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«Ich bin sehr froh, Nadal im Final bezwungen zu haben»
Von René Stauffer. Aktualisiert am 29.11.2010 8 Kommentare
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Roger Federer, wie blicken Sie auf diese Londoner Woche zurück?
Es ist fantastisch, und ich bin selber begeistert, wie ich die ganze Woche über spielen konnte. Dass ich dieses Turnier nach Houston und Shanghai nun auch in London gewinnen konnte, bedeutet mir viel. Ich konnte die Saison stilvoll und mit einer Topleistung beenden. Mit fünf Titeln und neun Finals war dies wieder ein sehr gutes Jahr für mich. Zudem bin ich sehr froh, Nadal im Final bezwungen zu haben. Er hatte schliesslich ein ausserordentlich gutes Jahr.
Wie speziell ist dieser Sieg gegen Nadal? Immerhin hatten Sie sechs der sieben letzten Duelle gegen ihn verloren.
Der Finalsieg gegen ihn macht den Titel schon speziell. Wir beide haben grossen Respekt voreinander – für das Selbstvertrauen ist ein solcher Sieg Gold wert. Aber das heisst nicht, dass ich ihn nun fünfmal in Folge bezwingen werde.
Wie fühlten Sie sich, als er im zweiten Durchgang stärker wurde?
Als er mich im zweiten Satz breakte, hatte ich kaum einen ersten Aufschlag im Feld gehabt, und das half ihm natürlich. Ich wusste, dass ich mich nun noch mehr auf meinen ersten Aufschlag konzentrieren musste. Es war interessant, zu sehen, wie er spielte. Aber ich wusste, dass ich offensiv bleiben und meine Taktik durchziehen musste.
Im dritten Satz ging es plötzlich schnell. Merkten Sie, dass seine Energie nachliess?
Eigentlich nicht. Das Break zum 4:1 kam rasch zustande. Ich konnte offensiv bleiben, und es frustrierte ihn vielleicht, dass es zu keinen längeren Ballwechseln kam. Das ist Hallentennis. Ich bin mit diesem Tennis aufgewachsen, deshalb war ich wohl im Vorteil. Ich habe mich während der gesamten Woche an einen Gameplan gehalten. Obwohl ich den zweiten Satz verloren hatte, blieb ich positiv. Das Niveau war sehr hoch, ich weiss nicht, ob ich noch besser hätte spielen können.
Wie beurteilen Sie ihre Saison?
Ich hatte ein gutes Jahr. Niemand kann das Gegenteil behaupten. Klar, ich musste einige harte Niederlagen einstecken. Aber man kann halt nicht jedes Turnier gewinnen. Ich habe fünf Titel gewonnen, einen Grand Slam. Physisch war ich besser drauf als in den letzten beiden Jahren. Das stimmt mich natürlich sehr positiv für das nächste Jahr.
Hat Ihnen Ihr neuer Trainer Paul Annacone viel helfen können mit taktischen Tipps?
Wir mussten einiges zusammentragen, auch Severin (Lüthi) hatte noch viele Notizen von früheren Partien. Auf dem Platz musste ich aber selber entscheiden, was zu tun ist. Ich wollte mich nicht auf lange Ballwechsel einlassen, und das ist mir gelungen. Die Partie ist so verlaufen, wie ich sie mir vorgestellt hatte.
Wie verbringen Sie nun Ihre Zeit bis zur Exhibition gegen Nadalam 21. Dezember in Zürich?
Zuerst mache ich Ferien bis etwa Mitte Dezember, dann werde ich in Dubai trainieren. Ich bin ziemlich erschöpft.
Müssen Sie über die bevorstehenden Feiertage auch darauf achten, dass Sie nicht zunehmen, oder können Sie sich etwas gönnen?
Ich kann schon einige Tage lang Biskuits essen – auch Fondue oder Desserts. Ich muss nicht besonders aufpassen, denn ich trainiere ja immer wieder. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 29.11.2010, 07:38 Uhr
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8 Kommentare
Einmal mehr; grandios!! Wer einen Blick auf sein Palamrès und Konstanz der letzten Jahre wagt...absolute Weltklasse. Ich warte schon auf diejenigen Berichterstatter hier im Blog, die das Ende der Karriere von Roger Federer voraussagen -oder wohl besser; die es seit Jahren wissen möchten. Antworten
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