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Kein Federer-Komplex, einfach unterlegen

Von Simon Graf. Aktualisiert am 30.05.2011 1 Kommentar

Stanislas Wawrinka blieb nach seinem Scheitern im Schweizer Duell nur, Roger Federers Dominanz anzuerkennen. Trotzdem verlässt er Paris zufrieden.

«Er ist einfach besser»: Wawrinka musste nach der Niederlage gegen seinen Freund Federer dessen Überlegenheit eingestehen.

«Er ist einfach besser»: Wawrinka musste nach der Niederlage gegen seinen Freund Federer dessen Überlegenheit eingestehen.
Bild: Keystone

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Stanislas Wawrinka hatte nach der neunten Niederlage im zehnten Versuch gegen Roger Federer keine Lust auf Konversation. So beschränkte er sich in der obligatorischen Pressekonferenz aufs Nötigste, um die Schweizer Journalisten zufriedenzustellen.

Nicht Ärger oder Enttäuschung schien beim Waadtländer das vorherrschende Gefühl zu sein, sondern Frustration. Frustration darüber, dass er, wenn sein Davis-Cup-Kollege in Form ist, gegen diesen einfach keine Chance hat. Wawrinkas einziger Sieg gegen Federer datiert vom April 2009, als dieser nach seiner Hochzeit mit Mirka Vavrinec direkt ans Turnier von Monte Carlo gereist war. In drei Begegnungen an Grand-Slam-Turnieren – in Roland Garros 2010 und 2011 (im Achtelfinal) und Melbourne 2011 (Viertelfinal) – hat er gegen ihn keinen Satz gewonnen.

In einem Interview in der Sonntagsausgabe von «Le Matin» hatte Wawrinka kürzlich eingeräumt, dass es ihm auf dem Platz schwerfalle, alles zu vergessen, was er mit Federer erlebt habe. Doch es war keine mentale Blockade des Romands, die zum erneut klaren Sieg des Favoriten führte, sondern schlicht dessen spielerische Überlegenheit. «Die Art und Weise, wie er spielt, wie gut er variiert, macht es sehr schwierig für mich», gestand Wawrinka. «Er lässt mir keine Zeit, mein Spiel aufzuziehen.» Eigentlich habe er gar nicht so schlecht gespielt, «aber Roger ist einfach besser. Er ist die Nummer 3 der Welt, ich die Nummer 14. So gesehen ist das Ergebnis logisch. Er war schon immer besser als ich, und heute haben wir wieder gesehen, dass ich gegen ihn keine Lösung finde.»

Bald weiter in Queen’s

Mit seinem Turnier dürfe er trotzdem zufrieden sein, fügte der 26-Jährige an. Der Sieg über Jo-Wilfried Tsonga nach einem 0:2-Satzrückstand sei einer der schönsten seiner Karriere gewesen. Zudem habe er an Grand-Slam-Turnieren zur nötigen Konstanz gefunden. Seit er mit Peter Lundgren arbeitet, hat er auf der grossen Bühne zweimal den Viertelfinal und einmal den Achtelfinal erreicht. Und auch Federer machte ihm Mut: «Stan hat sich im letzten Jahr auf eine neue Stufe gehievt. Er hat nun mehr Möglichkeiten, muss nicht immer so hart draufschlagen wie möglich, sondern kann auch mal variieren. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass er mir gefährlich werden kann. Aber heute habe ich es von Anfang bis zum Schluss beinahe perfekt runtergespielt.»

Weiter geht es für Wawrinka ab nächster Woche mit einer Premiere: Er tritt erstmals im altehrwürdigen Queen’s Club in London an. In den letzten beiden Jahren hatte er vor Wimbledon jeweils das Challenger-Turnier in Lugano auf Sand bestritten und gewonnen – keine optimale Vorbereitung für das dritte Major-Event des Jahres. Er reist erstmals mit Lundgren, der Federer 2003 zu seinem ersten Wimbledon-Titel führte, nach London, und der Schwede, der schon als Spieler eine Affinität fürs Rasen-tennis hatte, dürfte ihm da einiges beibringen. «Wenn ich gut trainiere, kann ich gefährlich sein», glaubt Wawrinka. Die Rückkehr in die Top Ten führt für ihn auch über erfolgreiche Matches in Wimbledon, denn je besser er klassiert ist, desto später trifft er auf Federer. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.05.2011, 08:30 Uhr

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1 Kommentar

Jan Demuth

30.05.2011, 11:17 Uhr
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Sehr schöner und ausführlicher Artikel. Immer wieder schön, mehr über Wawrinka zu lesen als blosse Ergebnisse. Danke. Antworten



Programm & Resultate

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Roland Garros
27.05EndeCipolla - Wawrinka3:6 3:6 6:4 6:3 2:6
Stand: 27.05.2012 16:09
GP Monaco 2012 - Rennen
1:46:06.5571 Mark Webber
+0.6002 Nico Rosberg
+0.9003 Fernando Alonso
Stand: 28.05.2012 20:04
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Playoff
EndeAarau - Sion1:0
Stand: 28.05.2012 18:12
Roland Garros WTA
28.05EndeRadwanska - Jovanovski6:1 6:0
Roland Garros
28.05EndeFederer - Kamke6:2 7:5 6:3
28.05EndeDjokovic - Starace7:6 6:3 6:1
Stand: 28.05.2012 19:55
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Freundschaftsspiel
20:45Italien - Luxemburg
Stand: 13.04.2012 13:49
Roland Garros WTA
29.0511:00Radwanska - V. Williams
29.0512:15Cadantu - Scharapowa
Roland Garros
29.0514:15Bolelli - Nadal
Stand: 28.05.2012 19:55
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