«Er weiss selbst nicht recht, was er will»
Von Sebastian Rieder. Aktualisiert am 03.11.2011 1 Kommentar
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Noch im September war Andy Murray der grosse Rädelsführer am US Open in New York. Der 24-jährige Schotte wollte angesichts der Überbelastung auf der Tour mit den besten Spielern der Welt einen Streik gegen die ATP anzetteln. «Ich habe mit einigen Spielern gesprochen. Die haben keine Angst davor zu streiken», sagte Murray damals. Damit stimmte Murray ins Klagelied von Rafael Nadal ein, der sich im Sommer lautstark über den zu engen Zeitplan der ATP-Tour beschwert hatte.
Roger Federer hielt sich trotz seiner Position als Präsident der Spielergewerkschaft dem Diskurs fern, während Murray am US Open forderte: «Wir möchten einige kleine Dinge ändern. Zwei oder drei Wochen Pause im Jahr, ein paar Turniere weniger.» Dieser Bitte wird jetzt Rechnung getragen – die ATP verkürzt das Tennisjahr um zwei Wochen.
Murray mit Zerrung im Gesäss
Entgegen seinem Wunsch, weniger zu spielen, meldete sich Murray nach drei harten Turniersiegen in Asien Ende Oktober kurzfristig fürs Swiss Indoors an. «Diese Saison kann ja nicht zu lang sein, wenn Andy eine Wildcard beantragt. Ich glaube, er weiss selbst nicht so recht, was er will», so Federer nach seinem Zweitrundensieg in Basel.
Für den Lokalmatador hat die lange Saison auch seine positiven Seiten: «Es ist doch besser, zu viele Turniere zu haben als zu wenige.» So hätten auch Spieler, die verletzungsbedingt für längere Zeit ausfallen, die Möglichkeit, schneller auf den Court zurückzukehren.
Ausgerechnet Murray verletzte sich vor dieser Aussage von Federer. Wegen einer Zerrung im Gesäss konnte die Weltnummer drei nicht einmal zum Startspiel in Basel antreten und musste Forfait geben. Wenigstens hatte Murray den Mut, sich bei den Fans in der St.-Jakobs-Halle persönlich zu entschuldigen. «Ich wachte auf und spürte diesen Schmerz. Leider wurde es nicht besser. Ich fühle mich, als liesse ich das Turnier und meinen Bruder, mit dem ich eigentlich Doppel spielen wollte, im Stich», sagte Murray enttäuscht. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 03.11.2011, 14:59 Uhr
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