Drei Argumente gegen Nadal
Ein Kommentar von Alexander Kühn, Paris. Aktualisiert am 06.06.2011 41 Kommentare
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«Nadal fügt seinem Körper grossen Schaden zu»: Andre Agassi.
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Rafael Nadal ist fast fünf Jahre jünger als Roger Federer, gehört aber bereits dem erlesenen Kreis jener Spieler an, die eine zweistellige Anzahl Major-Titel vorweisen können. So scheint es auf den ersten Blick logisch, dass der Spanier die Rekordmarke des 16-fachen Grand-Slam-Champions aus der Schweiz mittelfristig übertreffen wird. Es gibt jedoch drei Argumente, die gegen Nadal sprechen.
1. Sein unökonomischer Spielstil
«Rafas Tennis ist sehr physisch und geht vor allem auf Hartplätzen unheimlich in die Knochen», erklärte Amerikas Tennis-Legende Andre Agassi in Paris gegenüber DerBund.ch/Newsnet. Während er selbst zufrieden gewesen sei, wenn er sich wenig bewegen musste und den Gegner laufen lassen konnte, versuche Nadal, jeden Ball zu holen. «Er ist zu sehr ein Kämpfer und gibt auch dann nicht auf, wenn er sich fast hoffnungslos in der Defensive befindet. Dadurch fügt er seinem Körper grossen Schaden zu», so Agassi weiter. Der achtmalige Major-Sieger glaubt, dass die Zeit gegen Nadal arbeitet: «Die Frage ist nur, wann etwas passiert. Rafa ist erst 25 Jahre alt und wirkt gesund. Doch schon eine einzige Verletzung kann allem ein Ende bereiten.»
2. Roger Federer
Der Schweizer verlässt Paris zwar nicht mit dem Siegerpokal, dafür aber mit der Gewissheit, dass er sich wieder auf Augenhöhe mit Nadal und Novak Djokovic bewegt. Djokovic hat er in den Halbfinals in einem begeisternden Match besiegt, Nadal leistete er im Endspiel bis in den vierten Satz hinein harten Widerstand. Hätte Federer die Chance zum 6:2 im ersten Durchgang nicht mit einem unzureichenden Stoppball vergeben und hätte er im ersten Game des vierten Satzes eine der drei Breakchancen am Stück genutzt, wäre die Partie zumindest noch ausgeglichener geworden. Der Baselbieter war auch im Final stark, traf aber auf einen Kontrahenten, der noch stärker war. Es besteht also kein Grund, für eine neuerliche Grundsatzdiskussion. «Roger ist ein wunderbarer Athlet. Sein Spiel wirkt so unangestrengt, dass es für die anderen beinahe beleidigend wirkt. Er ist ein kompletter Tennisspieler, es wäre schwer etwas zu finden, das er ändern sollte», sagte der zweifache French-Open-Champion Jim Courier, der in Roland Garros in diesem Jahr die Trophäen an Nadal und Federer übergab, zu DerBund.ch/Newsnet. In Wimbledon und am US Open werden die Bedingungen Nadal weniger entgegenkommen als in Paris. Dies ist automatisch ein Plus für Federer.
3. Novak Djokovic
Djokovic, der vor seiner Pariser Niederlage gegen Federer eine Jahresbilanz von 41:0 Siegen aufwies, ist auf Hartplätzen vielleicht der beste Spieler der Gegenwart. Auf jeden Fall hat er das Zeug dazu, Nadal einen Strich durch die Rechnung zu machen – in naher Zukunft und auch in der Zeit nach Federer. Jedes Grand-Slam-Turnier, das der 25-jährige Serbe gewinnt, ist eines, das Nadal nicht gewinnt. Es ist durchaus denkbar, dass Federer seinen Rekord sogar dann behaupten kann, wenn er entgegen den Erwartungen der allermeisten Experten keinen weiteren Major-Titel mehr gewinnen sollte. Djokovic ist darüber hinaus nicht nur als Spieler eine Gefahr für Nadal, sondern auch als Vorbild für andere Athleten. Die Erfolge der langjährigen Nummer 3 könnten Signalwirkung haben. Die Botschaft lautet: Nicht nur Nadal und Federer können Grand-Slam-Titel gewinnen, sondern auch ein anderer, wenn er nur konsequent genug seine Schwächen bekämpft und seine Vorzüge weiter trainiert.
Erstellt: 06.06.2011, 07:14 Uhr
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41 Kommentare
Nadal gewinnt die French-Open und Ihr schreibt "3 Gründe gegen Nadal"! Was soll das??? Federer verliert das Spiel gegen Nadal und Ihr spricht nur noch vom Sieg über Djokovic! Und immer das "hätte Roger"...HAT ER ABER NICHT!!! Kann man nicht einfach mal schreiben: "Super Tennis-Thriller gestern, super Turnier von Roger, Gratulation an Nadal, wir freuen uns auf Wimbeldon"???? Antworten
Ich finde es immer wieder bewundernswert, welchen Respekt sich die Sportsmänner in der Tenniswelt entgegenbringen. Damit erfüllen diese Männer eine echte Vorbildsfunktion, man vergleiche sie nur mit den weinerlichen Heulsusen aus dem Fussball, deren Verhalten auf dem Platz ist teilweise schon fast beschämend. Antworten


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