Sport

«Im Sparring kann ich Roger schlagen»

Von Adrian Schräder. Aktualisiert am 02.11.2011

In seinem Auftaktmatch an den Swiss Indoors überraschte Michael Lammer. Vor seinem heutigen Spiel äusserte er sich gegenüber DerBund.ch/Newsnet.

Folgt heute gegen Marcos Baghdatis die nächste Überraschung? Michael Lammer beim Service.

Folgt heute gegen Marcos Baghdatis die nächste Überraschung? Michael Lammer beim Service.
Bild: Keystone

Swiss Indoors in Basel

DerBund.ch/Newsnet hält sie ab 15 Uhr über das Spiel von Michael Lammers gegen Marcos Baghdatis auf dem Laufenden und berichtet live ab 18 Uhr von der Partie zwischen Roger Federer und Jarkko Nieminen.

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ATP Weltrangliste

RNameP
1.SRBNovak Djokovic12730
2.SCOAndy Murray8750
3.SUIRoger Federer7760
4.ESPDavid Ferrer6920
5.ESPRafael Nadal6895
6.CZETomas Berdych4520
7.ARGJuan Martin Del Potro4320
8.FRAJo-Wilfried Tsonga3965
9.FRARichard Gasquet3180
10.SUIStanislas Wawrinka2675
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Stand: 13.05.2013 01:38

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Herr Lammer, Sie sind Tennisprofi und ziehen mit dem ATP-Zirkus um die ganze Welt. Wie sieht Ihr Alltag aus? Training, Training, Training?
Während den Trainingsphasen beginnt mein Tag um halb neun. Ich spiele bis zu vier Stunden Tennis und mache Kraft-, Ausdauer- und Schnelligkeitstraining. Zwischendurch schalte ich auch immer wieder Erholungsphasen ein, mit Massagen und Physiotherapie. Dabei sind alle Einheiten des Trainings gleichermassen wichtig – wobei natürlich das eigentliche Spiel auf dem Platz sicher am meisten Freude bereitet. An den Turnieren gestaltet sich der Tagesablauf etwas anders. Dort steht der nächste Match im Vordergrund. Man muss seinen Gegner studieren, sich eine Taktik zurechtlegen und vor allem erholt sein.

Sie reisen viel, sind praktisch an allen grossen ATP-Turnieren mit dabei. Ihr Lieblingsanlass?
Von allen Turnieren, an denen ich das ganze Jahr teilnehme, sind sicher die Grand Slams sowie die Schweizer ATP-Turniere für mich am speziellsten. Ganz vorne dabei das Australian Open in Melbourne mit seiner reibungslosen Organisation und einer äusserst entspannten Atmosphäre. Auch auf das US Open in New York freue ich mich immer sehr – nicht zuletzt, da New York eine meiner Lieblingsstädte ist. Ausserdem habe ich bei diesen beiden Turnieren schon mal das Hauptfeld erreicht – in New York sogar die zweite Runde. Am Australian Open spielte ich gegen Andy Roddick auf dem Centre Court vor 15'000 Zuschauern. Nebst den grössten Turnieren ist es aber auch immer sehr speziell vor Heimpublikum zu spielen, wie in Gstaad oder in Basel.

Was war bis dato Ihr grösster Sieg?
Im August 2009 habe ich mit meinem guten Freund und Davis-Cup-Kollegen Marco Chiudinelli das Doppelturnier in Gstaad gewonnen. Besonders schön daran war, diesen Sieg mit einem engen Freund und dem Schweizer Publikum zu teilen. Das kommt ja nicht allzu oft vor in der Welt der Einzelwettkämpfe.

Was macht man eigentlich abends in Katar, Dubai oder Melbourne? Geht man da mit der Weltelite in die Disco? Oder sitzen alle in ihren Hotelzimmern und machen Liegestütze?
Die Spieler, die sich besser kennen, gehen sicher ab und zu gemeinsam abends essen. Die Grüppchen bilden sich dabei meistens anhand der Nationen oder der gemeinsamen Sprache. Ich verbringe – vor allem an den grösseren Turnieren – vorwiegend Zeit mit den anderen Schweizern. Ein Discobesuch ist dabei aber eher die seltene Ausnahme...


Die Spieler des ATP-Zirkus kennen sich alle untereinander. Viele sind befreundet. Trotzdem geht es um viel Geld – besonders an grossen Turnieren. Versucht man sich da gegenseitig vor den Matches zu beeinflussen?
Es mag vielleicht etwas enttäuschen, aber im Prinzip geht es sehr fair zu und her unter den Spielern. Klar gibt es immer wieder Ausnahmen: Zum Beispiel wurden am diesjährigen Australian Open einem französischen Spieler vor seinem Match die Schuhe geklaut – ob das nun Absicht oder gar sein nächster Gegner war, wird man wohl jedoch nie erfahren. Es ist auch schon vorgekommen, dass ein Spieler von seinem Kontrahenten vor dem Match mit SMS oder Anrufen bombardiert worden ist. Bestimmte Tricks sind sonst aber eher schwierig anzuwenden. Klar versucht man, psychologisch stets den Stärkeren zu markieren, das strenge Regelsystem im Tennis setzt dem aber auch klare Grenzen. Trash-Talk z.B., wie im Vorfeld eines Boxkampfs üblich, kommt nicht infrage.

Wer ist eigentlich der lustigste Spieler auf der Tour? Vielleicht Djokovic?
Dies über einen einzelnen, bestimmten Spieler zu sagen, ist relativ schwierig. Für mich ist die Zeit mit dem Schweizer Davis-Cup-Team jeweils besonders lustig. Natürlich vor allem, wenn wir gewinnen. Dies liegt sicher auch am starken Zusammenhalt und der langjährigen Freundschaft zwischen allen Teammitgliedern.


