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Der Tod fährt immer mit
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 11.01.2013
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Auf der fünften Etappe des Rallye Dakar von Arequipa nach Arica in Peru stiess am Mittwoch ein Begleitfahrzeug gleich mit zwei Taxis zusammen. Zwei Fahrgäste überlebten den Unfall nicht, sieben Personen wurden schwer verletzt. Das Unglück ereignete sich in Tacna, nur zehn Kilometer von der chilenischen Grenze entfernt. Heute liess der französische Motorradfahrer Thomas Bourgin bei einem Zusammenstoss mit einem Auto in Chile sein Leben. Der 25-Jährige war erstmals bei der Dakar dabei.
Der Tod fährt bei diesem gefährlichen Anlass stets mit. Nach diesen Zwischenfällen erhöht sich die Zahl der Todesopfer in der Geschichte des traditionellen Rallye auf 62. Trotz des Umzugs der Mehretappenprüfung von Afrika nach Südamerika im Jahr 2009 starb in den letzten Jahren bei den letzten vier Austragungen jeweils mindestens ein Mensch. Neben Fahrern waren es oft Zuschauer, die ihre Neugier mit dem Leben bezahlen mussten. Oder es traf, wie beim jüngsten tödlichen Unfall, Personen, die völlig unbeteiligt am Rallye-Geschehen waren.
Mit dem Segen der königlichen Familie
Drei der am Mittwoch verletzten Personen gehören zum britischen Team Race2Recovery (Rennen zur Heilung), wie es laut «Süddeutsche Zeitung»heisst. Bei dieser Organisation handelt es sich um ehemalige Soldaten, die im Einsatz schwer verwundet wurden und nun als erster Rennstall mit behinderten Teilnehmern das Ziel in Santiago de Chile erreichen wollen. Der Zustand der Männer sei «stabil», und sie seien «bei Bewusstsein», teilte die Website von Race2Recovery mit. Trotz des Unfalls will das Team die strapaziöse Reise über insgesamt 8500 Kilometer fortsetzen. «Das ist offensichtlich ein grosser Schock für uns. Aber wir wissen, dass wir den Segen der Verletzten haben. Sie wollen, dass wir das Ziel erreichen», erklärte Pilot Tony Harris.
Der Rennstall mit den behinderten Teilnehmern erfährt bei seiner Premiere eine Welle der Sympathie, nicht nur in der Heimat, sondern auch vor Ort. Das Projekt geniesst adligen Beistand: Prinz William, seine Gattin Kate und Prinz Harry gewährten dem Team 100'000 Pfund (rund 150'000 Franken) aus einer ihrer Stiftungen.
Der Wechsel nach Südamerika hat sich gelohnt
Seit vier Jahren wird das Rallye nicht mehr in Afrika, sondern in Südamerika ausgetragen. Dieser geografische Wechsel hat sich vor allem für den Organisator ASO, der auch die Tour de France durchführt, gelohnt. Denn anstatt die armen afrikanischen Länder entlöhnen zu müssen, erhält die französische Organisation von den drei südamerikanischen Nationen reichlich Geld. Die Summe wird auf rund 16 Millionen Franken geschätzt. Peru, Chile und Argentinien erhoffen sich wegen der Motorsportveranstaltung eine Ankurbelung ihrer Tourismusindustrie. Schliesslich werden die attraktiven TV-Bilder des Rallye um den ganzen Globus ausgestrahlt.
Ausserdem bleibt der Mythos des weiterhin gefährlichen Abenteuers für Teilnehmer und Zaungäste ungebrochen – Todesopfer hin oder her. Und auch die einheimische Bevölkerung empfängt den Rallye-Tross mit offenen Armen. Die Organisatoren, die Fahrer und ihre Co-Piloten zeigen sich hoch erfreut über die Begeisterung und das Interesse der Südamerikaner. Diese Sympathie war auf dem afrikanischen Kontinent, wo die Armut die Menschen zum täglichen Überlebenskampf zwingt, längst nicht immer da.
Prominentes Duo scheidet aus
Was die sportlichen Belange des Rallye betrifft, so musste auf der 6. Etappe ein prominentes Duo aufgeben: Der spanische Pilot Carlos Sainz und sein deutscher Beifahrer Timo Gottschalk stiegen nach mechanischen Problemen ihres Wagens aus. Es zeichnet sich nun ein Zweikampf zwischen dem Katarer Nasser al-Attiyah und dem französischen Titelverteidiger Stéphane Peterhansel ab. Bei den Motorrädern konnte der französische Vorjahressieger Cyril Despres den Rückstand auf Leader Olivier Paini verkürzen. Despres liegt nur noch 2:22 Minuten hinter seinem Landsmann zurück.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.01.2013, 20:43 Uhr
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