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Ein klarer Federer-Sieg und eine groteske Analyse
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Roger Federer eröffnete die Jagd auf seinen 18. Major-Titel am US Open mit einem 6:3, 6:2, 6:4-Sieg über den chancenlosen Donald Young (ATP 81). Young konnte einem richtig leid tun. Obwohl der Schweizer ungewöhnlich lange brauchte, um in die Gänge zu kommen, hatte der fahrig und verunsichert wirkende US-Amerikaner nie den Hauch einer Chance. Youngs einziges Break in der Startphase des zweiten Satzes war nicht mehr als die Folge einer kleinen Unkonzentriertheit Federers.
Nach dem 3:3 im ersten Durchgang stürmte der Favorit im Expresstempo zum 6:3, den zweiten sicherte sich Federer mit 6:2. Der dritte Satz war trotz des Resultats von 6:4 kein bisschen weniger einseitig. Sein Talent liess Young, der mit 15 schon die Nummer 1 bei den Junioren war, erst aufblitzen, als es viel zu spät war. Er wehrte zwei Matchbälle ab, musste aber nach 94 wenig packenden Minuten doch die 18. Niederlage in den letzten 19 Spielen konstatieren.
Federer wahrte seine weisse Weste in den New Yorker Night Sessions ohne Energieverschleiss. Für den fünffachen US-Champion war es im 22. Auftritt am Abend der 22. Sieg. Damit liegt er in dieser Statistik auf Platz 2. Zum Rekord von Andre Agassi fehlen Federer nun noch sechs Siege.
Der grosse Unterschied am Netz
Die Statistik, die für Federer 27 Winner und 24 unerzwungene Fehler ausweist, stiess wieder einmal an die Grenzen ihrer Aussagekraft. Sie sieht beide Spieler bei der Zuverlässigkeit des ersten Aufschlags mit einer Quote von 70 Prozent auf Augenhöhe. Federer setzte seinen Gegner aber jeweils mit dem Service unter Druck, während Young den Ball teilweise fast schon ins Feld hineinzulegen versuchte. Oft waren seine Aufschläge nur gerade 170 km/h schnell. Ein Wert, den die meisten Frauen übertreffen.
Die Quote der gewonnenen Punkte nach dem ersten Aufschlag drückt die Kräfteverhältnisse bedeutend besser aus – Federer kam auf 83 Prozent, Young auf 56 Prozent. Noch krasser war der Unterschied am Netz. Federer war in 83 Prozent der Fälle erfolgreich, wenn er sich in die Offensive begab, der Verlierer musste sich mit schwachen 44 Prozent zufrieden geben.
In der 2. Runde gegen einen Deutschen
In der 2. Runde trifft Federer auf den Deutschen Björn Phau, der sich gegen den belgischen Qualifikanten Maxime Authorn 6:2, 4:6, 6:4, 7:6 durchsetzte. Gegen den zehn Monate älteren Deutschen hat Federer bisher nur dreimal gespielt, zuletzt am Australian Open 2007. Das erste Aufeinandertreffen zwischen den beiden entschied Phau 1999 in Washington für sich.
CNN und die eigenartige Interpretation
Während das Publikum ob der Chancenlosigkeit von Young das Stadion in Scharen frühzeitig verliess, lieferte der Reporter der Website des TV-Senders CNN eine etwas gar patriotische Interpretation des Spiels. Dieses sei für Federer «ein harter Test» gewesen. Young habe den Schweizer «mit frühen Efforts frustriert». Im dritten Satz habe es sogar so ausgesehen, als könnte der US-Amerikaner Federer in einen fünften Satz zwingen. Gäbe es einen Award für den unkompetentesten Matchbericht am US Open 2012, CNN könnte ihn jetzt schon in Empfang nehmen.
Hier geht es zu den kompletten US-Open-Resultaten (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.08.2012, 23:34 Uhr







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