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Vor den Datenjägern ist kein Star sicher
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Tief unter den Tribünen von Court 1, sozusagen im Bauch von Wimbledon, befindet sich während des alljährlichen Grand-Slam-Turniers die Zentrale der Datenjäger von IBM. Hier fliessen die auf den Plätzen gesammelten Informationen zusammen, ehe sie für Medien, TV-Zuschauer und Internet-User aufbereitet werden. Wer schlägt die meisten Asse? Wer hat den härtesten Service? Wer rückt am meisten ans Netz vor? Die Antworten auf diese Fragen gehören heute ebenso zum Tennis wie das Hawk-Eye-System, mit dessen Hilfe sich knappe Entscheidungen der Linienrichter überprüfen lassen.
Die 45-köpfige IBM-Crew in der Datenzentrale will sich damit aber nicht zufrieden geben. Und so ist die nächste Innovation längst in Arbeit. Unbemerkt von der grossen Masse der Wimbledon-Besucher, zeichneten in zwei Boxen über Court 18 angebrachte Minikameras während der beiden Turnierwochen die Bewegungen der Athleten auf. Die gewonnenen Informationen verwandelten sich mittels komplizierter mathematischer Prozesse in dreidimensionale Grafiken.
2012 soll jeder das Programm nutzen können
SecondSight, zu Deutsch der zweite Blick, heisst das Programm, dessen Ursprung im militärischen Bereich liegt. «Mit Hilfe von SecondSight können wir sehen, wie schnell sich ein Spieler bewegt, wie es um seine Ausdauer steht und welche Distanz er während eines Matches abspult», erklärte IBM Programme Executive Alan Flack gegenüber DerBund.ch/Newsnet. «Es ist zudem möglich, die Laufwege eines Athleten aufzuzeigen, um seinen Spielstil besser zu verstehen.»
Alan Flack hofft, dass das Programm bis im nächsten Jahr so ausgefeilt sein wird, dass es bei den All England Championships 2012 auf der Turnier-Website und am Fernsehen von jedermann abgerufen werden kann. SecondSight sei aber nicht nur ein nettes Spielzeug für den Tennis-Konsumenten, sondern auch ein hilfreiches Tool für Spieler und Trainer, da es Stärken und Schwächen anhand zuverlässiger Zahlen erfasse.
Der PointStream, eine weitere IBM-Entwicklung, war in diesem Jahr bereits auf den grossen Plätzen im Einsatz. Er liefert laufend aktualisierte Statistiken zu Schlüsselwerten eines Spielers, etwa seine Erfolgsquoten nach dem ersten Aufschlag des Gegners und bei Ballwechseln unter drei oder über zehn Schlägen. Die Daten werden unterhalb des Spielstands als Balken angezeigt. «Wir benutzen den PointSream zwar erst im Tennis, aber es gibt keinen Grund, warum man ihn nicht auch im Finanzbereich anwenden könnte», so Programme Executive Alan Flack. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 03.07.2011, 13:00 Uhr






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