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Armstrong fällt noch viel tiefer
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Für Lance Armstrong kommt es immer dicker: Nach der Annullation der Tour-Titel muss er mit höchster Wahrscheinlichkeit auch die Olympia-Bronzemedaille von Sydney 2000 abgeben. Viel schlimmer als die Aberkennung sportlicher Ehre ist der finanzielle Schaden, der ihm droht: Tour-de-France-Chef Christian Prudhomme hat bereits vermeldet, dass Armstrong die Siegprämien von rund drei Millionen Euro gemäss Reglement zurückzahlen muss. Geld zurück, will auch das durch amerikanische Steuergelder finanzierte US-Postal-Team. Das Justizministerium hat eine Untersuchung wegen Veruntreuung von öffentlichen Geldern eröffnet.
Ein weiterer Gerichtstermin steht mit der Versicherungsfirma SCA an. Das US-Unternehmen hatte Armstrongs Tour-Siegprämien für 2002 bis 2004 wegen Dopings nicht überweisen wollen, verlor aber das Schiedsverfahren und musste ihm 7,5 Millionen Dollar zahlen. Nicht nur in den USA, auch in England sind dem Texaner Schadenersatzklagen in Millionenhöhe sicher. Die «Sunday Times» musste sich in einem von Armstrong 2004 eingeleiteten Verleumdungsprozess auf einen Millionen-Kompromiss einigen, nun dreht die Zeitung aus London den Spiess um. Auch ein Meineid-Prozess könnte auf Armstrong zukommen.
Ungemach droht Armstrong ebenfalls vonseiten der Sponsoren: Nachdem bereits der Sportartikelhersteller Nike und die Brauerei Anheuser-Busch ihre Verträge mit Armstrong gekündigt haben, lässt Oakley durchblicken, dass die Brillenmarke mit dem Dopingsünder keine Zukunft mehr sieht. Gemäss dem Nachrichtensender CNN beliefen sich Armstrongs Sponsoreneinnahmen auf jährlich 17,5 Millionen Dollar.
Weitere Einbussen hat Armstrong als Referent, denn als Redner dürfte er künftig weniger gefragt sein. In den vergangenen Jahren wurde er von vielen Unternehmen gebucht, um Motivationsreden vor den Angestellten zu halten. Trotz allem Ärger muss sich Armstrong finanziell keine Sorgen machen. Die «New York Daily Post» schätzt sein Vermögen auf mehr als 100 Millionen Dollar.
(si)
Erstellt: 23.10.2012, 12:14 Uhr
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