Vettel hält dem Druck nicht stand
Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 06.08.2010
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Wenn in der Formel 1 die Punkte schon nach dem Qualifying vergeben würden, wäre die WM für die Konkurrenten von Red Bull schon zu Beginn der vierwöchigen Sommerpause praktisch verloren. Sebastian Vettel hätte dann 253 Zähler auf dem Konto, sein Teamkollege Mark Webber 228. Mit riesigen Abständen würden die übrigen drei Titelkandidaten Lewis Hamilton (McLaren/133), Fernando Alonso (Ferrari/129) und Jenson Button (McLaren/78) folgen.
Die Realität sieht aber ein anderes Klassement: 1. Webber 161. 2. Hamilton 157. 3. Vettel 151. 4. Button 147. 5. Alonso 141. Es ist also noch alles offen im Kampf um die Krone des Motorsports.
Button mit dickem Plus
In eine Gewinn- und Verlustrechnung übertragen bedeutet dies, dass Vettel im Rennen bereits 102 Punkte liegen gelassen hat, WM-Leader Webber deren 67. Kumuliert ergibt das 169 verschenkte Zähler bei Red Bull. Die Topfahrer aus den anderen Teams sind dagegen deutlich im Plus. Button hat 69 Punkte mehr, Hamilton 24 und Alonso immerhin noch zwölf.
Natürlich trifft Vettel nicht die gesamte Schuld am Desaster, in Bahrain etwa kostete ihn eine defekte Züdkerze den Sieg. Zuletzt wartete der junge Deutsche aber vermehrt mit naiven Aktionen auf. DerBund.ch/Newsnet nennt seine grössten Fehler.
30. Mai, GP der Türkei in Istanbul:
Vettel liegt an zweiter Stelle und attackiert seinen führenden Teamkollegen Webber äusserst ungestüm. Es kommt zur Kollision. Vettel scheidet aus, Webber kann nur noch den 3. Rang retten. Die Boulevardpresse bezeichnet den Zusammenstoss als «Hornochsen-Crash von Istanbul».
11. Juli, GP von Grossbritannien in Silverstone:
Vettel zieht im Startduell gegen Webber den Kürzeren und fängt sich in der ersten Kurve wegen einer leichten Kollision mit Hamilton einen Plattfuss ein. Er fällt ans Ende des Feldes zurück und muss sich mit Rang 7 begnügen.
25. Juli, GP von Deutschland in Hockenheim:
Vettel vergeigt schon wieder den Start. Die Ferrari-Piloten Fernando Alonso und Felipe Massa ziehen an ihm vorbei, der Pole-Mann wird nur Dritter.
1. August, GP von Ungarn in Budapest: Vettel verschläft nach einer Safety-Car-Phase als virtueller Leader den Neustart und lässt zu viel Abstand zu Webber, der noch ohne Boxenstopp in Führung liegt. Die Rennleitung wertet dies als Behinderung des drittplatzierten Fernando Alonso, Vettel kassiert eine Durchfahrtstrafe und muss sich wieder mit Platz 3 begnügen.
Der dreifache Weltmeister Niki Lauda, heute TV-Kommentator bei RTL, wertete Vettels Fauxpas in Ungarn als «riesigen Bock», Motorsport-Total.com-Experte Marc Surer sprach von einem «dummen Fehler». Red-Bull-Teamchef Christian Horner, der sich sonst stets demonstrativ hinter Vettel stellte, wies die Klagen seines Schützlings über die vermeintlich zu harte Strafe zurück: «Es war eindeutig sein Fehler. Die Regeln sind klar, da muss man nicht herumreden.»
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 06.08.2010, 10:17 Uhr

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