Sport

Sixdays: Ausländer überrumpeln Schweizer Favoriten

Aktualisiert am 02.12.2012 5 Kommentare

Es war alles angerichtet für die Party: Doch im Finale mussten sich Franco Marvulli und Co. noch von den Spitzenplätzen verdrängen lassen.

«Wenn mir einer letzte Woche gesagt hätte, ich würde aufs Podest fahren, hätte ich unterschrieben»: Franco Marvulli (vorne) fuhr in Zürich auf den dritten Rang.

«Wenn mir einer letzte Woche gesagt hätte, ich würde aufs Podest fahren, hätte ich unterschrieben»: Franco Marvulli (vorne) fuhr in Zürich auf den dritten Rang.
Bild: Keystone

2014 ein zweites Sechstagerennen in Grenchen?

Obwohl das traditionelle Zürcher Sechstagerennen seit Jahren ums finanzielle Überleben kämpft, wird es ab nächsten Winter in der Schweiz aller Voraussicht nach ein zweites Sixjours geben - in Grenchen.

Max Hürzeler, der zusammen mit seinen OK-Kollegen Urs Freuler und Ueli Gerber seit sieben Jahren als «Lebensretter» des Zürcher Sechstagerennens gilt, bestätigte am Ende der auf vier Abende verkürzten Sixday Nights von Zürich: «Ja, wenn alles klappt, werden wir im nächsten Winter zwei Sechstagerennen in der Schweiz organisieren. Dasjenige in Grenchen soll traditionell über sechs Nächte dauern.»

Initianten des mutigen Projekts sind die Investoren der gemeinnützigen Stiftung Velodrôme um Andy Rihs, der dem Radsport schon seit Urzeiten verbunden (Phonak, BMC) ist. Der auch bei den Young Boys sehr einflussreiche Geschäftsmann glaubt sogar, dass in der neuen Mehrzweckhalle in Grenchen, die im Mai nächsten Jahres eröffnet wird, das Interesse am Radsport grösser wäre als in Zürich, wo auch die Betreiber der Offenen Rennbahn Jahr für Jahr ums Überleben kämpfen. (si)

Artikel zum Thema

Teilen und kommentieren

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Werbung

Im Finale der Sixdays in Zürich wurden Franco Marvulli/Tristan Marguet (3.) und der Aargauer Silvan Dillier mit dem Australier Glenn O'Shea (4.) von den Ausländern überrumpelt. Der Sieg ging an Kenny de Ketele/Peter Schep.

Dillier/O'Shea stiegen mit Rundenvorsprung ins 250-Runden-Finale, Marvulli/Marguet mit einem uneinholbaren Punktevorsprung. Doch die Ausländer mit den Siegern aus Belgien und Holland sowie die Deutschen Danilo Hondo/Roger Kluge (2.) machten gemeinsame Sache, schafften 73 Runden vor Schluss den entscheidenden Rundengewinn und wehrten danach alle verzweifelten Angriffe der Schweizer ab.

Zufriedener Marvulli

«Wenn mir einer letzte Woche gesagt hätte, ich würde in Zürich aufs Podest fahren, hätte ich unterschrieben», gab sich Marvulli am Ende der auf vier Tage verkürzten Sixday Nights nicht enttäuscht. Die Voraussetzungen waren mit einer bei einem Sturz Ende August lädierten Schulter, einer anschliessenden Viruserkrankung, einer leichten Erkältung und Husten in den letzten Tagen wahrlich nicht die besten.

«Am Schluss waren einfach die Beine leer», erklärte der 34-jährige Seebacher, der sich mit dem Sieg im traditionellen Autosprint und der fettesten Prämie des 56. Zürcher Sechstagerennens, eines Skoda Rapid im Wert von 30'000 Franken, trösten konnte. Nun wird er für einen Monat mit seinem Partner Tristan Marguet nach Australien reisen: Elf Rennen, wenig Training und viel Spass bei Sonne, Wärme und Strand stehen auf dem Programm.

Die beiden verstehen sich schon fast blind auf der Bahn, haben vor einer Woche in Gent und nun auch in Zürich Rekord um Rekord gebrochen und von Max Hürzeler am Freitag sogar spontan eine 1000-Franken-Sonderprämie erhalten, weil der OK-Boss nicht glaubte, dass jemand die 200-m-Bahn unter 10 Sekunden bewältigen könne. Marguet tat es in 9,922 Sekunden mit einem Schnitt von 72,566 km/h.

Seit sich kürzlich der 25-jährige Westschweizer Marguet von seiner Freundin und Velorennfahrerin Andrea Wolfer getrennt hat, bilden die beiden auch eine WG zusammen. Marvulli: «Tristan gehört die Zukunft. Gut möglich, dass ich nächstes Jahr nochmals mit ihm hier antreten werde.»

