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Eine Sportnation in Aufruhr
Aktualisiert am 07.02.2012 8 Kommentare
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Der ehemalige Radprofi und Gewinner der Tour de France 2006 Oscar Pereiro hinterliess hinsichtlich seiner Meinung zur Sperre gegen Landsmann Alberto Contador keine Zweifel, als er per Twitter schrieb: «Was für ...söhne». Seine Wut ist bezeichnend für die Aufnahme des Urteils in ganz Spanien. Kurze Zeit zuvor freute sich Pereiro noch auf die Verkündung des Urteils, da er wohl von einem Freispruch ausging.
Ähnlich sehen es auch die Leser der spanischen Sportzeitschrift «Marca». In einer Online-Umfrage hielten 84 Prozent das Urteil für ungerecht. Eine Verschwörung der neidischen Sportwelt gegen das erfolgreiche Spanien wird befürchtet. Das Blatt beschuldigt deshalb den CAS: «Der Internationale Sportgerichtshof hat den Verstand verloren. Die Verurteilung Contadors ist der Höhepunkt der Absurdität und ein skandalöser Handstreich. Sie verstösst gegen elementare Rechtsgrundsätze wie den der Unschuldsvermutung. Der Entscheid nimmt mit einem Schlag all jenen Instanzen die Glaubwürdigkeit, die den Sport sauber halten sollen.»
Selbst Tennis-Star Rafael Nadal mokierte sich auf Twitter über den CAS-Entscheid: «Eine unglaubliche Meldung, es gibt keine definitiven Beweise und sie sprechen eine solch hohe Strafe aus... bedauerlich.»
Unangenehm für den spanischen Sport
Der spanische Radsportverband, der Contador als Kompromiss eine einjährige Sperre vorgeschlagen hatte, bezeichnete das Urteil gemäss «El Mundo» als «unangenehm für den spanischen Radsport im speziellen und für den spanischen Sport im allgemeinen». Die spanische Zeitung legte gleich noch selbst nach: «Der Sportgerichtshof verurteilt Contador, ohne zu wissen, was vorgefallen ist. Jeder Jurist, der das Urteil liest, kommt zu dem Schluss, dass die Sperre für Contador ein kompletter Irrsinn ist. Das Gericht disqualifiziert sich mit seinem Entscheid selbst.»
Zudem bezweifelt «El Periodico de Catalunya», dass das Urteil «zu einer Säuberung des Radsports beitragen wird, sondern vor allem Verwirrung stiftet.» Das bekamen auch die Medien zu spüren, welche am Tag des Urteilsspruchs Contador in seinem Domizil bei Madrid im Triumph empfangen wollten. Doch die versprochene Pressekonferenz lässt auf sich warten und soll auf Mittwoch verschoben worden sein.
Mehr Doping-Toleranz in Spanien?
Contador ist ein Sport-Held in Spanien und Teil der Goldenen Generation, welche in Tennis, Fussball und Radsport für Furore sorgt. Es ist nicht zuletzt der Fall des spanischen Doping-Arztes Eufemiano Fuentes, der alles ins Rollen brachte. Fuentes wird sich bald in Madrid einem Prozess stellen müssen, wobei befürchtet wird, dass dadurch noch weitere renommierten Namen der spanischen Sportwelt mit Doping in Verbindung gebracht werden könnten.
«As» lamentiert deshalb: «Nun steht Spanien wieder als ein Land da, das Doping toleriert. Aber der Fall Contador darf nicht dazu dienen, den spanischen Sport insgesamt zu disqualifizieren. Spanien hat ernsthafte Dopingprobleme im Radsport und in der Leichtathletik. Man darf die Vorwürfe nicht auf andere Sportarten ausweiten.»
Kritischer dagegen ist «El Pais»: «Aber abgesehen von diesem rechtlichen Labyrinth zeigt der Fall, dass man in Spanien beim Doping mehr Toleranz walten lässt als in anderen Ländern.»
Saxo Bank in Gefahr
Die französische Sportzeitschrift «L'Equipe» meldete unterdessen, dass Contadors Team Saxo Bank die Lizenz für die World Tour verlieren könnte. Denn ohne die 471 Punkte des Spaniers rutscht Saxo Bank auf den 18. Platz im Team-Ranking ab. Der UCI-Sprecher Enrico Carpani sagte deshalb: «Im Prinzip könnte Saxo Bank seine Lizenz verlieren.» Entscheiden kann dies aber nicht die UCI selbst, sondern deren Lizenzkommission. (ot/si)
Erstellt: 07.02.2012, 11:37 Uhr
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8 Kommentare
Ich bin echt gespannt darauf, wasd beim Fuentes Prozess noch alles ans Tageslicht kommt. Ich denke mal, der spanische Sport steht danach nicht mehr so toll da. Ausser die Dokumente verschwinden einfach so, spurlos......., aus den Augen, aus dem Sinn! Das haben die Spanier ja schon einmal getestet, beim ersten Mal, als Herr Fuentes aufgeflogen ist und davon gekommen ist, STRAFFREI! Antworten
Das Urteil ist nur gut und recht. Jeder Sportler ist selbst dafür verantwortlich was er isst. Sollte Contador wirklich nur ein schlechtes Steak gegessen haben, was ich sehr bezweifle, hat er es sich selbst zuzuschreiben. Pech für Ihn. Ich gönne es Andy Schleck von Herzen, dass er die Tour de France nun doch gewonnen hat. Ihn selbst wird das wohl wenig freuen. Antworten

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