Eine Kombination mit Zukunft
Von Jörg Greb. Aktualisiert am 26.08.2011 1 Kommentar
Post-Cup
Auftaktrennen (3 km). Männer: 1. Bandi (GG Bern) 8:35. 2. Kern (LC Schaffhausen) 0:06. 3. Kreienbühl (TV Oerlikon) 0:08. – Frauen: 1. Lehmann (TV Bösingen) 9:45. 2. Morceli-Bühler (TV Cham) 0:03. 3. Neuenschwander (ST Bern) 0:08.
Eine gewisse Skepsis zu diesem Doppel-Event in Bern beantwortete der Wettergott mit zuckenden Blitzen, kräftigem Donnergrollen und zeitweise sintflutartigen Regenschauern. Am Erfolg des Anlasses änderte dies indes wenig. Viele Zuschauer sorgten trotz der schlechten Witterung für eine beachtliche und viel gelobte Ambiance. Und die Sportler bedankten sich mit starken Leistungen und packenden Rennen.
Den Auftakt machten die Bikerinnen. Früh setzte sich Meisterin Nathalie Schneider ab und gab den Takt an. Eine Einfrau-Show mit Richtungswechseln, Treppen hinunter, steile Rampen hoch und über tückische künstliche Hindernisse lieferte sie aber nicht ab. Die US-Amerikanerin Lea Davison holte sie in der zweitletzten Runde ein und schob sich an ihr vorbei. Damit war das Rennen neu lanciert. Indes konterte die Einheimische aus Lomiswil. «Ich biss, wollte alles geben», sagte Schneider. Als «WM-Hauptprobe» betrachtete sie das Rennen. Und sie war in der Absicht angetreten, «hier zu Hause zu zeigen, was ich kann». Der Sieg war das Ziel. Er glückte. Zudem bereitete das Rennen viel Spass: «Das war unglaublich hart, gleichzeitig aber mega cool», sagte sie und äusserte den Wunsch, wie «toll es wäre, wenns solche Prüfungen öfter gäbe».
Bandi und Lehmann souverän
Um eine Premiere handelte es sich auch beim Post-Cup-Start-Event. 3000 Meter liefen die praktisch vollzählig vertretenen besten Läuferinnen und Läufer der Schweiz – und zwar zuschauerfreundlich angelegt auf einer 750 m Schlaufe. Auch Bandi, Neuenschwander, Strähl und Co. überzeugte das Konzept. Der Berner Philipp Bandi, Post-Cup-Gesamtsieger 2008 und 2009, Olympia- und EM-Teilnehmer, sprach von der Nervosität vor dem Start: «Wegen des Regens mussten wir warten, und als es dann losging, war es glitschig, vor allem in den Haarnadelkurven. Bandi hatte sich vorgenommen, «von Beginn an aufs Tempo zu drücken». Und diese Taktik ging besser auf als erhofft: «Ich kam relativ spielend weg und ich drückte weiter, damit nichts anbrennen konnte.» Tat es nicht. Bandi siegte souverän vor Marco Kern (LC Schaffhausen) und Christian Kreienbühl (TV Oerlikon) – ein perfekter Auftakt mit Blick auf die Gesamtwertung.
«Erstaunlich locker» lief es auch Valérie Lehmann. Die Mittelstrecklerin vom TV Bösingen überraschte sich selber: «Zu Beginn bummelten wir und mir kam es völlig locker vor.» Das gute Gefühl hielt an bis ins Ziel. «Ich kam erstaunlich locker durch», sagte sie, obwohl auch sie den nasssen Boden als «echt tückisch» erlebte, «sodass der Fuss jedes Mal ganz bewusst aufzusetzen war». Lehmann siegte sicher vor Marathon-Spezialistin Patricia Morceli (TV Cham) und deren Disziplinenkollegin Maja Neuenschwander (ST Bern). «Ich befinde mich im Marathon-Training auf die 42,195 km in Berlin, sodass mir diese Distanz schon etwas kurz vorkam», lachte sie zufrieden über ihre Darbietung.
Finish vor gespenstischer Kulisse
Vom heftigsten Gewitterregen begleitet wurden am Schluss die männlichen Biker. Bei gespenstischen Lichtverhältnissen und viel Nässe brachten sie ihre 18 Runden hinter sich. Neben den physischen Fähigkeiten war insbesondere die Fähigkeit gefordert, die Balance zu finden auf dem glitschigen Terrain. In einem packenden Finale setzte sich der erst 22-jährige Thomas Litscher (Thal) vor Routinier Florian Vogel (Rapperswil) durch. «Wir Biker sind Outdoor-Sportler und sind uns einiges gewohnt», sagte Litscher, beurteilte den Regen aber dennoch «als etwas extrem». Wichtig war ihm aber vor allem das Resultat: «Es stimmt mich zuversichtlich im Hinblick auf die WM.» (Der Bund)
Erstellt: 26.08.2011, 09:06 Uhr
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