bern und dem Obwalden seinen siebten Kranz an. Zu mehr als einem 3. Rang (2009, 2008 und 2006) hat es ihm auf dem Brünig indes noch nie gereicht. «Ich strebe auch dieses Jahr nicht primär den Sieg an», relativiert der Oberländer. So kurz vor dem Eidgenössischen gehe es auch darum, die Konkurrenten zu beobachten. Die Gegnerschaft, die heuer seitens der Innerschweizer vom vierfachen Saisonsieger und «heissen» Königsanwärter Philipp Laimbacher (27/Schwyz; 2010 Sieger Zuger, Baselstädter, Stoos und Innerschweizerisches), von Christian Schuler (22/Rothenthurm; Schwyzer, Rigi), Benji von Ah (23/Giswil; Ob-, Nidwaldner) sowie dem vierfachen Brünig-Sieger Martin Grab (31/Rothenturm; Sieger Rigi) angeführt wird, und die vom vierfachen Nordwestschweizer Kranzfestsieger 2010, Christoph Bieri (24/Solothurner, Aargauer, Basellandschaftliches und Weissenstein) komplettiert wird. Glarner weist auf die taktische Komponente beim heurigen Fest hin. «Vielleicht zeigt der eine oder andere im Hinblick auf das Eidgenössische einen Schwung, den man so noch nicht kennt.» (Der Bund)

Erstellt: 23.07.2010, 09:35 Uhr

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