Sport

Das Ende der Grand-Slam-Serie

Von René Stauffer. Aktualisiert am 11.09.2011 19 Kommentare

Roger Federer verspielte am US Open gegen Novak Djokovic eine 2:0-Satzführung und beendet 2011 ohne Majortitel.

1/9 Federers grosse Enttäuschung nach dem bitteren Ausscheiden.
Bild: Keystone

   

Artikel zum Thema

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

«It’s a beautiful day», tönte es aus den riesigen Lautsprechern des Arthur-Ashe-Stadions. Der Regen, der den Spielbeginn um über eine Stunde verzögert hatte, war abgezogen, der Himmel blau, die Temperaturen im hochsommerlichen Bereich. Roger Federer wechselte sein T-Shirt und schritt zur Grundlinie, während Novak Djokovic den Sonnenhut aufsetzte. Fünf Ballwechsel später hatte der Baselbieter den 2. Satz nach Hause serviert, führte nach 1:41 Stunden komfortabel mit 2:0 Sätzen.

Es war ein wunderbarer Tag für Federer, zumindest bis dahin, doch er sollte sich dramatisch ändern. Mit der Niederlage vor Augen fand Djokovic zu einer traumwandlerischen Sicherheit. Er entriss Federer die Initiative im dritten Satz, wehrte wie 2010 zwei Matchbälle ab und qualifizierte sich mit 6:7, 4:6, 6:3, 6:2, 7:5 wie im Vorjahr für den Final des US Open. Dort trifft der Weltranglistenerste am Montag (22 Uhr MEZ) auf Rafael Nadal, der Andy Murray in vier Sätzen bezwang.

Federers Duell mit Djokovic hatte unter grauem Himmel und mit Flutlicht begonnen, nachdem der Platz abgetrocknet worden war. Seine Begleiter hatten für einmal in der südlichen Players Box Platz zu nehmen – ihren Stammplatz hatten sie an die Entourage der Nummer 1 abtreten müssen. Es war das erste Aufeinandertreffen, in dem Djokovic besser klassiert war als der Schweizer, der sich damit in der Rolle des Aussenseiters widerfand. Das war er schon in Paris gewesen, wo er die Siegesserie des Serben nach 43 Erfolgen beendet hatte. Und wieder spielte er seinen Part lange ausgezeichnet.

Beide begannen als Aufschläger souverän, womit ein Tiebreak unvermeidlich wurde. Federer hatte von Beginn weg den grössten Teil der über 23 000 Zuschauer im Rücken. Er ging 6:3 in Führung, brauchte aber fünf Satzbälle, ehe er nach 56 Minuten den Startsatz für sich entschied.

Ab dem 2. Satz kamen Breakbälle und Breaks ins Spiel. Federer vergab einen 3:1-Vorsprung, reagierte aber vehement auf das 3:3 und schaffte es, Djokovic ein Aufschlagspiel ohne Punktverlust abzunehmen und diesen Vorsprung zu verteidigen. Er schien auf dem Weg zum Sieg.

Zum 3. Mal in Serie in New York in 5 Sätzen gescheitert

Wie auf dem Sand von Roland Garros musste er Djokovic den 3. Durchgang überlassen, weil er ein Break zum 0:2 nicht wettmachen konnte. Der Serbe spielte nun jene Form aus, die ihm diese Saison unter anderem fünf Finalsiege über Nadal eingetragen hat. Federer wurde hinter die Grundlinie gedrängt, kam auch im 4. Satz zu keinen Breakchancen.

Doch im 5. Satz war er plötzlich wieder da. Er breakte den Wimbledonsieger im 8. Game, schlug zum Sieg auf – und kam zu Matchbällen. Den ersten wehrte Djokovic mit einem brillanten Return ab, den zweiten vergab Federer mit einem Fehler – worauf Djokovic zurückbreakte. Der Schweizer war nun moralisch angeschlagen, verlor vom 5:3 zum 5:7 vier Games in Folge und die Partie nach 3:51 Stunden auf bittere Weise.

Der fünffache US-Open-Sieger hatte in Wimbledon gegen Jo-Wilfried Tsonga erstmals in seiner Karriere eine Grand-Slam-Partie noch verloren, in der er mit 2:0 Sätzen geführt hatte. Das gleiche widerfuhr ihm nun im Duell der zwei besten Hartplatzspieler der Saison. Wie 2009 im Final gegen Juan Martin Del Potro und vor einem Jahr gegen Djokovic verlässt er Flushing Meadows nach einer Niederlage in fünf Sätzen. Sein Traum, 2011 doch noch einen Grand-Slam-Titel zu holen und seine seit 2003 anhaltende Serie zu verlängern, ist ausgeträumt. (SonntagsZeitung)

Erstellt: 10.09.2011, 23:41 Uhr

19

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

19 Kommentare

Beat Erne

11.09.2011, 09:50 Uhr
Melden 12 Empfehlung 0

Schade, dass sich Djokovic im fünften Satz nach dreieinhalb Stunden Spielzeit nach dem ersten abgewehrten Matchball (wirklich ein zauberhafter Vorhand-Winner!) dieses Theater erlaubt hat: durch die unnötigen Sieger-Gesten ins Publikum hat er die Zeit übermässig verzögert und dadurch den Spielrhythmus auf unfaire Weise in dieser entscheidenden Phase gebrochen. Auch so kann man Federer "killen". Antworten


Simon Rothen

11.09.2011, 00:51 Uhr
Melden 1 Empfehlung 0

Ein Debakel wäre eine Niederlage in der 1. Runde. Das Spiel heute war eine verpasste Chance gegen den momentan besten Tennisspieler, welche für Federer sehr bitter ist.
Aber er hat heute gezeigt, dass er definitiv noch auf einem TOP-Level spielt. Bin gespannt, wie das nächstes Jahr weitergeht.
Antworten



Programm & Resultate

Super League
EndeServette - Young Boys0:1
EndeFC Zürich - Luzern4:1
Bundesliga
EndeHamburger SV - Bayer Leverkusen0:1
EndeEintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg2:2
Mehr...
Stand: 18.05.2013 21:36
Internazionali BNL d'Italia
18.05EndeBerdych - Nadal2:6 4:6
18.05EndePaire - Federer6:7 4:6
Stand: 18.05.2013 21:38
Keine Daten vorhanden
NHL Playoffs
EndePittsburgh Penguins - Ottawa Senators4:3
EndeChicago Blackhawks - Detroit Red Wings1:4
WM Halbfinale
EndeFinnland - Schweden0:3
EndeSchweiz - USA3:0
Stand: 18.05.2013 21:21
Keine Daten vorhanden
Internazionali BNL d'Italia
19.0516:00Nadal - Federer
Stand: 18.05.2013 21:38
Keine Daten vorhanden
NHL Playoffs
Live San Jose Sharks - Los Angeles Kings1:1
21:00Boston Bruins - New York Rangers
WM Spiel um Bronze
16:00Finnland - USA
WM Finale
20:30Schweiz - Schweden
Stand: 19.05.2013 03:33
Cup
16:00Basel - Grasshoppers
Stand: 18.04.2013 00:51
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
NHL Playoffs
01:30Ottawa Senators - Pittsburgh Penguins

Sport

Populär auf Facebook Privatsphäre

Umfrage

Wie sehen Sie Roger Federers nähere Zukunft?