«Es ist schwierig, das Racket nicht zu zertrümmern»
Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 10.09.2010
Ambivalentes Verhältnis: Stanislas Wawrinka und sein Racket. (Bild: Keystone )
Artikel zum Thema
- Wawrinka scheitert in 5-Satz-Marathon
- «Wenn es schneit, wird es schwieriger»
- Warum Djokovic seinem Coach Angst macht
- Federer trifft nun auf einen Argentinier
- «Djokovic ist der kompletteste Spieler aller Zeiten»
Bildstrecke
Stichworte
Es fehlte nicht viel und Stanislas Wawrinka hätte am Samstag gegen Rafael Nadal um einen Platz im US-Open-Endspiel kämpfen können. Doch so sehr die Schweizer Nummer 2 auch kämpfte, am Ende war Michail Juschni zumindest der glücklichere Spieler in einem packenden Viertelfinal-Match.
«Michail war einfach ein kleines bisschen besser. Ich habe alles versucht, doch die Aufgabe war letztlich zu gross», sagte Wawrinka auf der Medienkonferenz nach seiner 6:3, 6:7 , 6:3, 3:6, 3:6-Niederlage.
Während seines dritten Fünfsätzers in Serie hatte der Olympiasieger im Doppel nicht nur mit seinem Gegner Juschni, sondern auch mit den eigenen Emotionen zu kämpfen. «Ich habe eine Reihe grosser Fehler gemacht, aber nach vier Stunden ist man halt einfach müde. Daher ist es schwierig, immer den richtigen Ball zu spielen und nicht das Racket zu zertrümmern.»
«Die äusseren Umstände müssen einem egal sein»
Der Wind, der wie schon bei Roger Federers Viertelfinalerfolg gegen Robin Söderling böig durchs Stadion blies, machte Wawrinka das Leben zusätzlich schwer. Als Ausrede mochte er dies jedoch nicht benutzen: «Es war wirklich hart, aber die Bedingungen waren für beide gleich. Wenn man auf den Court geht, müssen einem die äusseren Umstände egal sein, man muss sein Bestes geben.»
Trotz des bitteren Ausscheidens wertet Wawrinka das vierte Major-Turnier des Jahres als grossen Erfolg – und als möglichen Wendepunkt seiner Karriere, in deren Verlauf er zwar schon zu den Top 10 gehörte, nun aber erstmals in einen Grand-Slam-Viertelfinal vordringen konnte. «Vor allem gegen Andy Murray habe ich wirklich hervorragend gespielt. Ich war richtig, richtig stark. Ich glaube und hoffe, dass ich in Zukunft mehr Turniere auf diesem Level spielen werde», so der Schweizer.
Der glückliche Sieger Juschni sprach von einem ganz engen Match, das durchaus auf die andere Seite hätte ausschlagen können. Auf die Frage eines Journalisten, wie er sich körperlich fühle, antwortete er nur: «Ich fange erst am nächsten Morgen an, wieder etwas zu fühlen.» Immerhin habe ich nun einen Ruhetag und kann mich ein wenig erholen. Am «Super Saturday» steht für Juschni dann der Halbfinal gegen den ausgeruhten Rafael Nadal an.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.09.2010, 08:45 Uhr


Sportbilder