Gefährliche Bobbahn: Egger an Wirbelsäule verletzt
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Die Schweizer Bobfahrer wollten eine Medaille. Und die Voraussetzungen waren gut. Dank Ivo Rüegg, dem zweifachen Weltmeister und aktuellen Weltcup-Leader. Dank Beat Hefti, dem schnellsten Anschieber der Welt, der zum Piloten geworden ist und im letzten Winter den Weltcup dominierte. Dank Citius, den neuen, von der ETH entwickelten Schlitten, die pro Fahrt 13 Hundertstelsekunden Zeitgewinn bringen sollen. Dank der Bildung eines Supervierers, in dem Hefti seine Schubkraft dem Rivalen Rüegg zur Verfügung stellt.
Schlittenbauer Christian Reich sagte: «Sie müssen vom ersten Training an Vollgas geben, damit sie das nötige Vertrauen gewinnen.»
Ultraschnelle Bahn
Sie gaben Vollgas. Beat Hefti und Daniel Schmid taten es schon im ersten Lauf. Doch dann passierte, was auf dieser ultraschnellen Bahn kein Einzelfall blieb. Beide stürzten. Während Schmid unverletzt blieb, zog sich Hefti zahlreiche Schürfungen und auch eine leichte Hirnerschütterung zu. Gestern bestätigten die Ärzte, dass Hefti auf den Zweier verzichten muss und auch sein Start im Vierer gefährdet ist.
Auch der EM-Dritte Daniel Schmid wird heute nicht starten. Gestern Freitag beim Abschlusstraining stürzte er erneut. Während er unverletzt blieb, musste Anschieber Jürg Egger medizinisch versorgt und ins Spital überführt werden. Schmid hat sich mit dieser Bahn nie anfreunden können und sagte nach dem neuerlichen Sturz: «Hier fahre ich nicht mehr runter. Die Gesundheit ist mir wichtiger. Fertig lustig.» Das heisst also, dass er auch im Viererbob nicht antreten wird.
Laufend überwächt
Der Schweizer Olympiaarzt Christian Schlegel sagte später in einem Interview: «Jürg Egger hat eine Verletzung an der Halswirbelsäule, glücklicherweise sind die Knochen nicht betroffen. Auch alle Nerven sind in diesem Bereich intakt, allerdings hat er dort Quetschungen. Lähmungserscheinungen wurden keine festgestellt. Eine grobe Kopfverletzung kann ausgeschlossen werden. Jürg Egger ist wenige Stunden nach dem Sturz ins Main Hospital nach Vancouver ausgeflogen worden. Dies erfolgte aus Optimierungsgründen. In Vancouver wird er laufend überwacht. Wenn sich die Situation verschlimmert, wird er noch stärkere Schmerzen spüren und eventuell unter Gefühlsstörungen leiden.» (sam/si)
Erstellt: 20.02.2010, 12:38 Uhr
