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«Ich bin es, der das Spiel diktiert»
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War dies Ihr bester Paris-Final gegen Nadal?
Ich finde, ich habe sehr gut gespielt. Es ist mir vieles gelungen. Wenn ich den ersten Satz gewinne, wäre es schwierig geworden für Nadal. Ich bin schon enttäuscht, dass ich mich nicht in eine etwas bessere Lage bugsieren konnte. Dann wäre viel möglich gewesen. Ich bin ihm nahe gekommen, hatte viele Chancen. Schade, dass ich sie nicht nutzen konnte.
Hatten Sie zu grosse Schwankungen in Ihrem Spiel, um ihn zu schlagen?
Ich spiele mit einer kleineren Marge – da ist es normal, dass ich mehr Schwankungen habe. Nadal begnügt sich damit, stets das Gleiche zu tun. Ich bin es, der das Spiel diktiert und entscheidet, wie es ausgeht. Aber natürlich hat er gut gespielt und sich im ersten Satz stark zurückgekämpft. Das Spielniveau war hoch.
Was geschah in der Regenpause?
Ich hatte kurz Zeit, mit meinen Coaches zu reden. Das tat gut. Sie sagten mir gleich zu Beginn, wie Wetterfrösche: Wir haben drei, vier Minuten Zeit, dann hört es wieder auf. Wir sprachen kurz über den Match, was gut gelaufen war, was ich ändern sollte. Über Details, über die ich nicht viel verraten will. Es war auch gut, ihnen in die Augen zu schauen und zu sehen, wie sehr sie an mich glauben.
Wieso entglitt Ihnen im vierten Satz das Spiel wieder?
6:1 ist schon ein heftiges Resultat. Ich hatte das Gefühl, bei meinen ersten zwei Breakbällen richtig gespielt zu haben. Bei 0:40 nimmt er die Rückhand sehr früh und schiebt sie an die Linie, so ein Ball kann schnell out gehen. Es war eigentlich die falsche Entscheidung von ihm, aber er gewann den Punkt trotzdem. Danach kam Wind auf, und ich erhielt ein dummes Break. Schade, dass ich im vierten Satz nicht länger dranbleiben konnte. Ich fühlte mich eigentlich gut.
Haben Sie in Paris wieder Selbstvertrauen schöpfen können?
Ich hatte schon vorher kein Problem mit dem Selbstvertrauen. Höchstens vor einem Jahr, als ich in Paris und Wimbledon relativ früh verlor. Aber seither ist das Vertrauen wieder da. Es war schon wichtig, wieder mal einen Grand-Slam-Final zu erreichen. Natürlich bin ich zufrieden mit dem Sieg gegen Djokovic. Und ich fühle mich körperlich so gut wie lange nicht mehr. Das ist sehr positiv.
Spielten Sie gegen Djokovic besser als gegen Nadal?
Das kann man nicht vergleichen, die beiden spielen so unterschiedlich. Gegen Nadal muss ich mein ganzes Spiel umstellen. Die Ballwechsel entwickeln sich gegen ihn ganz anders.
Wie gut können Sie diese Niederlage wegstecken?
Ich habe kein Problem, nach vorne zu schauen. Wimbledon steht vor der Türe, für mich ist das immer der einfachste Wechsel. Nicht dass ich nicht gerne auf Sand spielen würde, ich bin ja auf Sand gross geworden. Aber die Rasensaison ist sehr kurz, die muss man geniessen. Man darf nicht mit dem Kopf im Sand in die Rasensaison steigen. Zuerst muss ich jetzt entscheiden, ob ich in Halle spiele. Und dann freue ich mich natürlich auf Wimbledon. Da habe ich Grosses vor. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 06.06.2011, 09:36 Uhr






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