Sport
Djokovic im Bombenkeller seiner Kindheit
Tennis-Resultate
Key Biscayne (Miami), Florida (USA). ATP-Masters-1000- und WTA-Turnier (9,7 Millionen Dollar/Hart). Männer. 2. Runde: Nadal (Sp/2) s. Giraldo (Kol) 6:2, 6:0. Berdych (Tsch/7) s. Mahut (Fr) 7:5, 6:1. Isner (USA/10) s. Dawidenko (Russ) 2:6, 6:3, 6:4. Nishikori (Jap/16) s. Lacko (Slk) 6:3, 6:3. Rosol (Tsch) s. Granollers (Sp24) 2:6, 6:3, 6:1. Raonic (Ka/26) s. Clément (Fr) 7:6, 6:2. Dimitrow (Bul) s. Chela (Arg/29) 6:2, 4:6, 6:4.
Frauen. 2. Runde: V. Williams (USA) s. Kvitova (Tsch/3) 6:4, 4:6, 6:0. Bartoli (Fr/7) s. Hercog (Sln) 5:7, 6:2, 6:1. Perwak (Kas) s. Schiavone (It/11) 6:4, 4:6, 7:5. Hantuchova (Slk/20) s. Bondarenko (Ukr) 6:7, 6:2, 7:6.
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Für einmal verfolgte die TV-Kamera nicht die Aufschläge und Volleys des Tennisstars Novak Djokovic, sondern begab sich mit dem Serben auf eine Zeitreise. Djokovic führte den CBS-Reporter Bob Simon für eine Folge der Sendung «6o Minutes» in den Keller des Hauses seines Grossvaters in Belgrad. Dorthin, wo er während den Bombenangriffen der Nato 1999 als Zwölfjähriger viele Nächte zubrachte. Die Furcht und der Schlafunterbruch hätten ihn verwirrt, erzählt der Weltranglistenerste: «Zweieinhalb Monate lang sind wir immer gegen zwei, drei Uhr aufgewacht. Ich versuche aber, diese Zeit trotzdem in guter Erinnerung zu behalten. Immerhin mussten wir ja nicht zur Schule gehen und konnten mehr Tennis spielen.»
Der Krieg habe ihn und seine Familie stark geprägt und ihm auf eine Art geholfen, ein Champion zu werden, führt Djokovic aus. «Er hat uns härter gemacht und hungriger, hungriger nach Erfolg.» Für viele seiner Landsleute sei Serbiens Rolle in den Konflikten auf dem Balkan noch immer eine grosse Hypothek, glaubt der amtierende Sieger der Grand-Slam-Turniere von Melbourne, Wimbledon und New York. «Für uns Serben ist es schwieriger, im Leben Erfolg zu haben. Wegen unserer Geschichte und unserer Vergangenheit. Wir müssen uns stärker engagieren.»
Seinen grössten sportlichen Wunsch habe er sich im vergangenen Sommer in Wimbledon mit dem Finalsieg über Rafael Nadal erfüllt, sagt Djokovic in der CBS-Reportage, die am Sonntag um 1 Uhr nachts Schweizer Zeit zu sehen sein wird. «Als ich den Match beendet hatte und ein Stückchen Gras ass, habe ich mich an meine ganze Kindheit erinnert, an alles, das ich durchgemacht habe. An die ersten Tennisplätze, auf denen ich aufgewachsen bin, an die Tage, die ich in Belgrad verbracht habe. Das war wunderschön.»
In dieser Woche bestreitet Djokovic wie die gesamte Weltelite das Sony Ericsson Open in Key Biscayne bei Miami. Am grössten Turnier nach den Majors strebt er seinen elften Masters-1000-Titel an. Der Titelverteidiger, der im letztjährigen Final Rafael Nadal besiegte, befindet sich in einer Tableauhälfte mit dem Schweizer Roger Federer. Nach einem Freilos in der ersten Runde trifft Djokovic in seiner Auftaktpartie auf Marcos Baghdatis aus Zypern. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 24.03.2012, 10:13 Uhr




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