Abschied von Aeschbach und Jörg

Abschied nehmen hiess es für Alexander Aeschbach: Der 38-jährige Dürrenäscher beendete sein letztes Zürcher Sechstagerennen zusammen mit Jung-Partner Jan Keller (21) auf Rang 10. Vor allem in der ersten Nacht wurde der gelernte Schreiner von Krämpfen geplagt und meinte darauf: «Niemals zuvor musste ich so leiden. Ich glaube, ich hatte Schmerzen wie eine Frau bei einer Geburt.»

Acht von 92 Sixjours konnte Aeschbach gewinnen, das letzte 2010 in Grenoble zusammen mit Marvulli, mit dem er 2004 Américaine-Europameister geworden ist. «Aeschbi» hatte Tränen in den Augen, als er von den Fans, den Offiziellen und sämtlichen Profis, die mit ihren Velos Spalier standen, verabschiedet wurde.

Auch bei den Stehern sagte ein Urgestein Adieu: Dem bald 41-jährigem Peter Jörg, der nach eigener, seit Schülerzeiten geführten Buchhaltung in seiner Karriere 700'000 Kilometer auf dem Rennsattel abspulte und fünffacher Schweizermeister geworden ist, gelangen in seinem letzten Wettbewerb ein Etappensieg am ersten Abend. Am Ende reichte es in der Gesamtwertung nur zu Rang zwei, weil er 100 Meter vor dem Ziel noch vom aktuellen Schweizermeister Giuseppe Atzeni abgefangen wurde.

Schweizer Sieg bei den Amateuren

Bei den Amateuren haben die Schweizer Stefan Küng und Théry Schir die ganzen vier Tage dominiert: Sieg in fünf von sechs Etappen, im Finale schafften sie den einzigen Solo-Rundengewinn und am Ende lag die Konkurrenz um mindestens eine Runde zurück. Kein Zweifel: Küng, der schon vor einem Jahr in Zürich dominierte (zusammen mit Jan Keller), und Schir sind ein Versprechen für die (Profi-) Zukunft.

Aus Schweizer Sicht konnten sich auch Gaël Suter (Gesamt-3. mit dem Belgier Gert-Jan van Immerseel), Gianluca Ocanha (Gesamt-6. mit dem Italiener Matteo Alban) sowie Pascal und Silvan Dieterich ins Szene setzen. Die Hittnauer Zwillinge lernten im sehr ausgeglichenen Fahrerfeld sehr viel, fuhren stets offensiv und liebäugelten bis zuletzt mit einem Podestplatz, den sie als Siebte nur wegen fehlender Punkte verpassten. (mrs/si)

Erstellt: 02.12.2012, 09:38 Uhr

5

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

5 Kommentare

Jürg Käser

04.12.2012, 08:47 Uhr
Melden 1 Empfehlung 0

Jungs, es waren die spannendsten vier Tage seit langem! Klar, ein Schweizer Sieg wäre schön gewesen. Trotzdem, was die Teams in den vier Nächten geboten haben, war beste Werbung für diesen Sport. Da war alles drin, was ein gutes 6- oder 4-Tage-Rennen ausmacht. Freuen wir uns auf eine spannende Revanche. Antworten


Walter Grämer

02.12.2012, 16:32 Uhr
Melden 0 Empfehlung 1

Ich glaube nicht das es an einem 6Tagerennen in Grenchen mehr Zuschaueuer gibt als in Zürich. Von Chur oder Glarus kann man nach Zürich pilgern, aber nach Grenchen bezweifle ich
Auch junge Radsportler werden kaum nach Grenchen vom Bündnerland oder der Ostschweiz
nach Grenchen zum trainieren gehen.Ich frage mich überhaupt warum Rhys auf Grenchen setzt
mit seinem Geld als auf die aglomeration Zürich
Antworten



Programm & Resultate

Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
NHL Playoffs
EndeDetroit Red Wings - Chicago Blackhawks3:1
Stand: 21.05.2013 03:52
Super League
19:45Servette - Sion
Stand: 18.06.2012 08:01
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
NHL Playoffs
Live New York Rangers - Boston Bruins1:0
04:00San Jose Sharks - Los Angeles Kings
Stand: 22.05.2013 02:42
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
GP Monaco
14:00Training
Stand: 22.05.2013 03:30
NHL Playoffs
01:30Ottawa Senators - Pittsburgh Penguins


Online-Wettbewerb

Wir feiern - Sie profitieren. Einen Tag lang freie Fahrt ab CHF 25.- mit Bahn, Bus und Schiff im gesamten BLS-Gebiet.

Jetzt wechseln und sparen

Finden Sie in nur fünf einfachen Schritten die optimale Fahrzeugversicherung.

Online-Wettbewerb

Gewinnen Sie ein tropisches Wochenende in Frutigen.

Abopreise vergleichen

Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.