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Die Welt von Armstrong bricht zusammen

Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 12.07.2010 15 Kommentare

Nach nur einer Woche Tour de France gehört der Texaner zu den grossen Geschlagenen. Doch Lance Armstrong (38) droht viel schlimmeres Ungemach aus seiner Heimat.

Erschöpft, ausgelaugt: Die Tour nagt an der Psyche und am Körper von Lance Armstrong – oder sind es die Schatten aus der Vergangenheit?

Erschöpft, ausgelaugt: Die Tour nagt an der Psyche und am Körper von Lance Armstrong – oder sind es die Schatten aus der Vergangenheit?
Bild: Keystone

97. Tour de France

8. Etappe, Station des Rousses - Morzine-Avoriaz (189 km): 1. Andy Schleck 4:54:11. 2. Samuel Sanchez, gleiche Zeit. 3. Gesink 0:10. 4. Kreuziger. 5. Contador. 6. Evans. 7. Van den Broeck. 8. Leipheimer. 9. Basso. 10. Mentschow.

11. Sastre, alle gleiche Zeit. 12. Rogers 0:20. 13. Rodriguez 0:39. 14. Hesjedal 1:14. 15. De Weert. 16. Klöden, gleiche Zeit. 17. Plaza 1:37. 18. Thomas Lövkvist (Sd) 1:45. 19. Wiggins 1:45. 20. Anthony Charteau (Fr) 2:05.

21. Morabito 2:15. 22. John Gadret (Fr) 2:18. 23. Roche, gleiche Zeit. 24. Daniel Navarro (Sp) 2:20. 25. Capecchi 2:23. 26. Valls. 27. Winokurow. 28. Monier, alle gleiche Zeit. 29. Christophe Riblon (Fr) 3:27. 30. Koos Moerenhout (Ho), gleiche Zeit.

Ferner: 60. Chavanel 11:40. 61. Armstrong 11:45. 99. Cunego 21:32. 106. Ballan, gleiche Zeit. 128. Elmiger 27:49. 154. Cancellara 30:15. 157. Petacchi 32:34. 161. Rast. 174. Cavendish. 182. McEwen, alle gleiche Zeit. - 186 klassiert.

Gesamtklassement: 1. Evans 37:57:09. 2. Andy Schleck 0:20. 3. Contador 1:01. 4. Van den Broeck 1:03. 5. Mentschow 1:10. 6. Hesjedal 1:11. 7. Kreuziger 1:45. 8. Leipheimer 2:14. 9. Samuel Sanchez 2:15. 10. Rogers 2:31.

11. Gesink 2:37. 12. Sastre 2:40. 13. Basso 2:41. 14. Wiggins 2:45. 15. Winokurow 3:05. 16. Roche 3:11. 17. Rodriguez 3:23. 18. Lövkvist 3:30. 19. Valls 4:27. 20. Luis Leon Sanchez 5:03.

21. Klöden 5:39. 22. Monier 6:19. 23. Horner 6:33. 24. Gadret 7:12. 25. Johan van Summeren (Be) 7:28. 26. Plaza 7:52. 27. De Weert 7:58. 28. Moreno 8:15. 29. Garate 8:39. 30. Christophe Le Mevel (Fr) 8:53.

Ferner: 39. Armstrong 13:26. 47. Morabito 20:55. 86. Ballan 41:35. 89. Cancellara 41:51. 98. Cunego 45:14. 106. Elmiger 47:53. 131. McEwen 55:04. 149. Cavendish 1:01:23. 150. Rast 1:01:30.

Ein beschwerliche Etappe: Das morgige Teilstück an der Tour de France fordert die Fahrer erheblich.

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Kein Held der Landstrasse, der nicht froh wäre über diesen ersten Ruhetag der 97. Tour de France: Die Pavés, die Stürze, die Hitze, die ersten Steigungen, all diese Erlebnisse haben im Fahrerfeld Spuren hinterlassen. Da kommt ein Tag mit Rennpause gerade richtig. Schliesslich geht es morgen Dienstag mit der happigen Bergetappe über die Pässe Colombière, Aravis, Les Saisies sowie Col de la Madeleine weiter. Schon als Tourist in einem Gefährt mit Motor und vier Rädern erfordert dieser Trip Anstrengung und höchste Konzentration; auf zwei Räder und unter Wettkampfbedingungen liegt der ganze Kraftaufwand und Energieverschleiss noch ein paar Stufen höher.

