Sport
Die «Zarin» kehrt zurück
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 16.08.2010
«Ab Februar werde ich wieder an den Start gehen», meinte Isinbajewa anlässlich der Jugendspiele in Singapur. Die Weltrekordlerin und Olympiasiegerin hatte sich nach der für sie medaillenlosen Leichtathletik-Hallen-WM im März in Doha eine Auszeit gegönnt, die sie aber bereits mächtig zu nerven scheint. «Ein normales Leben zu führen, ist sehr langweilig», sagte die 28-Jährige. Die erfolgreiche Athletin hatte schon früher erklärt, dass sie erst nach der Heim-WM 2013 in Moskau ihre Sportkarriere beenden wolle.
Isinbajewa wird beim grossen Meeting in Zürich am Donnerstag fehlen, was umso bedauernswerter ist, weil die Russin am 29. August 2009 mit ihrem Weltrekord über 5,06 Metern dem Letzigrund einen weiteren magischen Abend bescherte und zu den wenigen wirklichen Stars der Leichtathletik-Szene gehört.
Der Druck wurde zu gross
Dass sie eine Auszeit für Körper und Geist genommen hat, ist irgendwie verständlich. Kurz vor ihrem Time-out hinterliess Isinbajewa einen verzweifelten Eindruck: «Ich spüre einen riesigen Druck, immer die Beste sein zu müssen, immer die Goldmedaillen holen zu müssen. Alle erwarten das von mir: die Russen, die Fans, ich selbst.» Jetzt habe sie das Feuer für die Wettkämpfe verloren, sie wolle nicht auch noch das Gesicht verlieren.
Die neueste Nachricht, dass sie ab nächsten Februar wieder Wettkämpfe bestreiten wird, freut nicht nur die Szene und die Leichtathletik-Fans der olympischen Sommerspiele. Auch die Sponsoren, darunter der chinesische Ausrüster Li Ning, sind über das Comeback der besten Stabhochspringerin aller Zeiten mehr als nur froh. Die Firma aus dem Reich der Mitte unterstützt die überaus populäre Athletin mit mindestens anderthalb Millionen Franken jährlich – eine ganz nette Summe, nicht nur für Leichtathletik-Verhältnisse.
Fazit: Für einmal sind selbst Kommunisten glücklich, dass eine «Zarin» wieder das Szepter schwingen will. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 16.08.2010, 15:26 Uhr



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