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Nadal verliert und droht
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Turnierdirektor Manolo Santana sackte während der Medienkonferenz auf seinem Stuhl leicht zusammen,als er die Worte Rafael Nadals hörte: «Wenn sie hier so weitermachen, dann bin ich sehr traurig, aber dann habe ich nächstes Jahr ein Turnier weniger in meinem Kalender.» Nadal hatte gerade zum ersten Mal nach 13 Siegen gegen seinen Landsmann Fernando Verdasco verloren. In den vorherigen sechs Vergleichen auf Sand hatte er seinen Davis-Cup-Kollegen mit 13:0 Sätzen und nur 28 abgegebenen Games geradezu deklassiert.
Auch diesmal schien er, trotz des ersten Satzverlustes auf Sand, auf der Siegesstrasse, als er im Entscheidungssatz 5:2 führte. Doch Verdasco steckte nicht auf, holte die letzten fünf Games und verwertete schliesslich nach 3:10 Stunden den Matchball. «Ich hatte die Partie nie unter Kontrolle, obwohl ich führte», erklärte Nadal. «Die Beinarbeit ist in meinem Spiel enorm wichtig und ich kann mich hier nicht richtig bewegen. Ich habe verloren, weil ich nicht gut genug war. Ich gratuliere Fernando zum Sieg, wenigstens habe ich gegen einen Spanier verloren.»
Tatsächlich sind die Bedingungen in Madrid weit entfernt von denen bei allen anderen Sandplatzturnieren und bestrafen Nadal wohl am stärksten. Die Höhenlage kommt seinem Spiel nicht entgegen, kann aber nicht geändert werden. Die Plätze, seit Jahren in schlechtem Zustand, sind in diesem Jahr noch rutschiger und nun kommt noch die Farbe blau hinzu, bei der nicht nur der Spanier rot sieht. «Die ATP und das Turnier können machen, was sie wollen. Ich war einfach nicht gut genug, mich rechtzeitig anzupassen, aber wenn es keine Änderungen gibt, spiele ich hier nächstes Jahr nicht mehr.» Er betonte aber umgehend, dass ihm dies schwer fallen würde: «Es wäre für mich wohl viel schlimmer als für die meisten anderen.»
Die Niederlage des vierfachen Madrid-Finalisten hat schon fast eine historische Dimension: Seit seinem ersten Paris-Titel 2005 verlor er auf Sand nur noch gegen Roger Federer, Novak Djokovic (je zwei Mal), Juan Carlos Ferrero und Robin Söderling.
Massiv unzufrieden war auch Toni Nadal. Rafaels Onkel und Coach fand klare Worte: «Fernando hat verdient gewonnen, aber die ATP hätte eine Busse verdient, weil sie dieses Turnier so stattfinden liess. Hoffentlich wird die Niederlage von Rafa nicht als Sandplatzniederlage verbucht, sondern als Niederlage im Eislaufen. Jetzt müssen wir irgendwo das Spiel wieder suchen gehen, das Rafa in dieser Woche verloren hat.» (si)
Erstellt: 10.05.2012, 22:11 Uhr






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