Sportliche Themen sind in dieser hektischen und aufregenden Rundfahrt zu genüge vorhanden. Und noch hat die Tour keinen Dopingfall zu verkraften. Das ist, um es einmal aus vorsichtiger Perspektive zu erläutern, erfreulich. Und dennoch fährt das Dopinggespenst stets mit. So auch bei Lance Armstrong: Nach dem Absturz in der 8. Etappe scheinen ihn die Schatten aus der Vergangenheit definitiv einzuholen. Der Texaner zeigte sich am Sonntagabend ziemlich geknickt, was nicht nur mit dem Desaster im Sattel zu tun haben könnte.

Ehemalige Helfer wollen reden

Armstrong, der keine Chancen mehr hat, zum achten Mal die «Grande Boucle» zu gewinnen, muss in Frankreich vernehmen, dass nach Floyd Landis weitere ehemalige treue Domestiken bereit sind, gegen ihn in Sachen Doping auszupacken, und zwar als Kronzeugen. Tyler Hamilton gehört offenbar dazu, aber auch George Hincapie, der jetzt für das BMC-Team fährt. «Ich werde mich zur vollen Kooperation zur Verfügung stellen», kündigte Hamilton im renommierten «Wall Street Journal» an. Der Anwalt von Hincapie teilte mit, dass sein Schützling nach der Tour de France ebenfalls bereit wäre, sich von Ermittler Jeff Novitzky befragen zu lassen. Novitzky, der sein tägliches Brot als Fahnder für die staatliche Lebens- und Arzneimittelaufsicht verdient, gilt als topmotiviert und typisch scharfer Hund der amerikanischen Anwaltsszene – Armstrong sollte sich vor ihm in Acht nehmen.

Zumal die Ermittlungen auch in Richtung Steuerhinterziehungen gehen könnten, weil Fahrräder des staatlich finanzierten US-Postal-Teams verkauft worden sein sollen. Mit dem Erlös sollen Dopingmittel gekauft worden sein – ein happiger Vorwurf, der in den USA noch sehr viel Staub aufwirbeln könnte.

Spenden – oder Schweigegeld?

Zu allem Übel tauchen heuer noch Geschichten über Spenden von Armstrong an Pat McQuaid aus früheren Zeiten auf. Armstrong hat 2002 persönlich 25'000 US Dollar, drei Jahre später noch einmal 100'000 US Dollar über sein Management «Capital Sports and Entertainment» an den Chef des Internationalen Radsport-Weltverbandes UCI überwiesen. Der Ire McQuaid bestreitet diese Fakten nicht. Es habe sich um sinnvolle Investitionen für Doping-Kontrollsysteme gehandelt. Die Vermutung, dass der amerikanische Radprofi eine Gegenleistung bekommen habe, dementierte der UCI-Boss. «Von uns hat er niemals eine bevorzugte Behandlung erhalten», erklärte der hohe Funktionär, der mit seinen Äusserungen immer wieder überrascht und für Kopfschütteln sorgt. «Ich verteidige Lance, weil er ein grossartiger Athlet ist», ist eines jener Zitate von McQuaid. Eine andere, weitaus merkwürdigere Aussage des Iren lautete wie folgt: Selbst in Kula Lumpur wisse man mit dem Namen Armstrong etwas anzufangen, einen Mann wie Fabian Cancellara kenne man dort aber wohl nicht.

Die Radsport-Szene fragt sich allerdings, wie lange die Nibelungentreue von McQuaid zum Rekordsieger der Tour de France noch anhält. Auf jeden Fall wirkt Armstrong für langjährige Beobachter bei seiner Abschiedstournee durch Frankreich gereizt, müde und erschöpft – ein Zustand, der nicht nur mit den körperlichen Leiden seines Jobs zu tun haben muss. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.07.2010, 15:02 Uhr

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15 Kommentare

Urs Huggentobler

12.07.2010, 15:17 Uhr
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Training hin oder her. Wer glaubt, man könne jeden Tag bei bis zu 250 km und über 6 Stunden im Sattel Topleistungen erbringen ohne nachzuhelfen, soll weiter vor sich her träumen. Marathonläufer z.B. sind auch nicht in der Lage 6 Tage die Woche einen Marathon in Wettkampftempo zu laufen. Meist nehmen sie nur an wenigen Läufen pro Jahr teil. Antworten


John Luternauer

12.07.2010, 15:21 Uhr
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Wie war die Durchschnittsgeschindigkeit bei der langen Alpenetappe? Über 35 km/h! Hallo Leute, wacht auf! Das geht nur mit einer Spritze im Arsch oder sonstwo! Der Amstrong probierts einmal ohne. Das Resultat ist bekannt. Antworten



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