Sie sind seit etlichen Jahren eng mit Roger Federer befreundet, trainieren auch immer wieder mit ihm. Kennen Sie seine Schwachstellen?
Grundsätzlich ist es schwer, bei Roger Federer überhaupt von Schwachstellen zu sprechen – sein Erfolg spricht ja für sich. Im Training kann ich im Vergleich zu vor vier oder fünf Jahren keinen Unterschied ausmachen. Er hat sein Spiel eher noch weiter verbessert. Es ist ja kein Geheimnis, dass seine Rückhand im Verhältnis sein schlechtester Schlag ist. Funktioniert diese aber im Spiel tadellos, wird es schwierig, noch etwas gegen ihn auszurichten. Im Training wird auch deutlich, wie wichtig die Konzentration und die mentale Stärke im Tennis sind: Während ich als Sparringspartner durchaus mit Rogers Spiel mithalten und ihn sogar schlagen kann, schafft er es, in einem ernsten Match am Turnier seinen Fokus noch mal um ein Vielfaches zu verstärken.

Denkt man da als Sparringspartner manchmal: «Verdammt, eigentlich könnte ich auch so gut spielen?»
Ich denke eher: «Verdammt! Wie kann er nur so gut spielen?»

Was braucht es dazu genau? Wie viel ist Technik, wie viel Fitness, wie viel Psychologie, wie viel Taktik?
Alle der Faktoren sind sehr wichtig. Betrachtet man aber die absolute Weltspitze, entscheidet sich ein Spiel oft aufgrund des psychologischen Faktors. Während sich die Top 200 oder sogar 300 spielerisch und körperlich alle auf ähnlich hohem Niveau bewegen, ist schlussendlich der mentale Aspekt der ausschlaggebende. Damit ist vor allem die Fähigkeit gemeint, in den wichtigen Momenten, bei wichtigen Punkten, die Nerven zu behalten und sein bestes Spiel zu zeigen.

Sie beschäftigen einen Mentalcoach. Was sagt einem der?
In meinem Fall ging es vor allem darum, zu lernen, zwischen den einzelnen Punkten den Fokus nicht zu verlieren. Dazu haben wir ein eigentliches Drehbuch entwickelt, das mir helfen soll, mit meinen Gedanken während des Spiels nicht abzuschweifen, mich auf den Moment zu konzentrieren und nicht über vorherige Fehler oder einen allfälligen Misserfolg nachzudenken.

Das Leben eines Tennisprofis verschlingt extrem viel Geld. Wie finanziert man das, wenn man nicht in den Top 20 klassiert ist?
Die Kosten für das Reisen – mit Flügen, Hotel und Essen – und das Coaching sind natürlich sehr hoch und in meinem Fall vom Preisgeld alleine nicht zu tragen. Zum Glück habe ich aber Sponsoren, wie Peter Kuratli von der Firma Syntax, die mich unterstützen. Auch das Engagement im Nati A Interclub Team von GC Zürich sowie verschiedene ausländische Tennisclubs, die mich für ihre Ligaspiele buchen, ermöglichen mir, meinen Job als Tennisprofi weiterhin auszuüben. Dabei habe ich mir auch immer vorgenommen, diesen Traum als Tennisprofi nur so lange weiterzuleben, wie ich ihn mir auf diese Art finanzieren kann – was bis jetzt immer noch funktioniert.

Wohin zieht es Sie, wenn Sie von den gelben Filzbällen genug haben? Was machen Sie am liebsten, wenn Sie in Zürich sind?
Habe ich mal frei, geniesse ich es zu relaxen und möglichst wenig zu machen. Zürich ist meine Heimat. Hierhin komme ich nur schon deswegen immer wieder gerne zurück. Ich geniesse die Zeit mit Freunden und Familie, gehe auch gerne mal aus oder tagsüber in die Stadt. Im Sommer verbringe ich viel Zeit am See, im Winter vor allem in der WG meiner Freundin, die hier in der Stadt lebt. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.11.2011, 14:00 Uhr

Programm & Resultate

Super League
EndeFC Zürich - Luzern4:1
EndeServette - Young Boys0:1
Bundesliga
EndeAugsburg - Greuther Fürth3:1
EndeHamburger SV - Bayer Leverkusen0:1
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Stand: 18.05.2013 21:36
Internazionali BNL d'Italia
18.05EndeBerdych - Nadal2:6 4:6
18.05EndePaire - Federer6:7 4:6
Stand: 18.05.2013 21:38
Keine Daten vorhanden
NHL Playoffs
EndePittsburgh Penguins - Ottawa Senators4:3
EndeChicago Blackhawks - Detroit Red Wings1:4
WM Halbfinale
EndeFinnland - Schweden0:3
EndeSchweiz - USA3:0
Stand: 18.05.2013 21:21
Keine Daten vorhanden
Internazionali BNL d'Italia
19.05EndeNadal - Federer6:1 6:3
Stand: 19.05.2013 17:23
Keine Daten vorhanden
NHL Playoffs
EndeSan Jose Sharks - Los Angeles Kings2:1
21:00Boston Bruins - New York Rangers
WM Spiel um Bronze
EndeFinnland - USA2:3
WM Finale
20:30Schweiz - Schweden
Stand: 19.05.2013 18:29
Cup
16:00Basel - Grasshoppers
Stand: 18.04.2013 00:51
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
NHL Playoffs
01:30Ottawa Senators - Pittsburgh Penguins

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